Bhutan unter den Top 5 der größten Bitcoin-Staaten der Welt
Bhutan verwandelt Wasserkraft in Bitcoin und positioniert sich damit als geostrategischer Vorreiter im digitalen Zeitalter. Wie das kleine Königreich heimlich zur Krypto-Macht wurde.
Das kleine Königreich Bhutan ist still und leise zur Krypto-Supermacht aufgestiegen. Das Land verfügt mittlerweile über eine Bitcoin-Reserve im Wert von 1,3 Milliarden US-Dollar – das entspricht rund 40 Prozent seines Bruttoinlandsprodukts.
Damit reiht sich Bhutan hinter den USA und Großbritannien in die Top fünf der weltweit größten staatlichen Bitcoin-Reserven ein. Anders als bei westlichen Staaten stammt das Krypto-Vermögen jedoch nicht aus Beschlagnahmungen, sondern aus eigenem Mining.
Krypto-Bestand des bhutanischen Staatsfonds DHI
Bereits 2019 begann Bhutan, im Verborgenen eine Mining-Infrastruktur aufzubauen. Zunächst mit zwei Computern, später mit vier staatlich betriebenen Farmen. Heute sollen laut Satellitendaten mindestens sechs Mining-Standorte aktiv sein. Unterstützt wird das Projekt von Bitdeer Technologies aus Singapur. Das Unternehmen errichtete zwei weitere Farmen und zahlt für den Strom in US-Dollar – ein Boost für Bhutans Devisenreserven.
Bhutans Vorteil liegt in der Geografie: Das Land im Himalaya erzeugt mit seinen Gebirgsflüssen mehr Wasserkraft, als es verbraucht. Diese Überschüsse werden zunehmend in Bitcoin “gespeichert”.
Wie DHI-Chef Ujjwal Deep Dahal erklärt, diene Bitcoin dem Land als Wertspeicher wie Gold, aber mit einem geopolitischen Nebeneffekt: Es schafft neue, digitale Exportgüter. Premierminister Tshering Tobgay bestätigte, dass mit den Erlösen Gehaltserhöhungen für Staatsbedienstete finanziert werden.
Was Bhutan hier umsetzt, ist ein strategischer Wechsel im Umgang mit Energieüberschüssen. Anstatt Strom zu exportieren – oft mit Abhängigkeit von Nachbarstaaten wie Indien – wird Energie nun direkt in digitales Kapital umgewandelt. Das erinnert an das Konzept “Bitcoin Mining als Stromspeicher”: Überschüssige Energie wird nicht verschwendet, sondern in ein knappes digitales Gut transferiert, das global handelbar ist.
Die Entscheidung Bhutans, Kryptowährungen als Bestandteil seiner wirtschaftlichen Resilienz zu etablieren, hat geopolitische Brisanz. In einer Region, die zwischen chinesischem Überwachungskapitalismus und indischer Digitalisierungsoffensive steht, positioniert sich Bhutan als unabhängiger Akteur mit einem souveränen digitalen Vermögenswert.
Zudem soll das Mining vollständig CO₂-neutral bleiben – erste Pläne dafür wurden bereits 2023 bekannt. Mithilfe von Bitdeer und dem Staatsfonds DHI will Bhutan in moderne, nachhaltige Mining-Zentren investieren und den Sektor mit KI und Carbon-Credit-Plattformen verknüpfen.
Was lange als kurioser Sonderweg belächelt wurde, entwickelt sich zu einem ernstzunehmenden geopolitischen Modell: Bhutan zeigt, wie Energie, Bitcoin und Unabhängigkeit zusammenspielen können – als nachhaltige Strategie für kleine Staaten im digitalen Zeitalter.
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