
Die Software-Apokalypse ist gnadenlos – auch gegenüber Paychex
Seit vielen Wochen befinden sich Software-Aktien im freien Fall. Über Jahre hinweg zuverlässige Kursgaranten und Anlegerlieblinge wie Microsoft und SAP haben aufgrund der Furcht vor einer Disruption ihrer Geschäftsmodelle durch KI-Agenten erheblich an Wert eingebüßt. Die Verluste betragen gegenüber den früheren Rekordhochs mehr als ein Drittel.
Von der Kursmisere betroffen ist auch der US-Lohnbuchhalter Paychex. Dessen Abwärtstrend setzte sogar noch früher ein, da der an Fahrt verlierende US-Arbeitsmarkt einen zusätzlichen Belastungsfaktor für den Anbieter von Spezialsoftware darstellt.
Diese Ungewissheit hat das Unternehmen inzwischen mit seinen am Mittwoch vorgelegten Quartalszahlen adressieren können. Die Erlöse kletterten gegenüber dem Vorjahresquartal um 19,9 Prozent auf 1,81 Milliarden US-Dollar und damit um 30 Millionen US-Dollar mehr als erwartet. Von KI-Disruption ist hier bislang nichts zu spüren.
Auch auf der Ertragsseite konnte Paychex (Paychex Aktie) überzeugen. Der bereinigte Gewinn pro Aktie (Non-GAAP) landete mit 1,71 US-Dollar um 4 Cent über den Konsensschätzungen. Dieser Erfolg ist nicht zuletzt dem überproportional hohen EBITDA-Anstieg um 21,1 Prozent zu verdanken. Das demonstriert, dass die Paycor-Übernahme gelingt und schon jetzt für finanzielle Mehrwerte sorgt.
Seine Prognose für das laufende Geschäftsjahr hat das Unternehmen bekräftigt. Das Management rechnet mit einem Anstieg der Erlöse um 16,5 bis 18,5 Prozent, einem Gewinnwachstum von 10 bis 11 Prozent und einer operativen Marge von 43 Prozent. Trotz schwächerem US-Arbeitsmarkt ist also mit anhaltendem Geschäftserfolg zu rechnen.

Das Chartbild ist deutlich angeschlagen, doch es gibt Hoffnung
Nach anfänglichem Zögern freundeten sich Anlegerinnen und Anlegern mit den von Paychex vorgelegten Zahlen an und sorgten am Mittwoch für ein Plus von 3,0 Prozent. Damit konnten die Verluste vom Vortag vollständig wettgemacht werden. Nichtsdestotrotz steht gegenüber dem Stand vor einem Jahr ein Verlust von rund 38 Prozent zu Buche.
Das Chartbild ist dementsprechend schwach. Der tiefste Stand seit mehr als 5 Jahren bedeutet als Mehrjahrestief ein technisches Verkaufssignal. Die Aktie handelt aktuell außerdem unter zahlreichen Unterstützungen, die nun als Widerstände fungieren.
Doch es gibt auch Hoffnung. Im Bereich von 90 US-Dollar zeichnet sich nach monatelangen Verlusten eine Bodenbildung ab. Gleichzeitig liegen im RSI und MACD bullishe Divergenzen und damit potenzielle Vorboten einer Trendwende vor. Ein erstes prozyklisches Kaufsignal ist mit einem Anstieg über die 50-Tage-Linie bei 97,35 US-Dollar zum Greifen nahe, während Kurse unter 90 US-Dollar für neuen Verkaufsdruck sorgen dürften.
Hohe Dividendenrendite, niedrige Unternehmensbewertung
Mit Blick auf die Unternehmensbewertung hat die monatelange Talfahrt ein attraktives Einstiegsniveau geschaffen. Das KGVe 2026 liegt bei 17 und damit um rund 40 Prozent unter dem 5-Jahresmittel von 28 sowie um knapp 12 Prozent unter dem Branchendurchschnitt von 19,2. Auch bei anderen Kennziffern bestehen signifikante Abschläge sowohl gegenüber der historischen Norm als auch gegenüber Mitbewerbern wie Intuit.
Den gegenwärtigen besten Deal seit langer Zeit bietet Paychex hinsichtlich seiner Dividende. Seit 36 Jahren beteiligt das Unternehmen seine Anteilseignerinnen und -eigner. In den vergangenen 12 Jahren wuchs die Ausschüttung kontinuierlich.
Die jährliche durchschnittliche Steigerungsrate (CAGR) liegt auf 10-Jahres-Sicht bei 10,2 Prozent. Das ist nicht nur ein hervorragender Wert, sondern schlägt auch die Inflation um Längen. Aktuell liegt die Dividendenrendite bei 4,6 Prozent. Das ist ein Wert, der zuletzt auf dem Höhepunkt des Corona-Crashs erreicht wurde und stellt mehr als das Dreifache des branchenüblichen Wertes dar.
Das könnte dich auch interessieren | 28.03.26 - ARIVA.DE Redaktion |
Fazit: Attraktiv bewerteter Allrounder für jedes Depot
Der Ausverkauf bei Software-Unternehmen führte auch bei Paychex zu hohen Kursverlusten, doch die jüngst vorgelegten Quartalszahlen beweisen, dass die KI-Ängste übertrieben sind. Außerdem ist Paychex trotz schwächerem US-Arbeitsmarkt stärker gewachsen als erwartet, was die Resilienz des Geschäftsmodells beweist.
Im Chart ist endlich eine Bodenbildung erkennbar, während erste bullishe Divergenzen die Hoffnung auf eine Trendwende schüren. Gleichzeitig sind Unternehmensbewertung und Dividendenrendite hochattraktiv. Diese vielversprechende Ausgangslage sollten Anlegerinnen und Anleger nutzen, sich einige Stücke des langfristig erfolgreichen Dividendenwachstumswert ins Depot zu legen.
Ausschüttungorientierte Investoren finden eine Dividendenrendite von 4,6 Prozent vor, wachstumsorientierte erhalten ein zweistelliges Gewinn- und Dividendenwachstum. Damit eignet sich die Paychex-Aktie für eine Vielzahl von Anlagestrategien.
Autor: ARIVA.DE Redaktion/Max Gross
