ROUNDUP 2: Evonik baut bis Ende 2029 weitere 3.200 Stellen ab - Kurs unter Druck

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(neu: Schlusskurs, Stellungnahme Gewerkschaft IGBCE im letzten Absatz.)

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ESSEN (dpa-AFX) - Der Spezialchemiekonzern Evonik weitet den Konzernumbau mit einem weiteren Stellenabbau noch einmal aus. "Die weltpolitische Lage ist unsicher und das wirtschaftliche Wachstum ist anhaltend schwach", sagte Vorstandschef Christian Kullmann am Donnerstag laut Mitteilung. Zugleich werde der internationale Wettbewerb immer härter.

Die Aktie verlor bis zum Handelsschluss 3,2 Prozent. Seit Jahresanfang steht zwar noch ein Kursplus von gut 14 Prozent, aber der Anteilsschein hat innerhalb eines Jahres gut 17 Prozent an Wert verloren.

Vorstand und Sozialpartner hätten sich auf Maßnahmen verständigt, die sämtliche Geschäfts- und Verwaltungseinheiten weltweit einbeziehen würden, teilte der MDax -Konzern in Essen mit. Dazu zählt auch ein weiterer Stellenabbau. Von 2027 bis Ende 2029 sollen insgesamt 3.200 Stellen wegfallen, davon 2.150 in Deutschland.

Evonik sieht dafür erhebliches Potenzial durch gesteigerte Effizienz, Digitalisierung und Outsourcing. Zudem sollen Optionen für eine Verlagerung von Verwaltungsteilen ins Ausland geprüft werden. Bis Ende 2026 sollen bereits durch laufende Spar- und Effizienzprogramme rund 2.800 Stellen wegfallen.

Werte aus dem Artikel:
Evonik Industries Aktie 15,24 € -2,87%

"Der Stellenabbau wird auch künftig sozialverträglich gestaltet", sagte Personalvorstand Thomas Wessel. Die Details dazu sollen in den kommenden Wochen ausgearbeitet werden. Per Ende März 2026 beschäftigte Evonik mit 30.643 Mitarbeiter mehr als 900 weniger als ein Jahr zuvor.

Zudem kündigte der Chemiekonzern an, das Polyester-Geschäft mit einem Jahresumsatz von rund 150 Millionen Euro einzustellen. Das Geschäftsfeld sei seit Jahren nicht mehr profitabel, hieß es. Der Standort Witten mit 266 Beschäftigten werde 2027 geschlossen. Am Standort Marl sollen 45 Stellen wegfallen, in der Produktionsanlage im chinesischen Shanghai 35 Stellen.

Evonik-Chef Kullmann baut den Konzern schon seit Jahren um, um ihn robuster aufzustellen und um in zukunftsträchtigere Geschäftsfelder zu expandieren. Von Massengeschäften verabschieden sich die Essener, weitere Verkäufe stehen noch an. So strebt Evonik die Trennung vom Geschäft mit Standardchemikalien der Sparte Performance Materials an, zu der neben dem bereits verkauften Superabsorber-Bereich auch der C4-Verbund rund um petrochemische Zusätze für Kautschuk, Kunststoffe und Spezialchemikalien zählt.

Um die Komplexität zu reduzieren und die Hierarchien flacher zu gestalten, bündelte Evonik die Chemiegeschäfte in die zwei Sparten Custom Solutions und Advanced Technologies. Der Umbau wirkte sich auch auf den Vorstand aus - und auf das Management. Die beiden tragenden Säulen von Evonik übernahmen im Vorstand vor gut einem Jahr die Amerikanerin Lauren Kjeldsen und die Französin Claudine Mollenkopf.

Das Segment Custom Solutions stellt etwa Produkte für die Kosmetik- und Pharmaindustrie her. Der Bereich soll auch in Nischenmärkten aktiv sein und dort Lösungen für Kunden entwickeln. Im Segment Advanced Technologies werden unter anderem Hochleistungskunststoffe und Wasserstoffperoxid sowie Ergänzungsmittel für die Tier-Nahrung produziert.

Die Gewerkschaft IGBCE nannte die angekündigten Einschnitte einen "harten Schlag für die betroffenen Kolleginnen und Kollegen". Jetzt müsse sich zeigen, dass die vereinbarten Schutzmechanismen konsequent griffen, erklärte das Mitglied des geschäftsführenden Hauptvorstandes der IGBCE, Alexander Bercht. Positiv sei zu bewerten, dass der vereinbarte Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen weiterhin gelte und für einen Großteil der Belegschaft Eingriffe in übertarifliche und tarifliche Leistungen verhindert werden seien. "Darüber hinaus konnten Eckpunkte vereinbart werden, die verhindern, dass eine erhebliche Anzahl von Arbeitsplätzen von Deutschland ins Ausland verlagert wird."/mne/err/men


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