Cloud-Wachstum zieht an, Softwarewerte bleiben unter Druck. Doch genau in dieser Spaltung sieht DNB-Fondsmanager Marius Wennersten neue Chancen. Wo Anleger jetzt genauer hinsehen sollten.
Für dich zusammengefasst:
Cloud-Anbieter wachsen stark: AWS, Azure, Google Cloud.
Software-as-a-Service-Aktien verloren über 30 Prozent.
Wennersten bleibt optimistisch für den Technologiesektor.
Besonders robust zeigt sich aus seiner Sicht die Infrastruktur. Die Investitionen der großen Cloud-Anbieter treiben das Wachstum kräftig an. Amazon (Amazon Aktie) Web Services steigerte sein Wachstum im Jahresvergleich von zwölf auf 24 Prozent, Microsoft Azure von 32 auf 39 Prozent und Google (Alphabet A Aktie) Cloud von 22 auf 48 Prozent.
Trotz rückläufiger Free-Cashflow-Margen blieben die operativen Margen stabil. Wennersten verweist dabei auf starke Kundenbindung und Skaleneffekte. Zusätzlichen Schub bringe agentische künstliche Intelligenz. Anthropic und OpenAI hätten ihre Umsatzbasis in den vergangenen Monaten jeweils mehr als verdoppelt.
Viele Unternehmen dürften ihre Rechenleistung weiterhin über etablierte Plattformen wie Amazon Web Services, Azure und Google Cloud beziehen. Das mache das Chance-Risiko-Verhältnis bei den Hyperscalern aus seiner Sicht attraktiv.
Der Morgan-Stanley-Korb für Software-as-a-Service-Aktien verlor in den vergangenen zwölf Monaten über 30 Prozent, während der Nasdaq zweistellig zulegte. Wennersten sieht darin teils reale Belastungen, etwa durch Bündelung, sinkende Wechselkosten und veränderte Geschäftsrollen.
Zugleich hält er die Sorgen über selbst entwickelte Software und sogenanntes Vibe-Coding teilweise für überzogen. Vor allem breiter aufgestellte Plattformen mit starker Geschäfts- und Technologiebasis seien widerstandsfähiger, als es die aktuellen Bewertungen nahelegten.
Grundsätzlich bleibt Wennersten für den Technologiesektor optimistisch. Die langfristige Stärke der Branche sei vor allem von hohem Gewinnwachstum getragen worden. Agentische künstliche Intelligenz sei nun der nächste Schritt dieses Produktivitätszyklus.
Gleichzeitig mahnt er zur Disziplin. Chancen sieht er bei Unternehmen mit unterschätzter Ertragskraft und solider Cash-Generierung. Risiken liegen für ihn in überzogenen Erwartungen rund um künstliche Intelligenz, politischen Unsicherheiten und möglichen Überkapazitäten bei ausgewählten Hardware-Bereichen.
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