"Die Lufthansa war ein Unternehmen des Nationalsozialismus", sagt der Göttinger Historiker Manfred Grieger, Mit-Autor einer neuen Unternehmensgeschichte. Diese Symbiose sei der Lufthansa mit dem Ende des Weltkriegs zum Verhängnis geworden. "Das Unternehmen ist vollständig untergegangen mit dem Regime, an das man sich gekettet hatte."
Neue Firmengeschichte zum Jubiläum in Auftrag gegeben
Mit den 100-Jahr-Feierlichkeiten, die im April ihren Höhepunkt finden, nimmt der MDax
Zum Jubiläum hat Lufthansa eine neue Firmengeschichte in Auftrag gegeben, die auch diesen Abschnitt kritisch beleuchtet. Das Buch der Historiker Hartmut Berghoff, Manfred Grieger und Jörg Lesczenski soll im März erscheinen. Auch eine Ausstellung im neuen Konferenz- und Besucherzentrum befasst sich unter anderem mit der Entwicklung in der Zeit der nationalsozialistischen Herrschaft in Deutschland.
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Call
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20
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Put
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Einsatz von Zwangsarbeitern soll weiter erforscht werden
Dass die Geschichte nun vollständig in einem Werk dargestellt werde, sei das Besondere, erklärt Andrea Schneider-Braunberger von der beteiligten Gesellschaft für Unternehmensgeschichte. Bislang hätten nur acht Prozent aller Unternehmen, die schon während der NS-Zeit existierten, ihre Rolle professionell in einer eigenen Studie aufarbeiten lassen.
Lufthansa-Chef Spohr distanzierte sich von früheren Bemühungen, die Rolle des Unternehmens im Nationalsozialismus auszublenden und sich ausschließlich auf die Neugründung nach dem Weltkrieg zu berufen. Der offene Umgang und Transparenz zum Thema fänden großen Rückhalt in der Belegschaft.
Lufthansa kündigte an, weitere Forschungen zum Einsatz der Zwangsarbeiter zu unterstützen. Es seien neue Quellen in polnischen und tschechischen Archiven entdeckt worden, die eine genauere Betrachtung der Opferschicksale erlaubten. An der Studie soll Grieger ebenfalls mitarbeiten./ceb/DP/stk
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