Denn im Januar 2025 scheitert James Howells endgültig vor Gericht. Kein Zugang zur Mülldeponie in Newport, keine Genehmigung für Ausgrabungen. Doch das Eigentum an den Bitcoin wird ihm nicht abgesprochen. Diese Lücke nutzt er für einen alternativen Plan: die Tokenisierung seiner Ansprüche.
Der sogenannte Ceiniog Coin soll seine verlorenen Bitcoin auf der Blockchain abbilden. Geplant ist die Ausgabe von Token, die bis zu 21 Prozent seiner Wallet widerspiegeln. Der Start des Projekts ist für Oktober oder November 2025 vorgesehen. Damit will Howells die Kontrolle über seine digitale Identität zurückgewinnen, auch ohne Zugriff auf den Private Key.
Das Ceiniog-Projekt setzt auf Eigentum ohne Zugriff. Token sollen den Wert der verlorenen Bitcoin abbilden und Investoren an potenziellen Erlösen beteiligen. Kritiker warnen: Die Daten könnten längst zerstört sein, der Wert rein spekulativ.
Für Howells zählt ein anderes Argument: Der Private Key ist klein. Nur ein winziger Teil der Festplatte muss intakt sein. Und selbst wenn nur die Hälfte der Daten wiederherstellbar ist, könnte der Rest mit modernen Methoden ergänzt werden.
Schon 2009 schürfte James Howells Bitcoin. Damals reichte ein einfacher Gaming-Laptop aus, um hunderte Coins pro Nacht zu “finden”. Der Waliser fängt 2013 an, auszumisten. Tastaturen, Mäuse, Monitorständer: Als ITler wird er oftmals geradezu überschwemmt von kaputten Hardware-Teilen. “In der Schublade befanden sich zwei Festplatten, die fast identisch aussahen”, erinnert sich Howells. Eine davon enthält all seine persönlichen Daten: Bilder, Musik, den Private Key für seine Bitcoin. Die andere Festplatte ist brandneu, wurde noch nie benutzt. Er ist in Eile und greift nach einer der Festplatten. “Leider habe ich die falsche in den Müll geworfen”, so Howells gegenüber BTC-ECHO.
Was folgt, ist eine jahrelange Odyssee durch Medien, Gerichte und das Krypto-Ökosystem. Investoren aus aller Welt stellen sich hinter ihn. Roboter, KI, Expertenteams – alles wird mobilisiert. Doch Newport blockiert sein Vorhaben konsequent. Die Deponie soll künftig als Solarpark genutzt werden, Howells bleibt außen vor.
“Ziemlich verrückte Reise. Ziemlich verrückte Geschichte. Ziemlich verrückte Situation”, fasst der Waliser im Gespräch mit BTC-ECHO zusammen. “Ich kann sie in keiner Weise ändern. Ich kann mich nicht vor ihr verstecken. Es hat keinen Sinn, deshalb zu weinen”, so Howells.
Die Idee hat längst den Krypto-Space verlassen. Ein US-amerikanisches Produktionsstudio dreht derzeit eine Dokuserie mit dem Titel “The Buried Bitcoin”. Über 200 Unternehmen hatten sich gemeldet, um Howells’ Geschichte filmisch umzusetzen. Die Serie soll nicht nur sein persönliches Drama erzählen, sondern auch die Ideologie hinter Bitcoin greifbar machen.

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