- Die Wall Street sorgt sich um hohe Unternehmensbewertungen.
- Palantirs Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei knapp 175.
- Die Aktie fiel unter die 50-Tage-Linie am Donnerstag.
- KI-Boom schwächelt - 5 defensive Top-Picks für 2026! (hier klicken)
Neuer Abverkauf: Die Bewertungsdiskussion ist noch lange nicht zu Ende!
Die Wall Street wird ihre Sorgen um hohe Unternehmensbewertungen vor allem im Technologiebereich und rund um das Thema Künstliche Intelligenz nicht los.
Am Donnerstag kam es vor allem an der NASDAQ erneut zu einem starken Abverkauf, nachdem sich einige Vertreterinnen und Vertreter der US-Notenbank skeptisch bezüglich weiterer Zinssenkungen gezeigt hatten. Ein anhaltend hohes Zinsniveau entzieht den hohen Unternehmensbewertungen allerdings die Grundlage.
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| Strategie | Hebel | |||
| Steigender Kurs |
Call
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5
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10
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15
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| Fallender Kurs |
Put
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5
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10
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Keine Bewertung scheint bei Palantir hoch genug zu sein
Eine besondere Schärfe hat die Debatte bei Palantir gewonnen, nachdem Crash-Prophet Michael Burry eine millionenschwere Short-Wette offengelegt hat – und hierfür den Zorn von CEO Alex Karp auf sich zog. Der hat an einem fallenden Kurs der Aktie freilich kein Interesse, gehört er doch zu den fleißigsten Insider-Verkäufern überhaupt.
Die Kritik am hohen Aktienkurs ist aus einer fundamentalen Perspektive allerdings gerechtfertigt. Nach einer Rallye von zeitweise mehr als 2.000 Prozent in den vergangenen 3 Jahren sind die Kennzahlen ambitioniert, um es vorsichtig auszudrücken.
Das Kurs-Gewinn-Verhältnis bereits für das kommende Jahr liegt bei knapp 175. Das entspricht einer Gewinnrendite von 0,57 Prozent – selbst ein Tagesgeldkonto bietet eine höhere Rendite! Selbst das Kurs-Umsatz-Verhältnis liegt mit 99,5 fast im dreistelligen Bereich. Das bedeutet gegenüber dem Branchenmittel von 3,55 ein Aufschlag von über 3.000 Prozent. Auch unter Berücksichtigung von wachstumsbezogenen Kennziffern wie dem Kurs-Gewinnwachstums-Verhältnis kann die Aktie nicht mehr überzeugen. Das liegt mit 6,4 meilenweit über dem Wert von 1, der in der Fundamentalanalyse als günstig gilt.
Signifikante Abwärtsrisiken auch ohne Super-GAU
Ob Palantir in den kommenden zwei Jahren tatsächlich unter 50 US-Dollar fällt, wie es Michael Burry mit dem Kauf seiner Put-Optionen annimmt, sei dahingestellt. Doch auch der Blick in den Chart suggeriert signifikante Abwärtsrisiken, die Anlegerinnen und Anleger jetzt nicht länger ignorieren und unterschätzen sollten.

Dank Shooting-Star: Der Chart deutet auf ein Top hin
Übergeordnet befindet sich die Aktie in einem hochdynamischen Aufwärtstrend. Auch in diesem Jahr ist es für Palantir hoch hinaus gegangen. Zuletzt kletterten die Anteile sogar deutlich über 200 US-Dollar, hier allerdings ist es mit einem Shooting-Star zu einer Kerze gekommen, die üblicherweise mit Trendwendebewegungen einhergeht. Da das Handelsvolumen an diesem Tag weit über dem Durchschnitt lag, muss außerdem von einem Blow-Off-Top gesprochen werden. Damit könnte ein mittelfristiges Top markiert sein.
Mit Blick auf die technischen Indikatoren sind gegen den Trend der Aktie Abwärtstrends zu erkennen. Es liegen als bearishe Divergenzen vor, die ebenfalls für eine Trendwende sprechen, da insbesondere das letzte Allzeithoch nicht durch neue Hochs von RSI und MACD bestätigt werden konnte.
Selbst eine monatelange Konsolidierung ist jetzt möglich
Am Donnerstag ist das Papier deutlich unter die 50-Tage-Linie gefallen. Zwar liegt zwischen 170 und 172 US-Dollar noch eine Horizontalunterstützung. Solange es vor dem Wochenende aber nicht zu einer starken Gegenbewegung kommt, liegt ein erstes Verkaufssignal vor.
Mit Blick auf den MACD verliert der Aufwärtstrend der vergangenen Monate bereits spürbar an Schwung, er ist deutlich unter die rote Signallinie gefallen und nähert sich nun der Nulllinie, deren Unterschreiten einen Abwärtstrend anzeigen würde.
Das legt nahe, dass es in den kommenden Tagen und Wochen zu einem Aufsetzen auf dem Support bei 150 US-Dollar kommen könnte. Ein Test der 200-Tage-Linie ist ebenfalls schon länger überfällig. Diese liegt gegenwärtig bei rund 137 US-Dollar – selbst hier stünde mit Blick auf die Bewertung für 2026 noch ein KGV von 140 zu Buche.
Wirft man einen Blick auf den Monatschart, sind die Abwärtsrisiken sogar noch höher. Der RSI liegt hier bei knapp 78 Punkten und damit klar im fortgeschrittenen Bereich. Selbst eine Rückkehr auf einen neutralen Wert von 50 Zählern könnte mit einer monatelangen Korrekturbewegung und einer Halbierung des Aktienkurses einhergehen.
Fazit: Eine eigene Liga, aber trotzdem nicht ohne Gefahren
Die Bewertung der Palantir-Aktie bleibt ein heiß diskutierter Gegenstand, erst recht, nachdem Michael "Cassandra" Burry eine Short-Position offengelegt hat. Tatsächlich ist sie aus fundamentaler Perspektive um mehrere hundert Prozent überbewertet. Selbst nach einem Crash um die Hälfte wären die Kennziffern im Branchenvergleich noch immer hoch.
Ähnlich wie Tesla muss man daher annehmen, dass die Aktie in einer eigenen Liga spielt, in welcher der Preis egal ist. Selbst in diesem Fall spricht der Chart aber für eine tiefere Korrektur als in den vergangenen Tagen gesehen. Hier über Gewinnmitnahmen nachzudenken, dafür ist es allerhöchste Zeit!
Autor: ARIVA.DE Redaktion/Max Gross
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