Ifo-Chef Fuest: Iran-Krieg kein Desaster, aber Dämpfer
BERLIN (dpa-AFX) - Der Iran-Krieg wird sich nach Einschätzung von Ifo-Präsident Clemens Fuest negativ auf das deutsche Wirtschaftswachstum auswirken - von dramatischen Folgen geht er aber nicht aus. "Es ist zum Glück kein Desaster, aber es ist ein klarer Dämpfer", sagte er im ARD-Morgenmagazin. Er setze darauf, "dass wir das ganz gut überstehen". Deutschland sei nicht mehr so abhängig von Öl (Rohöl) wie in den 70er Jahren.
Dass das Bundeskartellamt überprüfe, ob es Preisabsprachen gebe und Benzinpreise zu sehr in die Höhe getrieben werden, sei "sicherlich wichtig". Die Bundesregierung könne jedoch nur begrenzt gegensteuern - und müsse eher "daran arbeiten, ihre Hausaufgaben zu machen", sagte Fuest.
"Gegen diesen Anstieg der Weltmarktpreise für Energie kann Deutschland allein relativ wenig machen." Auch um Entlastungen etwa für Pendlerinnen und Pendler anzubieten, sei es aus seiner Sicht noch zu früh, sagte der Ifo-Chef. "Darüber wird man eher reden, wenn das Ganze monatelang anhält."
Die Münchner Wirtschaftsforscher gehen bei einem baldigen Kriegsende von einem Wirtschaftswachstum von 0,8 Prozent in diesem Jahr aus - 0,2 Prozentpunkte weniger als ansonsten zu erwarten gewesen wäre. "Damit kann man noch leben", auch wenn das "nicht schön bei dem sowieso niedrigen Wachstum" sei, sagte Fuest. Sollte der Krieg länger andauern, sei dagegen von 0,6 Prozent Wachstum auszugehen - womit laut Fuest der "relativ blutleere Aufschwung" noch mehr gedämpft würde./nkl/DP/zb
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