FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Iran-Krieg hat zum Wochenstart die Nachfrage nach dem US-Dollar angetrieben. Der Kurs des Euro geriet unter Druck. Am Montagnachmittag mussten für die Gemeinschaftswährung zuletzt 1,1689 Dollar (Dollarkurs) gezahlt werden und damit über einen Cent weniger als vor dem Wochenende. Der Euro fiel auf das Niveau von Ende Januar zurück.
Für dich zusammengefasst:
Der Iran-Krieg erhöhte die Nachfrage nach dem US-Dollar.
Der Euro fiel auf 1,1689 Dollar und unter Druck.
Die EZB setzte den Referenzkurs für den Euro auf 1,1698 Dollar.
Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1698 (Freitag: 1,1805) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8548 (0,8470) Euro.
Die USA und Israel hatten den Iran am Samstag angegriffen und dabei unter anderem auch das iranische Staatsoberhaupt Ajatollah Ali Chamenei getötet. Mittlerweile weitet sich der Krieg immer weiter aus. Die libanesische Hisbollah-Miliz feuerte in der Nacht Raketen auf Israel ab und greift damit an der Seite Teherans in den Kampf ein. Die USA und Israel setzen ihre Angriffe im Iran indes fort - auch die Gegenangriffe Teherans auf Israel und Golfstaaten gingen weiter.
"Zunächst einmal profitiert der US-Dollar in Kriegssituationen in der Regel, da er die Weltleitwährung ist", schrieb Devisenexpertin Thu Lan Nguyen von der Commerzbank (Commerzbank Aktie). "Soll heißen: Ein erheblicher Teil der grenzüberschreitenden Kredite und Anleihen sind in US-Dollar denominiert. Um Zahlungsfähigkeit für den Fall der Fälle sicherzustellen, steigt die Nachfrage nach der US-Währung in unsicheren Zeiten daher."
Zudem dürfte sich die US-Wirtschaft gegenüber einem möglichen Ölpreisschock als widerstandsfähiger erweisen als die Wirtschaft im Euroraum. Dies gelte nicht zuletzt, weil die Eurozone ein Netto-Ölimporteur sei, sagte die Commerzbank-Expertin. Daher könnte die US-Notenbank auf die inflationären Folgen eines Ölpreisanstiegs mit kräftigeren Zinserhöhungen reagieren als die Europäische Zentralbank, die dann mehr Rücksicht auf eine schwächelnde Konjunktur nehmen müsste. Vieles hänge daher nun von der Dauer des Krieges und des Anstiegs der Ölpreise ab.
Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,8739 (0,8763) britische Pfund, 184,19 (184,13) japanische Yen und 0,9117 (0,9104) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold (Goldkurs) (etwa 31,1 Gramm) kostete zuletzt 5.343 Dollar. Das waren etwa 64 Dollar mehr als am Freitag./la/jha/
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