Trotz Cashflow-Delle: Warum HSBC an Microsoft festhält

Julian Schick Julian Schick
Julian Schick Julian Schick
Julian Schick schreibt seit 2020 über die Themen, die Anleger bewegen – mit einem besonderen Fokus auf Aktienanalysen, Dividendenstrategien und ETFs. Der ausgebildete Journalist absolvierte die Kölner Journalistenschule und sammelte Erfahrungen unter anderem beim Handelsblatt, der Financial Times Deutschland sowie Euronews und WDR5. Für Ariva bringt er fundiertes Marktwissen und einen klaren Blick für das Wesentliche mit.

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Die Niederlassung von Microsoft.
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HSBC senkt das Kursziel für Microsoft leicht, bleibt aber bei "Kaufen". Starkes Azure-Wachstum trifft auf steigende Milliardeninvestitionen. Was Anleger jetzt über Cashflow und Bewertung wissen sollten.
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Hinweis

Die Analysten von HSBC bleiben bei Microsoft optimistisch, drehen aber leicht an der Preisschraube nach unten. In einer aktuellen Studie bekräftigt die Bank ihre Kaufempfehlung für den Softwarekonzern, senkt das Kursziel jedoch von 571 auf 567 US-Dollar. Bei einem aktuellen Kurs von 383,34 US-Dollar entspricht das immer noch einem Aufwärtspotenzial von knapp 48 Prozent.

Cloud-Sparte bleibt Wachstumsmotor

Für das gerade abgelaufene vierte Geschäftsquartal (Fiskaljahr endet im Juni) rechnet HSBC mit einem Umsatzplus von rund 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr, angetrieben vor allem von der Cloud-Sparte Azure. Dort sehen die Analysten ein Wachstum von fast 40 Prozent und damit sogar mehr, als Microsoft selbst in Aussicht gestellt hatte. Auffällig: Laut HSBC gab es im Quartal Hinweise auf Engpässe bei Grafikchips, die zu höheren Preisen führten. Als Beleg nennen die Analysten, dass SpaceX offenbar eigene Rechenkapazitäten zu ungewöhnlich hohen Preisen an Anthropic und Google vermietet habe, was auf zusätzliches Aufwärtspotenzial bei den Azure-Schätzungen hindeuten könnte.

Milliardeninvestitionen drücken auf den Cashflow

Werte aus dem Artikel:
Microsoft Aktie 348,65 € +0,65%

Der Wermutstropfen: Microsoft muss weiter kräftig investieren. Die Investitionsausgaben sollen im vierten Quartal auf rund 41 Milliarden US-Dollar steigen, deutlich mehr als im Vorquartal. HSBC erwartet, dass der freie Cashflow im Geschäftsjahr 2027 sogar leicht ins Minus rutscht, bevor er sich bis 2030 auf rund 132 Milliarden US-Dollar erholt. Die Analysten sprechen von einer "Delle", die durch den plötzlichen KI-getriebenen Investitionsschub ausgelöst wurde, während sich das langfristige Wachstum weiterhin sehen lassen könne.

Auch bei der Effizienz der eingesetzten Vermögenswerte gibt es Luft nach oben. Weil ein wachsender Teil der Infrastruktur auf teure Grafikchips statt auf klassische Rechenzentren entfällt, dürfte die sogenannte Kapitalumschlagsrate mittelfristig weiter sinken. Microsoft könnte diesem Effekt aber entgegenwirken, indem der Anteil kurzlebiger, direkt umsatzwirksamer IT-Ausrüstung am Anlagevermögen steigt.

Bei der Bewertung sieht HSBC Microsoft weiterhin im Branchenvergleich attraktiv positioniert, bei einem für 2027 erwarteten Gewinnvervielfacher von unter 17. Das Kursziel basiere auf einem langjährigen Durchschnittsmultiplikator, obwohl das erwartete Gewinnwachstum inzwischen höher liege als in der Vergangenheit.


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