Auslöser ist ausgerechnet Kevin Warsh, der erst vor wenigen Tagen als neuer Vorsitzender der US-Notenbank vereidigt wurde. In der Krypto-Szene galt der frühere Fed-Gouverneur lange als wirtschaftsfreundlich und offen gegenüber Bitcoin. An den Märkten dominiert inzwischen jedoch eine Sorge: höhere Zinsen über einen längeren Zeitraum.
Besonders aufmerksam beobachten Anleger derzeit die Rendite zweijähriger US-Staatsanleihen. Diese stieg zuletzt auf 4,14 Prozent und damit auf den höchsten Stand seit Februar 2025. Die Entwicklung gilt als wichtiger Indikator für die Zinserwartungen der Märkte. Dass die Rendite inzwischen über der aktuellen Zielspanne der Federal Funds Rate liegt, deutet auf eine restriktivere Geldpolitik hin.
Auch die Terminmärkte spiegeln diese Einschätzung wider. Daten der CME Group zeigen, dass Händler inzwischen kaum noch mit Zinssenkungen im kommenden Jahr rechnen. Stattdessen steigt die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im Dezember 2026 auf 25 Basispunkte.
Für Bitcoin ist das ein problematisches Umfeld. Die Kryptowährung profitierte in den vergangenen Jahren häufig von niedrigen Zinsen, hoher Liquidität und einem schwächeren US-Dollar. Bleiben die Finanzierungskosten hoch, sinkt die Risikobereitschaft vieler Anleger. Kapital fließt dann eher in sichere Anlageklassen wie Staatsanleihen.
Dass Kevin Warsh regulatorisch als kryptofreundlich gilt, beruhigt den Markt bislang kaum. Der Analyst Crypto Patel schreibt: “Kryptofreundliche Regulierung ist nicht automatisch gleichbedeutend mit niedrigen Zinsen.” Warsh habe sich in der Vergangenheit mehrfach besorgt über Inflation geäußert und könnte daher eine straffere Geldpolitik bevorzugen.
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