Earnings-Woche der Wahrheit: Banken, Netflix, J&J – diese Zahlen könnten alles drehen
27 Schwergewichte legen Zahlen vor. Banken, Johnson & Johnson und Netflix müssen jetzt zeigen, wie sie mit Unsicherheit, Energiepreisen und nervösen Märkten umgehen. Darauf schaut die Wall Street ganz genau.
Die Berichtssaison in den Vereinigten Staaten nimmt in dieser Woche deutlich Fahrt auf. 27 Unternehmen aus dem S&P 500 legen Zahlen vor. Für Anleger geht es dabei nicht nur um Gewinne, sondern vor allem um Ausblicke in einer Phase erhöhter Unsicherheit durch den Konflikt im Nahen Osten.
Noch wirken die Erwartungen robust. FactSet rechnet für den S&P 500 im ersten Quartal derzeit mit einem Gewinnwachstum von 12,6 Prozent. Damit wäre es das sechste Quartal in Folge mit einem zweistelligen Plus.
Zugleich zeigt die Historie, dass die endgültige Wachstumsrate noch höher ausfallen könnte. In den vergangenen zehn Jahren lagen die tatsächlich gemeldeten Gewinne im Schnitt um 7,1 Prozent über den Schätzungen. Daraus ergibt sich laut FactSet für das erste Quartal sogar ein mögliches Gewinnwachstum von rund 19 Prozent.
Im Mittelpunkt stehen nun vor allem die großen Banken
JPMorgan Chase, Wells Fargo (Wells Fargo Aktie) und Citigroup (Citigroup Aktie) berichten am Dienstag vor Börsenbeginn. Laut LSEG wird bei JPMorgan Chase im ersten Quartal ein Anstieg von Gewinn und Umsatz um jeweils rund 7 Prozent erwartet.
Bei Wells Fargo rechnen Analysten mit einem Gewinnwachstum von mehr als zehn Prozent.
Für Citigroup liegt die Erwartung sogar bei einem Gewinnsprung von mehr als 30 Prozent. Barclays-Analyst Jason Goldberg hob laut CNBC bereits zu Monatsbeginn seine Schätzungen für Citigroup an und verwies auf starken Rückenwind aus Investmentbanking und Handel.
Auch Johnson & Johnson steht am Dienstag im Fokus
Der Pharmakonzern gehtmit Rückenwind in die Zahlen. Die Aktie hat seit Jahresbeginn rund zweistellig zugelegt. Laut LSEG dürfte der Gewinn pro Aktie im Jahresvergleich leicht gesunken sein. Daten von Bespoke zeigen allerdings, dass Johnson & Johnson die Erwartungen in 95 Prozent der Fälle übertrifft. Die Reaktion der Aktie fällt an Berichtstagen im Schnitt dennoch eher moderat aus.
Am Mittwoch folgen Bank of America (Bank of America Aktie) und Morgan Stanley. Für Bank of America erwartet LSEG ein Gewinnwachstum von rund zehn Prozent. HSBC hatte die Aktie Ende März auf "Kaufen" hochgestuft.
Analyst Saul Martinez sieht Spielraum für ein Gewinnwachstum im mittleren zweistelligen Bereich über die kommenden Jahre, sofern sich das wirtschaftliche Umfeld nicht deutlich verschlechtert. Bei Morgan Stanley rechnen Analysten laut LSEG mit einem Gewinnplus von rund 15 Prozent. Die Bank hatte im vergangenen Quartal vor allem von der Vermögensverwaltung profitiert.
Am Donnerstag richtet sich der Blick auf Netflix
Der Streamingkonzern veröffentlicht seine Zahlen nach Börsenschluss. Laut LSEG wird ein Gewinnwachstum von rund 15 Prozent erwartet. Goldman Sachs zeigte sich im Vorfeld optimistisch und stufte die Aktie von "Neutral" auf "Kaufen" hoch. Analyst Eric Sheridan begründete das mit einer klaren strategischen Ausrichtung auf Inhalte, Live-Unterhaltung, Creator-Inhalte, Spiele und attraktive Kapitalrenditen für Aktionäre.
Wall Street steht vor einer entscheidenden Woche.
Noch wichtiger als die Gewinnzahlen dürften die Aussagen der Unternehmen sein, wie sie mit höheren Energiekosten, geopolitischer Unsicherheit und einer zunehmend nervösen Konjunkturlage umgehen. Genau dort dürfte sich entscheiden, ob aus einem erwarteten Gewinnwachstum von 12,6 Prozent am Ende tatsächlich eine deutlich stärkere Berichtssaison wird.
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