Ein Automotor. (Symbolfoto)
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Schaeffler: Steigende Fantasie durch Rüstung und Robotik

Eigentlich war der Automobilzulieferer aus Herzogenaurach bei den Anlegern schon so gut wie abgeschrieben. Doch auf einmal ist richtig Dampf in die Aktie gekommen. Schaeffler gewinnt an Fantasie: Der mögliche Einstieg in die Rüstungsbranche und ein starkes Potenzial im Markt für humanoide Roboter eröffnen dem Autozulieferer neue Möglichkeiten.
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Der Autozulieferer Schaeffler sorgt derzeit an den Märkten für Gesprächsstoff – und zwar gleich auf zwei Ebenen. Zum einen prüft das Unternehmen den Einstieg ins Rüstungsgeschäft, zum anderen sehen Analysten im Megatrend humanoider Roboter großes Potenzial. Für Anleger eröffnet sich damit ein neues Spannungsfeld zwischen klassischem Industriegeschäft und Zukunftsvision.

Das in Herzogenaurach ansässige Unternehmen zählt zu den weltweit führenden Automobil- und Industriezulieferern. Mit Präzisionslagern, Antriebs- und Mechatroniklösungen ist Schaeffler tief in globalen Wertschöpfungsketten verankert. Der Konzern liefert sowohl in die Automobilindustrie als auch in zahlreiche Industrieanwendungen und setzt zunehmend auf neue Geschäftsfelder wie E-Mobility.

Die Zahlen für das zweite Quartal signalisierten Stabilität: Der Umsatz lag bei 5,92 Milliarden Euro, ein Minus von 2,2 Prozent im Jahresvergleich. Die bereinigte EBIT-Marge betrug 3,5 Prozent und lag damit in der Mitte der eigenen Zielspanne von 3 bis 5 Prozent. Positiv sticht der freie Cashflow hervor: Nach einem Minus von 155 Millionen Euro im ersten Quartal stand im zweiten Quartal ein Plus von 27 Millionen Euro. Besonders erfreulich entwickelte sich die E-Mobility-Sparte, die ihre Umsätze um knapp 10 Prozent steigern und Verluste deutlich reduzieren konnte.

Vorstandschef Klaus Rosenfeld hat zudem ein neues Kapitel aufgeschlagen: Schaeffler prüft den Einstieg in die Rüstungsindustrie. Gegenüber RTL und NTV betonte er, dass "Kernkompetenzen, die über Jahre in der Automobilzulieferindustrie entwickelt wurden, in der Rüstungsbranche gefragt sind". Als Zulieferer für Land-, Luft- und Seesysteme könne Schaeffler einen Beitrag leisten. An der Börse sorgte diese Perspektive für kräftige Kursgewinne: Seit der Ankündigung im August legte die Aktie um rund ein Drittel zu.

Parallel sorgt die Einschätzung der Citigroup (Citigroup Aktie) für Fantasie. Sie sieht in Schaeffler einen künftigen Champion im Markt für humanoide Aktuatoren: Antriebe, die Roboterarme und -beine bewegen. Jeder humanoide Roboter benötigt Dutzende bis Hunderte solcher Systeme, das Marktvolumen könnte bis 2050 auf über eine Billion Dollar (Dollarkurs) anwachsen. Mit seiner Expertise in Mechatronik und Präzisionslagern gilt Schaeffler als bestens positioniert für diesen Trend.

Fazit: Zwischen Rüstung und Robotik eröffnet sich Schaeffler neue Wachstumsperspektiven. In dieser Woche ist die Aktie an der Marke von 6 Euro abgeprallt. Trotzdem ist das Papier im laufenden Jahr bereits um mehr als 34 Prozent gestiegen. Die Bewertung ist aber weiterhin auf einem tiefen Niveau. Kurse um die 5 Euro könnten daher für langfristig orientierte Anleger eine neue attraktive Einstiegsgelegenheit darstellen.

Redaktion Ariva/MW


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