Nach historischem Crash: Das sagen Analysten jetzt zur Rheinmetall-Aktie!

Max Gross Max Gross
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Max Gross verfügt über langjährige Börsenerfahrung, davon fünf Jahre als Redakteur bei einem der führenden Anlegermagazine Deutschlands. Für ARIVA.DE bereitet er Markt- und Unternehmensentwicklungen fundiert, praxisnah und mit klarem Fokus auf Anlageentscheidungen auf. Sein Schwerpunkt liegt auf US-Aktien, Dividendenwerten und Value-Titeln. Ziel seiner Arbeit ist es, Anlegerinnen und Anlegern relevante Informationen, konkrete Investmentideen und belastbare Impulse für den langfristigen Vermögensaufbau zu liefern. Dafür setzt er auf die Kombination aus technischer und fundamentaler Analyse.

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Hinter der Aktie von Rheinmetall liegt nach einem Minus von fast 20 Prozent der schlimmste Tag seit einem Vierteljahrhundert. Was Analysten jetzt raten.
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Minus 18,7 Prozent: Rheinmetall (Rheinmetall Aktie) mit historischen Crash

Für den deutschen Rüstungsprimus Rheinmetall war der Mittwoch ein rabenschwarzer Tag. Ein Minus von 18,65 Prozent bedeutete den höchsten Tagesverlust seit über einem Vierteljahrhundert. Anlass war das Aus für das Fregattenprogramm F126 durch das Verteidigungsministerium, das die Kapazitäten der deutschen Marinestreitkräfte künftig mit Schiffen der MEKO-200-Klasse von TKMS ausbauen wird.

Das Ende des Projektes wiegt für Rheinmetall doppelt schwer. Einerseits verlieren die Düsseldorfer Aufträge im Wert von fast 13 Milliarden Euro. Anderseits hatte der Konzern, um für das größte Marineprojekt nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges überhaupt infrage zukommen, 1,52 Milliarden Euro für den Kauf der Lürssen-Werft (NVL) auf den Tisch gelegt. Für deren Kapazitäten muss nun eine andere Verwendung gefunden werden.

Werte aus dem Artikel:
Northrop Grumman Aktie 500,03 $ +0,14%
Rheinmetall Aktie 946,60 € -0,02%
TKMS AG + Co Aktie 74,00 € -3,39%

So äußern sich jetzt Expertinnen und Experten

Ein Minus von fast 20 Prozent und der Verlust milliardenschwerer Erlöse lässt auch Analystinnen und Analysten nicht unbeeindruckt. Die sind gezwungen, ihre Einschätzungen den neuen Realitäten anzupassen. Eine Übersicht über die aktuellen Stimmen.

Noch am Mittwoch hat das Research-Team der MWB Wertpapierhandelsbank reagiert. Dort wurde das Kursziel geringfügig von 1.450 auf 1.400 Euro gesenkt. Ihre Kaufempfehlung hat die Bank jedoch bekräftigt und dabei auf die Bewertung sowie jüngste Insider-Käufe, unter anderen auch von CEO Armin Papperger, verwiesen.

"Die Streichung der F-126-Fregatte nimmt Rheinmetall das Kronjuwel, das die NVL-Übernahme rechtfertigte und die Marine-Prognose bis 2030 untermauerte. Wir setzen den Marine-Umsatz von 5 Mrd. EUR auf 3 Mrd. EUR zurück – das spiegelt sowohl den Wegfall der zentralen F-126-Erlöse als auch die Realität einer Werft mit Unterauslastung wider“, so die Einschätzung von MWB zum geplatzten Projekt.

Kursziele angepasst, aber Ratings unverändert

Bei der US-Großbank JP Morgan sprach Analyst David Perry zwar von einem "herben Rückschlag" und mutmaßte, dass Rheinmetall die eigenen Ziele für den Auftragseingang in diesem Jahr nicht mehr erfüllen dürfte. Er beließ es jedoch bei seiner neutralen Einschätzung und einem Kursziel von 1.500 Euro.

Eine deutlich drastischere Veränderung nahm Chloe Lemaire vom Research-Haus Jefferies vor. Sie bekräftigte zwar ihre Kaufempfehlung, strich das Kursziel aber massiv von 1.890 auf 1.300 Euro zusammen. Sie sprach in ihrer Analyse von "schwierigen Verhältnissen" und senkte ihre Umsatzprognose um 20 Prozent unter das von Rheinmetall für 2030 anvisierte Ziel. Dass sie trotzdem an ihrer Einschätzung mit "Buy" festhält, begründete sie damit, dass der Rückgang der Börsenbewertung um 10 Milliarden Euro um ein Vielfaches höher läge als der entgangene operative Gewinn aus dem F126-Programm.

Optimismus und Zuversicht überwiegen

Auch bei der DZ Bank vermied man es, jetzt nachzutreten, und entschied sich lieber für die Verteidigung der Aktie. Experte Holger Schmidt bekräftigte  seine Kaufempfehlung und beschwichtigte, der entgangene Deal "tut weh, ist aber kein Beinbruch". Er passte sein Kursziel von 2.188 auf 1.705 Euro an.

Unverändert optimistisch, wenn auch vorsichtig, zeigte man sich auch bei AlphaValue. Hier wurde das Kursziel um 36,2 Prozent auf 2.015 auf 1.286 Euro gekappt. Für die Geschäftsjahre 2026 und 2027 wird mit Gewinnen um 14,8 beziehungsweise 12,4 Prozent unter den bisherigen Schätzungen gerechnet. Stark gekürzt wurde mit -37,6 Prozent die Cashflow-Prognose, da das Wachstumspotenzial nun dauerhaft geringer eingeschätzt wird.

Markt unbeeindruckt, Aktie fällt weiter

Während Analystinnen und Analysten bislang lieber auf Kurszielanpassungen setzen, als ihre Einschätzungen grundsätzlich zu revidieren, halten die Kursverluste auch am Donnerstag an. In einem nach den Micron-Zahlen insgesamt gut aufgelegten Marktumfeld verliert die Rheinmetall-Aktie weitere 2 Prozent an Wert. Die Verluste seit dem Jahreswechsel belaufen sich jetzt auf über 40 Prozent.

Aus charttechnischer Perspektive herrscht hier längst Alarmstufe Rot. Das Papier hat in den vergangenen Wochen und Monaten viele relevante Unterstützungen unterschritten und notiert in einem hartnäckigen Abwärtstrend.

Zwar nähert sie sich mit dem Absturz unter die 1.000-Euro-Marke dessen Unterkante, doch dass hier ein Rebound erfolgt, ist keineswegs sicher. Die technischen Indikatoren sind äußerst schwach und deuten damit auch auf eine mögliche Abwärtstrendverschärfung hin. Die nächsten Supports liegen erst im Bereich von 750 Euro.

24.06.26 - ARIVA.DE Redaktion

Fazit: Das könnte noch nicht das Ende der Verluste sein

Mit Blick auf die Unternehmensbewertung steht (vorbehaltlich weiterer Anpassungen) laut der Daten von MarketScreener für 2026 ein KGVe von 26,5 und für 2027 von 18,1 zu Buche. Das ist längst nicht mehr so teuer wie in der Vergangenheit, liegt aber noch immer über dem Niveau deutlich wachstumsstärkerer US-Mitbewerber wie Lockheed Martin (KGVe 2026: 16,5) oder Northrop Grumman (KGVe 2026: 18,0).

Anlegerinnen und Anleger sollten angesichts dieser Bewertungsunterschiede sowie dem angeschlagenen Chart daher Frieden mit dem Gedanken schließen, dass die Verluste bei Rheinmetall anhalten könnten – ungeachtet eines noch immer überwiegend positiv eingestellten Analystenkonsens.

Autor: ARIVA.DE Redaktion/Max Gross


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