BERLIN/SCHWEDT (dpa-AFX) - Das Bundeswirtschaftsministerium sieht die Versorgungssicherheit der PCK-Raffinerie in Schwedt in Brandenburg mit neuen Ersatzlieferungen für fehlendes Öl (Rohöl) gestärkt. "Jetzt sind erste Lieferungen über Danzig in Polen angekündigt und in Umsetzung", teilte das Ministerium mit. "Das stärkt die Versorgungssicherheit in Deutschland und Polen und zeigt, wie wichtig Diversität bei den Lieferungen ist."
Für dich zusammengefasst:
Das Bundeswirtschaftsministerium stärkt die Versorgungssicherheit.
Die Raffinerie PCK erhält Öl aus Südamerika über Danzig.
Seit 2023 gibt es kein russisches Öl mehr für die Raffinerie.
Das Bundeswirtschaftsministerium erklärte, es habe sich für die Erweiterung der Lieferwege eingesetzt und begrüße die Lieferungen über Danzig. Dazu habe das Ministerium in Polen "sehr konstruktive und kooperative Gespräche" geführt.
Kein kasachisches Öl über Druschba-Pipeline
Die Raffinerie in Schwedt/Oder nordöstlich von Berlin versorgt Teile von Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Westpolen mit Sprit, Heizöl, Kerosin und anderen Produkten. Im Mai hatte Russland die Durchleitung von kasachischem Rohöl durch die Pipeline Druschba (Freundschaft) gestoppt. Das macht etwa ein Fünftel der verarbeiteten Menge der Raffinerie aus.
Der polnische Kraftstoffhändler Unimot Paliwa teilte am Montag mit, dass die Raffinerie PCK eine Ladung Öl aus Südamerika über Polen erhalte. Die Lieferung über den Hafen von Danzig sei ein Ausgleich für das fehlende Öl aus Kasachstan. Das diene in diesem Fall der Versorgungssicherheit beider Länder.
Ein Sprecher des PCK-Eigners Rosneft Deutschland sagte, es gehe um einen Tanker. Damit soll die Auslastung der Raffinerie bei rund 80 Prozent der Kapazität gehalten werden.
Öl-Embargo als Folge des Russland-Kriegs
Seit dem Jahr 2023 fließt wegen des Embargos als Folge des Angriffskriegs von Russland auf die Ukraine kein russisches Öl mehr zur PCK-Raffinerie in Schwedt. Sie hat etwa 1.200 Beschäftigte.
Die Raffinerie gehört zu 54 Prozent deutschen Töchtern des russischen Staatskonzerns Rosneft, die wegen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine unter Treuhandverwaltung des Bundes stehen. Der Bund darf nach einer neuen Regelung dauerhaft die Kontrolle über Rosneft Deutschland ausüben./vr/DP/zb
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