FRANKFURT (dpa-AFX) - Einen weiteren Vorstoß des Dax über die 25.000-Punkte-Marke hat der deutsche Leitindex am Dienstag letztlich nicht halten können. Nach dem positiven Wochenstart wegen eines Rahmenabkommens zur Lösung des Iran-Kriegs stieg der Dax am Ende um lediglich 0,07 Prozent auf 24.910,41 Punkte. Am Vormittag war er bis auf 25.110 Punkte gestiegen. Der MDax mit den mittelgroßen Werten schloss mit einem Plus von 0,01 Prozent bei 32.586,54 Zählern.
Für dich zusammengefasst:
Dax schloss bei 24.910,41 Punkten, ein Plus von 0,07%.
MDax schloss mit einem Plus von 0,01% bei 32.586,54 Punkten.
Siltronic gab drei Millionen neue Aktien zu 91 Euro aus.
Auf europäischer Ebene stieg der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 um 0,5 Prozent. Der Londoner FTSE 100 gewann 0,6 Prozent und der Züricher SMI legte um 0,3 Prozent zu. Für den New Yorker Dow Jones Industrial ging es zum europäischen Börsenschluss um 0,9 Prozent aufwärts.
Die Vereinbarung zwischen den USA und dem Iran werde vom Kapitalmarkt weiterhin positiv aufgenommen, erklärten die Marktexperten der National-Bank. Allerdings seien die Details des Abkommens bislang äußerst unklar, bis auf die 60-tägige Öffnung der Straße von Hormus. "In dieser Zeitspanne sollen dann die strittigen Themen zwischen beiden Seiten ausgeräumt werden. Ob das gelingt, mag mindestens stark angezweifelt werden, für die oftmals eher kurzfristige Sicht der Kapitalmärkte auf die Dinge reicht ein solches nebulöses Abkommen jedoch aus, um das positive Sentiment nicht zu beschädigen", ergänzten die Experten.
Bei den Anlegern rückt nun der Zinsentscheid der US-Notenbank Fed am Mittwoch in den Fokus, gefolgt vom großen Verfall an den Terminbörsen am Freitag. "Die Notenbanker rund um den neuen Fed-Chef (Kevin) Warsh werden sich wohl in Zurückhaltung üben und damit den Markterwartungen entsprechen", kommentierten die Helaba-Experten. Die Erwartung zeitnah steigender Zinsen habe sich mit den sinkenden Ölpreisen der letzten Tage zurückgebildet.
Zum Spitzenreiter im Dax wurden mit 5,1 Prozent Plus die Anteile der Gea Group (GEA Group Aktie) nach einer Kaufempfehlung der Deutschen Bank. Der Kurs des Maschinenbauers schaffte es in der Jahresbilanz wieder in die Gewinnzone. Mit einem Kursziel von 70 Euro sieht Experte Lars vom-Cleff viel Luft nach oben für die Aktien, die Anfang Juni noch ein Tief seit mehr als einem Jahr erreicht hatten.
Anders bewertet Deutsche Bank (Deutsche Bank Aktie) Research die Situation bei Brenntag (Brenntag Aktie) , denn für den Chemikalienhändler wurde die bisherige Kaufempfehlung aufgegeben. Tristan Lamotte erwähnte, das Unternehmen sei zuletzt im Zuge des Nahostkonflikts wegen höherer Preise ein Profiteur gewesen. Da das Abkommen den Konflikt nun erst einmal entschärfe, sollte sich die Lage normalisieren. Der Brenntag-Kurs fiel um 1,6 Prozent.
Im Fokus blieb ansonsten das Ringen um die Übernahme der Commerzbank (Commerzbank Aktie) - vor allem aber wegen des Kursanstiegs bei den Aktien des Bieters Unicredit . Auf dessen nun erreichtem Kursniveau von fast 78 Euro ist die Offerte rechnerisch mehr Wert als die 36,30 Euro, die aktuell für die Commerzbank-Aktien zum Handelsschluss gezahlt wurden. Erstmals würde sich damit eine Annahme des Angebots bezahlt machen, auch wenn der deutsche Staat die Offerte als zweitgrößter Aktionär ablehnt.
Die Aktien von Siltronic gehörten seit Anfang April zu den Titeln, die der globalen Tech-Rally gefolgt waren. Der Waferhersteller nutzte das jüngste Hoch seit 2022 dazu, um sich frisches Kapital zu besorgen. Drei Millionen neue Aktien wurden zu je 91 Euro ausgegeben. Der Kurs näherte sich am Morgen kurz diesem Preis, stabilisierte sich dann aber schnell. Letztlich war der Abschlag bei 94 Euro 3,8 Prozent groß.
Bei Redcare Pharmacy wirkte ein angehobener Jahresausblick nochmals dynamisch nach. Am Vortag hatte er im späten Handel schon ein Kursfeuerwerk ausgelöst, das nun mit einem Kurssprung um nochmals 6,9 Prozent weiter ging. Der Kurs der Online-Apotheke schaffte es erstmals seit Anfang März wieder über die 60-Euro-Marke. Das charttechnische Blatt könnte sich damit längerfristig positiv wenden.
Die Papiere von Thyssenkrupp reagierten nur wenig auf die Nachricht, dass der Stahlkonzern seine Werkstoffsparte, die mittlerweile unter TK Accelis firmiert, noch in diesem Jahr an die Börse bringen will. Die Beschlussfassung ist für eine außerordentliche Hauptversammlung am 7. August vorgesehen. Thyssenkrupp gingen mit einem Minus von 1,5 Prozent aus dem Handel./edh/men
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