BYD Seal vor Kulisse
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BYD-Aktie bald bei 10 Euro? – Macht BYD Anleger noch einmal zu Millionären?

Wer beim Börsengang von BYD im Jahr 2002 rund 10.000 Euro investiert hätte, wäre Mitte dieses Jahres Millionär gewesen – und hätte heute immer noch eine Position im Wert von etwa 925.000 Euro. Doch lässt sich dieses Kunststück bei einem Einstieg um 10 Euro noch einmal wiederholen?
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Vom Batterieproduzenten zum globalen E-Auto-Champion

Die Geschichte von BYD ist eine der spektakulärsten Erfolge des chinesischen Kapitalmarkts. Was als Batteriehersteller begann, entwickelte sich in zwei Jahrzehnten zu Chinas größtem Automobilproduzenten – und zu einem der wichtigsten Treiber des globalen Elektrofahrzeug-Booms.

Der Einstieg in das Geschäft mit Elektro- und Plug-in-Hybridfahrzeugen veränderte den Konzern grundlegend. BYD entwickelte zunehmend eigene Halbleiter, Batterien und Antriebsstränge und baute damit eine vertikal integrierte Kostenstruktur auf, die der Konkurrenz in vielen Bereichen voraus ist.

Auch internationale Investoren erkannten früh das Potenzial. Warren Buffetts Berkshire Hathaway stieg 2008 ein und erzielte über die Jahre hohe Gewinne, bevor er die Beteiligung Anfang dieses Jahres vollständig veräußerte und damit mal wieder sein gutes Händchen bewies. Denn ab Mitte des Jahres war es vorbei mit dem Glanz bei BYD. 

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Trotzdem wurden langfristige Anleger reich belohnt: Aus 10.000 Euro beim IPO wären heute fast eine Million Euro geworden – eine Wertentwicklung, die in dieser Form nur selten am Markt vorkommt.

Die glänzenden Jahre sind vorbei – vorerst

Nach Jahren nahezu ungebremsten Wachstums zeigen die jüngsten Zahlen jedoch ein anderes Bild. Im dritten Quartal verzeichnete BYD einen starken Gewinneinbruch. Der Nettogewinn sank gegenüber dem Vorjahr um 32,6 Prozent auf 7,8 Milliarden Yuan. Der Umsatz fiel um 3,1 Prozent auf 195 Milliarden Yuan – der erste Rückgang seit mehr als fünf Jahren – zudem der zweite Gewinnrückgang in Folge und der deutlichste seit über vier Jahren.

Auch der Wettbewerbsdruck nimmt spürbar zu. Während chinesische Hersteller wie Geely und Leapmotor aggressiv in den unteren Preissegmenten expandieren, verliert BYD Marktanteile: In China sank der Anteil im September auf 14 Prozent, nach 18 Prozent im Vorjahr.

Der Quartalsabsatz ging erstmals seit 2020 zurück. Gleichzeitig stockte die Produktion in mehreren der riesigen Megafabriken – ein weiteres Zeichen dafür, dass der atemberaubende Wachstumsturbo der vergangenen Jahre vorerst an Schwung verloren hat.

Der Konzern reagierte mit Rabatten auf Modelle wie den Qin Plus, um im Inland preislich konkurrenzfähig zu bleiben. Auch das Verkaufsziel für 2025 wurde spürbar gekappt – von zuvor rund 5,5 Millionen auf 4,6 Millionen Fahrzeuge, ein Rückgang von 16 Prozent.

Neue Fantasie: Wachstum außerhalb Chinas

Trotz der Abkühlung im Inland sieht BYD im Ausland enorme Chancen – und investiert aggressiv. Der Autobauer ist bereits in 29 Märkten präsent und baut seine Produktions- und Vertriebsstruktur weltweit aus.

In Europa will BYD bis Ende 2025 rund 1.000 Verkaufsstellen betreiben und diese Zahl 2026 verdoppeln. Zudem entstehen Fertigungsstätten in Ungarn und möglicherweise der Türkei; Spanien gilt als Favorit für ein drittes Werk.

Auch in Japan will BYD angreifen. Auf der Japan Mobility Show stellte BYD ein speziell für den japanischen Markt entwickeltes Mini-E-Auto vor.

Laut Einschätzungen eines Citi-Berichts sollen die Regionen Nordamerika und ASEAN 2025 jeweils ein Drittel des Überseeumsatzes ausmachen.

BYD selbst rechnet damit, den Auslandsabsatz im kommenden Jahr auf bis zu 1,6 Millionen Fahrzeuge zu steigern – fast doppelt so viel wie in diesem Jahr. Das Auslandsgeschäft wird damit zum wichtigsten Wachstumstreiber, während der Heimatmarkt schwächelt.

Zudem erwartet das Management sinkende Investitionsausgaben ab 2026, sofern die bestehenden Kapazitäten die Nachfrage decken. Das könnte den Free Cashflow spürbar entlasten.

Fazit: Solide Aussichten, aber keine neue Millionärsmaschine

BYD bleibt ein führender Player im globalen Elektrofahrzeugmarkt – mit einem einzigartig integrierten Geschäftsmodell, starken Exportaussichten und ehrgeizigen Expansionsplänen. Nach einer Phase der Überhitzung folgt nun eine notwendige Normalisierung.

Ein Einstieg um 10 Euro wird Anleger jedoch nicht noch einmal zu Millionären machen. Die Wachstumsdynamik der frühen 2000er-Jahre ist nicht reproduzierbar, die Konkurrenz ist härter, und der Markt ist reifer.

Wer heute investiert, kann aber auf eine solide langfristige Performance setzen, getragen von internationaler Expansion, technologischem Vorsprung und einer deutlichen Erholung der Margen, sobald der Heimatmarkt wieder stabiler wird.

Allerdings ist schwer vorhersehbar, wann die Aktie von BYD wieder in Schwung kommt. Anleger sollten sich noch etwas gedulden oder nur eine kleine Anfangsposition aufbauen. Wir gehen davon aus, dass die Aktie in der Nähe von 10 Euro ihren Boden bildet und dann langsam wieder in Fahrt kommt.

Redaktion Ariva/MW 


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