HAMBURG (dpa-AFX) - Die Kombination aus einem Streik, starkem Wettbewerb und einer geringen Auslastung der Werke hat den Gabelstapler-Hersteller Jungheinrich zu Jahresbeginn belastet. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) halbierte sich im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum nahezu auf 56,5 Millionen Euro, wie der Konzern am Freitag überraschend in Hamburg mitteilte. Zudem enthalte das operative Ergebnis die bereits bekannten einmaligen Belastungen aus dem im Februar abgeschlossenen Verkauf der russischen Tochtergesellschaft, sowie aufgekommenen Kosten im Zusammenhang mit dem laufenden Sparprogramm. Anleger reagierten verschreckt.
Für dich zusammengefasst:
Streik und Wettbewerb belasten Jungheinrich im Q1.
Der Gewinn vor Steuern fiel auf 56,5 Millionen Euro.
Der Auftragseingang stieg auf 1,5 Milliarden Euro.
Die im MDax notierte Vorzugsaktie von Jungheinrich rutschte prozentual zweistellig ab auf das tiefste Niveau seit einem Jahr. Allein 2026 hat sie über ein Viertel an Wert eingebüßt. Der Kursrutsch zum Wochenausklang belastete auch den Wettbewerber Kion, dessen Aktie gut 5 Prozent nachgab.
Der Auftragseingang stieg den vorläufigen Zahlen zufolge im ersten Quartal verglichen mit dem Vorjahreszeitraum von knapp 1,4 auf gut 1,5 Milliarden Euro, da Kunden angesichts von Preiserhöhungen Bestellungen vorzogen. Der Umsatz ging hingegen leicht zurück von 1,30 auf 1,27 Milliarden Euro. Die operative Marge verschlechterte sich entsprechend von 8,0 auf 4,4 Prozent. Die Jahresziele bestätigte das Management, laut der die Rendite zwischen 7,2 bis 8,0 Prozent liegen soll.
Jungeinrich führte als Gründe für die schwache Profitabilität im ersten Quartal einen erhöhten Preisdruck aufgrund eines intensiven Wettbewerbsumfeldes an, ebenso wie negative Auslastungseffekte und den im Februar beendeten Streik im Werk Lüneburg. Dies habe insgesamt zu einer im Vorjahresvergleich geringeren Bruttomarge geführt.
Jungheinrich und auch der Konkurrent Kion spüren Preisdruck, weil vor allem chinesische Hersteller seit geraumer Zeit auf den europäischen Markt drängen und insbesondere das Einstiegssegment aufmischen. Die angebotenen günstigeren Maschinen und Geräte sind nicht zuletzt wegen der konjunkturellen Schwäche in Europa und insbesondere Deutschland bei den Kunden gefragt.
Die Entkonsolidierung der im Februar veräußerten russischen Tochtergesellschaft schlug als Einmaleffekt mit 20 Millionen Euro zu buche. Und auch das seit vergangenen Sommer laufende Sparprogramm belastete den operativen Gewinn mit einer Million Euro.
Die endgültigen Zahlen für das erste Quartal will Jungheinrich am 7. Mai vorlegen./lew/err/jha/
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