Dax hält 25.000 Punkte – warum der Euro trotzdem abrutscht
Nicolas Fuchs
Nicolas Fuchs
Nicolas ist seit 2016 Redakteur bei ARIVA.DE. Seine Expertise in der technischen Analyse und sein Engagement für genaue Prognosen machen ihn zu einer wertvollen Ressource für die Community, die auf aussagekräftige News angewiesen ist.
Der Dax hat seinen Tiefstand seit Juli vorerst hinter sich gelassen und notiert zum Wochenauftakt bei rund 25.260 Punkten. Am Devisen- und Anleihemarkt wächst dagegen der Druck: Der Euro fällt auf den niedrigsten Stand seit Mai 2025.
Für dich zusammengefasst:
DAX behauptet die Marke von 25.000 Punkten am Montag.
Der Euro fiel auf 1,1161 Dollar, den tiefsten Stand seit 2025.
Die Maschinebaubranche verzeichnete im August einen Rückgang.
Der DAX hat die Marke von 25.000 Punkten zum Wochenbeginn behauptet. Am Montagvormittag zeigte die Kurstafel 25.263 Punkte. Am Freitag hatte der deutsche Leitindex 1,2 Prozent höher bei 25.231 Punkten geschlossen und damit den Verlust vom Vortag wettgemacht. Am Donnerstag war der Index bis auf 24.831 Zähler gefallen, den tiefsten Stand seit Ende Juli.
Vom Rekordhoch Ende August, das bei rund 26.600 Punkten lag, trennen den DAX damit weiterhin etwa fünf Prozent. Belastet hatten den Index in den vergangenen Wochen vor allem steigende Ölpreise und deutlich gestiegene Anleiherenditen. Am Freitag entspannte sich die Lage etwas: Der US-Arbeitsmarktbericht für September weckte Zinshoffnungen, zugleich gaben die Ölpreise spürbar nach. An der Wall Street erreichte die Nasdaq ein neues Rekordhoch.
Ausgestanden ist das Thema nicht. Hohe Energiepreise und Anleiherenditen dürften die Märkte auch in den kommmenden Tagen beschäftigen. Hinzu kommt die Frage, wie stark teures Öl auf die Konjunktur durchschlägt. Die Commerzbank (Commerzbank Aktie) rechnet für den Oktober mit Gegenwind durch steigende Renditen, geopolitische Unsicherheiten und die nahenden US-Zwischenwahlen. Gleichzeitig stütze der anhaltende Aufwärtstrend bei den Gewinnerwartungen für DAX-Unternehmen mittelfristig, so die Einschätzung der Bank.
Deutlich nervöser als der Aktienmarkt zeigt sich der Devisenmarkt. Der Euro fiel im asiatischen Handel zeitweise um 0,8 Prozent auf 1,1161 Dollar (Dollarkurs). Das ist der niedrigste Wert seit Mai 2025. Auslöser sind zunehmende politische und fiskalische Risiken in der Eurozone.
Im Zentrum steht Frankreich. Der Renditeaufschlag französischer Staatsanleihen gegenüber deutschen Bundesanleihen erreichte am Freitag den höchsten Stand seit 2011. Hinzu kommen Berichte über mögliche vorgezogene Wahlen in Spanien. Homin Lee von Lombard Odier sieht in den Bewegungen an den Anleihe- und Devisenmärkten ein klares Signal. Investoren seien beunruhigt über die wachsende Instabilität der französischen Regierung und die schwindende Haushaltsdisziplin des Landes vor den Wahlen 2027.
Die Strategen von JPMorgan sehen weiteres Abwärtsrisiko für den Euro. Die Entwicklung am französischen Anleihemarkt sei in der Gemeinschaftswährung noch nicht vollständig eingepreist. Nachgeben könnte der Euro demnach vor allem gegenüber dem Schweizer Franken und dem Yen.
Zusätzlich belastet der starke Dollar: Der Bloomberg Dollar-Spot-Index stieg zum Wochenauftakt auf den höchsten Stand seit Ende Juni. Anleger schauen nach den jüngsten Entwicklungen in Frankreich zunehmend auch auf die Haushaltslage anderer hoch verschuldeter Euro-Länder. Für Anleger im Euroraum hat ein schwächerer Euro handfeste Folgen: Rohstoffe wie Öl werden in Dollar gehandelt und verteuern sich in Euro gerechnet, wenn die Gemeinschaftswährung nachgibt.
Sentix: Lage besser, Erwartungen schwächer
Zum Wochenstart lieferte auch der Konjunkturindex der Beratungsfirma Sentix ein gemischtes Bild. Der Index für Deutschland sank im Oktober auf minus 3,6 Punkte nach minus 2,8 im September. Die Beurteilung der aktuellen Lage verbesserte sich dagegen zum vierten Mal in Folge auf minus 14,5 Punkte, nach minus 16,8 im Vormonat. Das ist der höchste Wert seit Mai 2023. Die Erwartungen gaben auf 8,0 Punkte nach, nach 12,3 im September.
Sentix-Geschäftsführer Manfred Hübner mahnte zur Einordnung: Die Lagewerte lägen weiter im negativen Bereich. Für den Euroraum fiel der Gesamtindex auf 2,7 Punkte (September: 5,1), der Erwartungsindex sank auf 8,8 Punkte (13,8).
Maschinenbau: Aufträge im August rückläufig
Passend zur zurückhaltenden Stimmung meldete der Maschinen- und Anlagenbau einen Dämpfer. Der reale Auftragseingang lag im August um fünf Prozent unter dem Vorjahreswert, wie der Branchenverband VDMA mitteilte. Die Inlandsnachfrage sank um zwei Prozent, die Auslandsnachfrage um sechs Prozent. Besonders schwach waren die Bestellungen aus den Euro-Partnerländern mit minus zehn Prozent, während sie aus Nicht-Euro-Ländern um fünf Prozent zurückgingen.
VDMA-Chefvolkswirt Johannes Gernandt sprach von einem leichten Dämpfer nach zwei Wachstumsmonaten. In den ersten acht Monaten 2026 liegt die Branche mit vier Prozent im Plus. Dieses Wachstum fußt laut Gernandt allerdings auf einem schwachen Vorjahr und zwei Monaten mit vielen Großaufträgen. Eine neue Investitionsdynamik für einen dauerhaften Aufschwung fehle weiterhin. Im weniger schwankungsanfälligen Dreimonatsvergleich von Juni bis August stiegen die Aufträge real um sieben Prozent, getragen von den Exporten.
Einzelwerte: Rüstung, Reifen, Sportwagen
Hensoldt: Die Aktien des Rüstungskonzerns Hensoldt gaben um 0,8 Prozent nach. Bundeskanzler Friedrich Merz hatte der Ukraine bei einem Überraschungsbesuch am Sonntag ein umfangreiches Hilfspaket angeboten. Laut Bundesregierung vereinbarten die ukrainische Regierung und ukrainische Unternehmen mit deutschen Rüstungskonzernen 14 Kooperationen mit einem Gesamtvolumen von rund 6,6 Milliarden Euro.
Continental: An die DAX-Spitze setzte sich mit einem Plus von zwei Prozent die Continental-Aktie. Morgan Stanley hatte den Reifenhersteller von „Equal Weight“ auf „Overweight“ hochgestuft.
Porsche: Die Papiere der Porsche AG verloren 0,7 Prozent. Einer Studie von Transport & Environment zufolge dürften alle europäischen Autobuaer die CO₂-Grenzwerte der EU einhalten. Die Hersteller hätten die Vorgaben bereits zu 75 Prozent erfüllt, die Frist läuft bis Ende 2027. Viele Unternehmen könnten das Ziel demnach schon früher erreichen.
Deutsche Telekom: Die Telekom widmet erstmals einen Investorentag dem Thema Künstliche Intelligenz.
Was die Woche noch bringt
Heute stehen die Einkaufsmanagerindizes für den Dienstleistungssektor in der Eurozone und in den USA für September sowie die Erzeugerpreise im Euroraum für August an. Am Mittwoch folgt die deutsche Industrieproduktion für August. Sie zeigt, ob die Konjunktur im dritten Quartal tatsächlich zugelegt hat.
Für den DAX bleiben damit drei Größen entscheidend: der Ölpreis, die Anleiherenditen und die politische Lage in Frankreich. Hält der Index die 25.000 Punkte, bleibt der Abstand zum Rekordhoch von Ende August bei etwa fünf Prozent. Die Marke ist damit auch die Messlatte für die Frage, ob die Erholung vom Freitag trägt.
Werbung
Passende Knock-Outs
Strategie
Hebel
Steigender Kurs
Call
5
10
20
Fallender Kurs
Put
5
10
Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen finden Sie jeweils hier:
DE000NG52TZ3 ,
DE000NG7RJ81 ,
DE000NB7TLU1 ,
DE000NB7D6M7 ,
DE000NB7R259 . Bitte informieren Sie sich vor Erwerb ausführlich über Funktionsweise und Risiken der Produkte. Bitte beachten Sie auch die weiteren Hinweise zu dieser Werbung.
Im Durchschnitt erleiden 7 von 10 Kleinanlegern Verluste beim Handel mit Turbo-Zertifikaten. Turbo-Zertifikate sind hoch risikoreiche Produkte und nicht für langfristige Anlagestrategien geeignet.
Hinweis:
ARIVA.DE veröffentlicht in dieser Rubrik Analysen, Kolumnen und Nachrichten aus verschiedenen Quellen.
Die ARIVA.DE AG ist nicht verantwortlich für Inhalte, die erkennbar von Dritten in den „News“-Bereich
dieser Webseite eingestellt worden sind, und macht sich diese nicht zu Eigen. Diese Inhalte sind insbesondere durch
eine entsprechende „von“-Kennzeichnung unterhalb der Artikelüberschrift und/oder durch den Link
„Um den vollständigen Artikel zu lesen, klicken Sie bitte hier.“ erkennbar; verantwortlich für
diese Inhalte ist allein der genannte Dritte.