Rheinmetall-Aktie: Erholung verpufft, droht jetzt der vollständige Kontrollverlust?
Max Gross
Max Gross
Max Gross verfügt über langjährige Börsenerfahrung, davon fünf Jahre als Redakteur bei einem der führenden Anlegermagazine Deutschlands. Für ARIVA.DE bereitet er Markt- und Unternehmensentwicklungen fundiert, praxisnah und mit klarem Fokus auf Anlageentscheidungen auf. Sein Schwerpunkt liegt auf US-Aktien, Dividendenwerten und Value-Titeln. Ziel seiner Arbeit ist es, Anlegerinnen und Anlegern relevante Informationen, konkrete Investmentideen und belastbare Impulse für den langfristigen Vermögensaufbau zu liefern. Dafür setzt er auf die Kombination aus technischer und fundamentaler Analyse.
Die zwischenzeitlich starken Erholungsgewinne der Rheinmetall-Aktie sind inzwischen wieder abgeben. Drohen jetzt neue Jahrestiefs und noch niedrigere Kurse?
Für dich zusammengefasst:
Deutsche Rüstungsaktien, einschließlich Rheinmetall, leiden.
Die Rheinmetall-Aktie fiel nach Auftragsstornierung stark.
Rüstungsaktien im Tal der Tränen, vor allem Rheinmetall (Rheinmetall Aktie) sieht übel aus
Deutsche Rüstungsaktien befinden sich in der Krise. Nach einer jahrelangen, fast ununterbrochenen Rallye sind die Kursanstiege nicht nur zum Erliegen gekommen, sondern es herrschen inzwischen hartnäckige Abwärtstrends, die Anlegerinnen und Anleger zur Verzweiflung treiben. Vor allem viele private Investoren hatten erst zugegriffen, nachdem sich die Anteile von Hensoldt, Renk und Rheinmetall vervielfacht hatten. Sie alle haben vor allem in den vergangenen Wochen und Monaten heftige Verluste erlitten.
Eine rasche Besserung ist derweil nicht in Sicht. Einerseits bleiben die Konzerne hinter den Wachstumserwartungen zurück – ein Problem, das vor allem Rheinmetall belastet – andererseits tut sich angesichts der Entwicklungen im Ukraine- und Iran-Krieg der Verdacht auf, dass deutsche Rüstungskonzerne an den Bedürfnissen des Schlachtfelds der Zukunft vorbeiproduzieren. Kapital ziehen aktuell vor allem Hersteller von Drohnen an, obwohl viele der Start-ups noch gar nicht börsennotiert sind.
Neues Jahrestief voraus oder naht jetzt die Rettung?
In diesem Umfeld verpuffte die Zwischenerholung der Rheinmetall-Aktie nach ihrem historischen Crash infolge der Auftragsstornierung des Fregattenprojektes F126 durch die Bundeswehr schnell. Die Anteile notieren inzwischen wieder unter der Schallmauer von 1.000 Euro und nehmen Kurs auf die bisherigen Jahrestief. Kann die Kurskatastrophe noch abgewendet werden oder ist das Schicksal der Aktie bereits besiegelt?
Nach jahrelanger Rallye ist die Luft jetzt erstmal raus
Übergeordnet handelt die Rheinmetall-Aktie in einem langfristigen Aufwärtstrend. Der allerdings kam bereits im vergangenen Jahr zum Erliegen, nachdem die Aktie monatelang zwischen 1.500 und knapp 2.000 Euro gehandelt hatte, wodurch es zu einer Top-Bildung gekommen war. Diese entlud sich noch vor dem Jahreswechsel in ein Death Cross und damit ein starkes Verkaufssignal.
Zwar konnten die Bullen im Januar noch einmal kontern und sich an das Allzeithoch bei 2.000 Euro heranpirschen, allerdings ging den Käuferinnen und Käufern die Luft aus, ein neues Kaufsignal wurde verpasst und die Aktie korrigierte trotz eines ihre Entwicklung eigentlich begünstigenden Umfelds wachsender geopolitischer Spannungen.
Hartnäckiger Abwärtstrend dominiert das Kursgeschehen
Dadurch kam es zu einem hartnäckigen Abwärtstrendkanal, welcher das Kursgeschehen seit rund einem halben Jahr bestimmt. Selbst mit dem Crash nach dem Aus für das milliardenschwere Fregattenprojekt verließ Rheinmetall seine Range nicht. Es folgte lediglich das Aufsetzen auf der Abwärtstrendunterkante gefolgt von einem Rebound an dessen Oberkante. Technisch ist die Ausgangslage also trotz der hohen Volatilität zuletzt unverändert geblieben.
Aktuell handelt Rheinmetall wieder unter 1.000 Euro. Zwar liegt bei rund 960 Euro noch eine weitere Unterstützung, allerdings ist die Gefahr angesichts der ausgeprägten technischen Schwäche groß, dass sich der laufende Impuls erneut bis zur Abwärtstrendunterkante fortsetzt. Das würde Kurse um 800 Euro bedeuten, ehe es entweder zu einem Ausbruch nach unten und ein Trendverschärfung oder einer weiteren Gegenbewegung kommt.
Weitere Verluste nicht unwahrscheinlich, Eskalation dürfte aber ausbleiben
Mit Blick auf die technischen Indikatoren RSI und MACD ist es gegenwärtig als wahrscheinlicher einzuschätzen, dass Rheinmetall bis an die Unterkante durchgereicht wird, als dass ihr die Verteidigung der Unterstützung bei 960 Euro gelingt. Der RSI ist im Schwächebereich, ohne dass die Aktie bereits stark überverkauft wäre.
Gleichzeitig liegt der MACD weiter unter der Nulllinie und zeigt damit einen intakten Abwärtstrend an. Diese Woche ist er sogar unter seine (rote) Signallinie gefallen, was für eine Trendbeschleunigung zur Unterseite spricht.
Dass die Aktie jedoch aus ihrem Abwärtstrend herausfällt und noch schneller sinkt, ist aktuell nicht zu erwarten, da Rheinmetall zu diesem Zeitpunkt im RSI stark überverkauft wäre, was für eine Gegenbewegung sprechen würde. Was jedoch auch nicht unbedingt zu erwarten ist, ist eine Erholung oder gar eine Trendwende auf dem aktuellen Niveau.
Zwar liegt im RSI bereits eine Bodenbildung vor, während der MACD erste bullishe Divergenzen zeigt, die sind allerdings noch zu schwach ausgeprägt, als dass eine Trendwende der Aktie zwingend wäre. Unter dem Strich ist also weiterhin ein zähes, eher ungünstiges Kursgeschehen zu erwarten.
Auch mit Blick auf die Unternehmensbewertung ist eine dauerhafte Gegenbewegung der Aktie noch nicht zwingend erforderlich. Für 2026 ist Rheinmetall mit einem KGVe von 28 bewertet und für 2027 von 19. Das erscheint optisch wenig, wenn die zwischenzeitlich gewährten Gewinnvielfache als Vergleich herangezogen werden.
Ein Wert um 20 ist aber ein durchaus branchenüblicher Wert – US-Verteidigungskonzerne wie Lockheed Martin oder Northrop Grumman, die nicht minder wachstumsstark sind, notieren gegenwärtig sogar mit Gewinnvielfachen deutlich unter 20.
Das zeigt, dass Rheinmetall auch von fundamentaler Seite eher noch Platz nach unten als nach oben hat. Für Anlegerinnen und Anleger, die in die Aktie einsteigen wollen, heißt es daher weiter, geduldig auf eine nachhaltige Bodenbildung zu warten.
Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen finden Sie jeweils hier: DE000NB66P06 , DE000NB7AFB3 , DE000NB7AUS6 , DE000NB6LET7 , DE000NB6SUD2 , DE000NB6S0S1 . Bitte informieren Sie sich vor Erwerb ausführlich über Funktionsweise und Risiken der Produkte. Bitte beachten Sie auch die weiteren Hinweise zu dieser Werbung.
Im Durchschnitt erleiden 7 von 10 Kleinanlegern Verluste beim Handel mit Turbo-Zertifikaten. Turbo-Zertifikate sind hoch risikoreiche Produkte und nicht für langfristige Anlagestrategien geeignet.
Hinweis:
ARIVA.DE veröffentlicht in dieser Rubrik Analysen, Kolumnen und Nachrichten aus verschiedenen Quellen.
Die ARIVA.DE AG ist nicht verantwortlich für Inhalte, die erkennbar von Dritten in den „News“-Bereich
dieser Webseite eingestellt worden sind, und macht sich diese nicht zu Eigen. Diese Inhalte sind insbesondere durch
eine entsprechende „von“-Kennzeichnung unterhalb der Artikelüberschrift und/oder durch den Link
„Um den vollständigen Artikel zu lesen, klicken Sie bitte hier.“ erkennbar; verantwortlich für
diese Inhalte ist allein der genannte Dritte.