Stablecoins als Risiko für Banken und Staatsanleihen
Laut de Cos erfüllen aktuelle Stablecoin-Modelle nicht die notwendigen Anforderungen an ein weit verbreitetes Zahlungsmittel. Zwar bieten sie Vorteile wie schnellere grenzüberschreitende Überweisungen und die Integration in Smart Contracts, doch die strukturellen Risiken überwiegen aus Sicht der BIZ. Der BIZ-Manager vergleicht marktführende Coins wie USDT und USDC eher mit börsengehandelten Fonds (ETFs) als mit Bargeld. Er begründet dies mit den Gebühren und Bedingungen bei der Rückgabe auf dem Primärmarkt sowie den teils deutlichen Kursabweichungen auf Sekundärmärkten.
Diese Eigenschaften bergen die Gefahr von sogenannten Bank Runs, so der BIZ-Manager. Da die Emittenten von Stablecoins ihre Reserven häufig in kurzfristigen Staatsanleihen und Bankeinlagen halten, könnten massive Abflüsse aus den Token einen erzwungenen Verkauf dieser Reserven auslösen. In Stressphasen würde dies den Druck auf bereits angespannte Märkte erhöhen und die Finanzierungskosten für Banken unmittelbar in die Höhe treiben.
“Auch für kriminelle Akteure attraktiv”
Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die technische Infrastruktur. Die Nutzung öffentlicher, sogenannter “erlaubnisfreier” Blockchains macht die Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorfinanzierung schwieriger. Ohne maßgeschneiderte Sicherheitsvorkehrungen an den Schnittstellen zum regulierten Finanzsystem bleiben Stablecoins laut de Cos attraktiv für illegale Zwecke.
“Genau die Eigenschaften, die Kryptowährungen und Stablecoins so leicht zugänglich machen, sind auch für kriminelle Akteure attraktiv”, erklärt de Cos. Die BIZ fordert daher dringende Maßnahmen, um die Aufsicht über diese schnell wachsenden digitalen Vermögenswerte zu harmonisieren.

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