Doch er sieht die Lage ganz anders. OpenAI, Anthropic, Google und SpaceX zapfen laut Saylor gerade in nie dagewesenem Ausmaß den Kapitalmarkt an. “In der Geschichte der Welt gab es noch nie 80-Milliarden-Dollar-IPOs”, meint der Permabulle. Um diese Summen aufzubringen, müssten institutionelle Investoren Liquidität schaffen. Verkauft werde alles, was schnell zu Geld gemacht werden könne, darunter auch Bitcoin. “Sie schichten in die heißen neuen Emissionen um”, erklärt der 61-Jährige.
Insbesondere die grenzenlose KI-Euphorie sauge derzeit Kapital aus anderen Anlageklassen. NVIDIA liefert dafür die passenden Zahlen, mit starkem Umsatzwachstum und einem vom Datacenter-Geschäft dominierten Geschäftsmodell. Saylor erwartet, dass 2026 bis zu eine Billion US-Dollar in KI und sogenannte Hyperscaler fließen könnte. “Das wird das größte Jahr für IPOs und Aktienemissionen in unserem Leben”, betont der Strategy-Gründer. Solange diese Mega-Deals laufen, dürfte es Bitcoin schwer haben.
Ganz so eindeutig ist die Erklärung für den Krypto-Abverkauf aber nicht. Laut einem Bitwise-Report geht die Korrektur primär auf beschleunigtes De-Risking nach einem Teilverkauf der Bitcoin-Bestände durch Strategy zurück. Die Nachricht erschütterte kurzfristig das Vertrauen, doch die Analysten bezweifeln, dass die negative Kursdynamik fundamental gerechtfertigt ist. Nun warten die Marktbeobachter gespannt auf Freitag, den 12. Juni, wenn SpaceX an der Nasdaq debütieren und womöglich das teuerste IPO der Geschichte hinlegen soll. Wenn sich die Begeisterung der Investoren legt, könnte auch Bitcoin wieder verstärkt in den Fokus rücken und neue Kapitalzuflüsse verzeichnen.
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