Internationaler Bitcoin-Betrugsfall spitzt sich zu: Verdächtiger ausgeliefert
Ein von den USA beschuldigter Unternehmer wurde in Kambodscha festgenommen und nach China überstellt. Im Raum stehen Milliarden in Bitcoin.
Die kambodschanischen Behörden haben den Unternehmer Chen Zhi, Gründer und Vorstandsvorsitzender des Mischkonzerns Prince Group, festgenommen und auf Ersuchen Pekings nach China abgeschoben. Das bestätigte das Informationsministerium in Phnom Penh am heutigen 7. Januar.
Die Festnahme erfolgte nach Angaben der Behörden im Rahmen einer gemeinsamen Untersuchung Kambodschas und Chinas. Ob Chen in China formell angeklagt wird, blieb zunächst offen.
Nach Darstellung der US-Justiz soll Chen ein Netzwerk von Betrugszentren in Kambodscha kontrolliert haben, in denen Menschen unter Zwang arbeiteten. Die Anlagen sollen milliardenschwere Krypto-Investitions- und Romance-Betrugsmodelle betrieben haben, die international als “Pig-Butchering”-Scams bezeichnet werden.
Im Oktober erklärte das US-Justizministerium, es habe die bislang größte Einziehungsforderung seiner Geschichte eingereicht. Gegenstand sind rund 15 Milliarden US-Dollar in Bitcoin sowie Immobilien und weitere Vermögenswerte. Laut kambodschanischen Behörden wurde Chens Staatsbürgerschaft bereits Ende vergangenen Jahres aberkannt.
Der Fall ist Teil einer seit Monaten laufenden Koordination zwischen US-, chinesischen und regionalen Behörden zur Sicherung mutmaßlicher Betrugserlöse. Zusätzlich ist der Komplex Gegenstand diplomatischer Spannungen zwischen Washington und Peking über Herkunft und Eigentum beschlagnahmter Bitcoin-Bestände.
Im November warf Chinas Nationales Computer-Viren-Notfallzentrum den USA laut Bloomberg vor, bereits im Jahr 2020 mehr als 120.000 Bitcoin aus einem chinesischen Mining Pool entwendet zu haben. Ein Teil dieser Bestände sei später in US-Gewahrsam gelangt und stehe nun im Zusammenhang mit dem Verfahren gegen Chen. Die US-Behörden weisen dies zurück und erklären, die sichergestellten Bitcoin stammten aus Betrug und Geldwäsche im Umfeld der Prince Group.
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