ADX erklärte, die durchschnittliche Netto-Produktion habe im Märzquartal bei 200 BOEPD gelegen. BOEPD (Barrel of Oil Equivalent per Day) bedeutet Barrel Öläquivalent pro Tag. Mit dieser Einheit werden Öl und Gas gemeinsam dargestellt, damit die Gesamtproduktion leichter vergleichbar ist. Nach Angaben des Unternehmens stiegen die in Österreich verkauften Öl- und Gasmengen gegenüber dem Vorquartal um 4 Prozent. Die Felder Zistersdorf und Gaiselberg im Wiener Becken hätten im Quartal durchschnittlich 136 BOEPD, also Barrel Öläquivalent pro Tag, geliefert. Die Bohrungen Anshof-3 und Anshof-2A hätten zusammen 64 Barrel Öl pro Tag zu den Nettoverkäufen beigetragen.
Der Umsatz profitierte laut ADX auch vom höheren Ölpreis. Der durchschnittliche Brent-Ölpreis habe um 27 Prozent auf 80,61 US-Dollar je Barrel zugelegt. Die als Zahlungseingänge ausgewiesenen Verkaufserlöse hätten 2,1 Millionen australische Dollar betragen, nach 1,6 Millionen australischen Dollar im Vorquartal. Der freie Kassenbestand habe zum Quartalsende bei 4,9 Millionen australischen Dollar gelegen. Gebundene Mittel für Garantien und Sicherheiten in Höhe von 1,2 Millionen australischen Dollar seien darin nicht enthalten.
Ein wichtiger Punkt des Quartals war laut ADX das wieder aufgenommene Arbeitsprogramm an Produktionsbohrungen im Wiener Becken. Solche Workovers (technische Eingriffe an bestehenden Bohrungen) sollen die Förderleistung wiederherstellen oder verbessern, ohne neue Bohrungen anzusetzen. Die Firma erklärte, drei Eingriffe an Produktionsbohrungen seien im Gange oder bis Anfang Juni 2026 vorgesehen. Dabei handele es sich um zwei Reparaturen unter Tage und einen Pumpentausch. ADX ordnet diese Arbeiten als Teil der Bemühungen ein, die Produktion aus bestehenden Öl und Gasfeldern zu erhöhen.
Auch das Anshof-Feld blieb ein wichtiger Bestandteil des Produktionsprofils. Dort seien im Märzquartal 8.699 Barrel Öl gefördert worden. Das entspreche einem Anstieg von 4,8 Prozent gegenüber 8.297 Barrel im Vorquartal. Die Produktion von Anshof-3 sei zwar um 4,8 Prozent zurückgegangen, doch Anshof-2A habe um 14 Prozent zugelegt. Zum Quartalsende habe die Feldproduktion bei 101 Barrel Öl pro Tag gelegen. ADX hält laut Bericht 70 Prozent wirtschaftliche Beteiligung am Anshof-Feldgebiet einschließlich Anshof-3 und 60 Prozent an Anshof-2A. Eine wirtschaftliche Beteiligung beschreibt den Anteil an Erlösen und Kosten eines Projekts. Sie muss nicht zwingend mit dem formalen Lizenzanteil identisch sein.
Das Projekt Welchau bleibt nach Angaben des Unternehmens einer der wichtigsten Explorationspunkte. ADX berichtete, bei Tests an Welchau-1 sei Leichtöl gewonnen worden. Das Unternehmen sieht darin eine Bestätigung beziehungsweise weitere Unterstützung der Interpretation einer höher gelegenen Leichtöl-Ansammlung. Leichtöl ist dünnflüssiger als schweres Öl und lässt sich häufig leichter fördern und verarbeiten. Für Welchau nennt ADX 387 BCF (Billion Cubic Feet, Milliarden Kubikfuß) Pmean Gas sowie 31 MMBBL (Million Barrels, Millionen Barrel) Pmean Leichtöl und Kondensat als prospektive Ressourcen.
Der Pmean-Wert ist eine Art Mittelwert aus verschiedenen Schätzungen. Er sagt: Wenn man alle berechneten Möglichkeiten zusammennimmt, kommt im Durchschnitt diese Menge heraus. Ob diese Menge tatsächlich vorhanden ist und gefördert werden kann, muss erst durch weitere Arbeiten bestätigt werden.
ADX weist darauf hin, dass weitere Exploration, Bewertung und Tests nötig seien, um wirtschaftlich gewinnbare Mengen zu bestätigen. Executive Chairman Ian Tchacos erklärte, die jüngsten Fortschritte bei Welchau beruhten auf positiven Leichtöl-Testergebnissen und einer besseren Beschreibung eines tieferen Gas-Kondensat-Potenzials, das mit der historischen Molln-1-Bohrung verbunden sei. Nach Einschätzung des Unternehmens habe sich daraus eine bedeutende höher gelegene Ölansammlung ergeben; zugleich sei das mögliche Gas-Kondensat-Ressourcenpotenzial um das 3,5-Fache gestiegen.
Nach Quartalsende begann ADX mit der Bohrung HOCH-1. Das Bohrloch sei am 16. April 2026 angesetzt worden. HOCH-1 ist laut Unternehmen die erste von drei genehmigten Flachgas-Bohrungen für 2026 in Oberösterreich. Flachgas bedeutet, dass das Ziel vergleichsweise nahe unter der Oberfläche liegt. Solche Bohrungen können bei Erfolg oft schneller bewertet und angebunden werden als sehr tiefe Bohrungen. ADX hält 50 Prozent am HOCH-Prospekt. Das Unternehmen nennt für HOCH eine mittlere prospektive Ressource von 8,0 BCF und einen oberen Fall von 17,3 BCF. Die Zielgesteine seien Sandsteine der Hall-Formation aus dem Miozän. Sandstein kann wie ein natürlicher Speicher wirken, wenn seine Poren Gas enthalten und miteinander verbunden sind.
Ian Tchacos erklärte, HOCH-1 könne im Erfolgsfall rund 750 BOEPD zusätzliche Netto-Gasproduktion für ADX liefern. Diese Einschätzung beruhe auf vergleichbaren Lagerstätten in der Nähe. Sie hängt laut Firma vom Bohrerfolg, von Tests, der Reservenbestätigung sowie einer möglichen Anbindung an Verarbeitung und Pipeline ab.
Parallel arbeitet ADX am C.R150.AU-Explorationspermit im Sizilien-Kanal. Über die Tochter Audax Energy S.r.l. halte das Unternehmen dort 100 Prozent. Das Permit umfasse 346 Quadratkilometer. ADX verweist auf zuvor gemeldete 619 BCF Pmean prospektive Gasressourcen. Im Quartal habe das Unternehmen bei Eni in Mailand seismische Daten geprüft, um geeignete Datenlinien für Kauf und Neubearbeitung auszuwählen. Seismik ist ein Verfahren, bei dem Schallwellen genutzt werden, um Strukturen im Untergrund sichtbar zu machen. Ziel sei es, bestehende Gasziele genauer zu beschreiben und mögliche neue Ziele zu definieren.
ADX meldete eine überzeichnete Platzierung über 4,4 Millionen australische Dollar vor Kosten. Dabei seien 163 Millionen neue Aktien zu 0,027 australischen Dollar je Aktie ausgegeben worden. Die Mittel sollten nach Unternehmensangaben unter anderem für die Bewertung von Welchau-1, die Bohrung HOCH-1, die Vorbereitung weiterer Flachgas-Bohrungen, Datenkäufe im Sizilien-Kanal, die geplante Zweitnotiz in Oslo und allgemeines Betriebskapital eingesetzt werden. Zudem habe ADX im März 2026 Schuldscheine über 500.000 australische Dollar zurückgezahlt und die verbleibenden 750.000 australischen Dollar bis zum 30. September 2027 verlängert. Der Zinssatz liege je nach Tranche bei 10 bis 14 Prozent pro Jahr. Die geplante Zweitnotiz an der Oslo Børs, Euronext Growth, solle laut ADX die Sichtbarkeit bei europäischen Investoren erhöhen, den Handel in der Aktie erleichtern und die Aktionärsbasis verbreitern. ADX bereite beziehungsweise prüfe eine Zweitnotiz innerhalb der nächsten drei bis sechs Monate.
Für das nächste Quartal stellte ADX weitere Arbeiten zur Produktionssteigerung im Wiener Becken, Ergebnisse von HOCH-1 einschließlich möglicher Gas-Produktionstests, Bauvorbereitungen für die genehmigten Flachgasstandorte GOLD und SCHOE, eine Aktualisierung des Prospektinventars, Genehmigungen für eine mögliche Vertiefung von Welchau-1 sowie zusätzliche seismische Arbeiten im Sizilien-Kanal in Aussicht. Laut Management würden die kommenden Monate damit stärker von operativen Ergebnissen geprägt sein. Entscheidend bliebe, ob Bohrergebnisse, Tests, Genehmigungen, Finanzierung und spätere Anbindung aus den geologischen Möglichkeiten wirtschaftliche Produktion machen könnten.
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