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Netflix-Serie 'Crooks': Jagd nach der 'g'schissenen Münz'n' noch wilder

BERLIN/BANGKOK (dpa-AFX) - Frederick Lau als Tresorknacker Charly und sein österreichischer Weggefährte Joseph Muckstein (Christoph Krutzler) sind zurück: Zwei Jahre nach der ersten Staffel geht jetzt die Fortsetzung der Gangster-Serie "Crooks" bei Netflix (Netflix Aktie) online (14.4.). Und es geht, wie sollte es anders sein, noch immer um die "g'schissene Münz'n" - nur dieses Mal wird dem Goldstück nicht nur in Europa hinterhergejagt, sondern auch in Bangkok.

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Netflix AG ist ein international führendes Streaming-Unternehmen, das eine breite Palette von Serien, Filmen und Dokumentationen über eine Internet-basierte Plattform anbietet.
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Dort hält sich Joseph vor der russischen Mafia versteckt, seinen kleinen runden Schatz immer direkt am Mann. Charly lebt weiterhin in Deutschland, bekommt aber gehörig Druck von der Polizei - denn auch die will die Münze haben. In Wien wiederum wünscht sich der aus Staffel eins bereits bekannte, trottelige Gangster Rio dringend den Tod von Joseph, um einer gefährlichen Erpressung zu entgehen.

Viele neue Gangster und Gestalten

Zusätzlich wird die Handlung mit vielen neuen, skurrilen Gestalten aus dem internationalen Unterweltenkabinett gespickt: Der dem Götterglauben verfallene Niederländer Kees tritt ebenso auf den Plan wie der zugedröhnte österreichische Bar-Betreiber Mückerl, die thailändischen Gangster-Geschwister Achara und Somchai sowie der kugelförmige Tuk-Tuk-Raser Big F.

Die Normalos dieser Serie fallen dabei zunächst kaum auf, aber auch Charlys große Liebe Samira und ihr Sohn Jonas sind wieder mit dabei. Beide werden wieder überzeugend von Svenja Jung und Jonathan Tittel gespielt.

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Irres Tempo vor allem zum Start

Bis die beiden tiefer in die Handlung mitgenommen werden, dauert es allerdings einige Zeit. Denn die Serie schlägt vor allem in der ersten Folge ein irres Tempo an - und dafür sind Samira und Jonas erst einmal nicht zuständig.

Das regeln die Gangster des Casts, und die liefern diesbezüglich auch ab. Wenn gerade nicht geschossen oder geprügelt wird, wird laut rumgeschrien oder geflucht. Vor allem bei Szenen in Bangkok liegt fast durchgehend Spannung, Action und Lebensgefahr in der Luft. Schaltet die Handlung rüber nach Wien oder ins Salzburger Land, können die Zuschauer kurz durchatmen - zumindest in den ersten der sechs Folgen.

"Die gefährlichen Nächte in der Unterwelt Bangkoks im visuellen Wechselspiel mit der archaischen Kraft der österreichischen Alpen: Besonders dieser Kontrast dieser beiden Welten in der neuen Staffel ist ein Alleinstellungsmerkmal für die Show", sagt Regisseur Marvin Kren ("4 Blocks"). Und auch wenn das Tempo in Österreich ein anderes ist - weniger gefährlich ist es da letztlich auch nicht.

Viel Action geht auf Kosten einer ausgefeilten Handlung

Durch die permanente Action und das zunächst sehr hohe Tempo leidet zu Beginn der Plot. Die Geschichte ist komplex, weil viele Charaktere auftauchen und mitmischen. Im Kern lässt sie sich aber auch leicht zusammenfassen: Alle wollen die Münze, die gefühlt zweimal pro Folge den Besitzer wechselt.

"Die Drecksmünze bringt die Dinge in Gang. Sie zerstört alles und jeden", sagt Joseph, der sich mit Charly weiterhin durch die Welt boxt, als seien sie wie Obelix als Kind in Zaubertrank gefallen. In der zweiten Hälfte der Serie nehmen die Macher das Tempo raus, Handlungsstränge finden zueinander - und es entsteht die vermisste Tiefe.

Farbenfrohes Lichtermeer in Bangkok

Im Vergleich zur ersten Staffel ist die Stimmung dabei deutlich düsterer, "Crooks" geht aber auch in Staffel 2 nicht als reiner Thriller durch. Dafür sorgt nicht zuletzt der viele Wiener Schmäh, den Regisseur und Autor Kren zusammen mit Benjamin Hessler und Georg Lippert ins Drehbuch geschrieben haben.

Der eine oder andere Lacher, mindestens ein Schmunzler, ist dadurch bei den Auftritten der österreichischen Gangster gewiss. Und wenn's grad nichts zum Reden gibt, läuft im Hintergrund auch mal Udo Jürgens, während Pistolenkugeln Leben zerstören.

Heist-Serie mit schrägen Vögeln

Die Parallelen zu anderen Serien wie "How to Sell Drugs Online (Fast)", die ebenfalls aus der Sicht teils schräger Gangster und ausgefallener Typen erzählt werden, sind offensichtlich. Das Konzept funktioniert, "Crooks" ist auch in seiner Fortsetzung kurzweilige, spannungsgeladene und sehenswerte Streaming-Unterhaltung (mit den genannten Schwächen).

Wer die erste Staffel nicht gesehen hat, sollte das aber zunächst nachholen, um vor allem jene Charaktere besser kennenzulernen, die schon vor zwei Jahren bei der Jagd in Berlin, Wien und Marseille mitgemischt haben - etwa den naiv-trotteligen und dadurch gefährlichen Rio, den man manches Mal einfach gern in den Arm nehmen und aus dem Mafia-Sumpf herausziehen würde.

Damals haben sich die "Crooks"-Macher mehr darum gekümmert, den Zuschauer vor allem an die Protagonisten zu binden. Denn eigentlich soll "Crooks" nicht nur eine wilde Verfolgungsjagd sein, sondern "eine Geschichte über zwei Einzelgänger, die sich in der rauen Welt der Verbrecher zusammenschließen müssen, um zu überleben, und dabei zu unzertrennlichen Freunden werden", so Regisseur Kren. Gerade zum Ende hin überwiegt aber doch der blutige Kampf auf Leben und Tod./nif/DP/zb

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