Messestand von DroneShield mit einer Drohnenabwehrwaffe auf einem Praesentationstresen.
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DroneShield: Vom Überflieger zum Absturz-Kandidat – wer vor einem Monat gekauft hat, sieht nur noch Rot!

Wer bereits Anfang des Jahres bei DroneShield eingestiegen ist, hatte einen Börsenstar im Depot. Wer hingegen vor vier Wochen zugegriffen hat, kämpft heute mit einem Minus von rund 45 Prozent. Während institutionelle Anleger die Aktie inzwischen als verbrannt abhaken, spekulieren Privatanleger ernsthaft noch auf eine Chance – wirklich jetzt?
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DroneShield Ltd 2,235 € DroneShield Ltd Chart -3,87%
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Die Aktie des australischen Drohnenabwehrunternehmens DroneShield steht nach einer Reihe hausgemachter Fehler massiv unter Druck. Innerhalb weniger Wochen verlor der Kurs mehr als 60 Prozent an Wert – ein Absturz, der vor allem auf das Verhalten des Managements und eine verunglückte Kommunikation zurückzuführen ist. Besonders bemerkenswert: Während institutionelle Investoren inzwischen auf Distanz gehen, greifen ausgerechnet viele Privatanleger zu. Doch ob dieser Optimismus gerechtfertigt ist, bleibt fraglich.

Massive Insiderverkäufe setzen die Aktie unter Druck

Auslöser der Korrektur waren außergewöhnlich umfangreiche Aktienverkäufe durch die Führungsriege. CEO Oleg Vornick veräußerte allein 14,8 Millionen Aktien im Gegenwert von rund 49,5 Millionen AUD. Kurz darauf folgten Chairman Peter James mit Verkäufen über 12,4 Millionen AUD sowie Director Jethro Marks, der weitere 4,9 Millionen AUD abstieß. Insgesamt gelangten damit Wertpapiere im Umfang von rund 70 Millionen AUD auf den Markt.

Der Kurs reagierte entsprechend heftig: An einem einzigen Handelstag fiel die Aktie um über 31 Prozent. Der Rückzug des Managements wurde am Markt als deutliches Misstrauensvotum interpretiert.

Kommunikationspanne verstärkt den Vertrauensschaden

Für weitere Verunsicherung sorgte ein zunächst vermeldeter und später zurückgezogener 7,6-Millionen-US-Dollar-Auftrag der US-Regierung. Das Unternehmen erklärte, es habe sich lediglich um die Neuauflage einer bestehenden Order gehandelt. Doch der Schaden war bereits angerichtet: Die kurzfristige Korrektur stützte den Eindruck, dass interne Prozesse und externe Kommunikation nicht ausreichend abgestimmt sind.

Institutionelle Anleger ziehen sich zurück

Die Summe dieser Ereignisse hat Folgen: Laut Einschätzungen des Hausbrokers Bell Potter haben sich institutionelle Investoren weitgehend zurückgezogen. Die Australian Financial Review berichtet, das Interesse größerer Adressen sei auf absehbare Zeit "erstickt". Für ein wachstumsorientiertes Technologieunternehmen ist der Verlust stabiler, langfristiger Investoren ein ernstes strukturelles Problem.

Auch wenn Bell Potter zuletzt an seiner positiven Bewertung festhielt und ein Kursziel von 5,30 AUD bestätigte, bleibt unklar, ob diese Einschätzung unter dem Eindruck der jüngsten Entwicklungen Bestand haben kann.

Privatanleger kaufen – doch die Risiken überwiegen

Trotz der massiven Kursverluste war DroneShield zuletzt eine der meistgehandelten Aktien in Australien. Rund 71 Prozent der Transaktionen entfielen auf Käufer – überwiegend Privatanleger, die den jüngsten Rückgang als Einstiegschance sehen. Tatsächlich liegt die Aktie im Jahresvergleich trotz des Absturzes noch rund 200 Prozent im Plus, was die außergewöhnliche Volatilität verdeutlicht.

Für langfristig orientierte Anleger bleibt jedoch das Problem bestehen: Ohne Rückhalt institutioneller Investoren wird der Kurs anfällig bleiben – sowohl für stärkere Schwankungen als auch für erneute Vertrauensschäden, wie der Mittwoch unter Beweis stellt. 

US-CEO Matt McCrann, seit 2019 im Unternehmen und seit 2022 Leiter des amerikanischen Geschäfts, ist da mit sofortiger Wirkung zurückgetreten. Die Nachricht kam ohne Vorwarnung, und ließ die Aktie erneut zweistellig einbrechen.

Fazit: Rücksetzer eher Risiko als Chance

Für langfristige Investoren stellt sich damit die Frage nach der künftigen Stabilität des Titels. Der Rückzug institutioneller Anleger wiegt schwer, denn er entzieht dem Unternehmen jene Investorengruppe, die typischerweise für Kurskontinuität sorgt.

Die jüngsten Geschehnisse haben das Grundvertrauen in die Unternehmensführung und die Kommunikationsqualität beeinträchtigt und damit eine strukturell schwierigere Ausgangslage geschaffen. Ohne eine deutliche Verbesserung der Transparenz und eine klare Stabilisierung auf der Eigentümerseite bleibt die Aktie vor allem eines: ein spekulatives Papier, das kurzfristig Chancen, langfristig jedoch erhebliche Risiken birgt.

Daher sollten sich nur Daytrader mit der Aktie beschäftigen. Langfristige Investoren sollten die Achterbahnfahrt der Aktie lediglich aus der Ferne beobachten. Sollte es der Kurs schaffen, im Bereich von einem Euro einen Boden zu bilden, dann könnte vielleicht etwas Vertrauen zurückkehren. 

Redaktion Ariva/MW 

 


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