- Trump sichert sich Kontrolle über venezolanisches Öl.
- Venezuela will 30 bis 50 Millionen Barrel Öl liefern.
- Das Land hat die größten Ölreserven der Welt.
- KI-Boom schwächelt - 5 defensive Top-Picks für 2026! (hier klicken)
In welchem Zeitraum die von Trump genannte Menge Rohöl von Venezuela zur Verfügung gestellt werden soll, war zunächst unklar. Bei dem Volumen handelt es sich ungefähr um die gesamte Produktion der venezolanischen Ölindustrie von ein bis zwei Monaten. Das Ölgeschäft ist für Venezuelas Regierung die wichtigste Einnahme- und Devisenquelle. Die neue Führung in Caracas äußerte sich nicht unmittelbar zu Trumps Ankündigung.
Öl soll zum Marktpreis verkauft werden
Das Öl werde mit Schiffen direkt in US-Häfen gebracht, schrieb Trump. Energieminister Chris Wright sei angewiesen, diesen Plan "sofort" umzusetzen. "Dieses Öl wird zu seinem Marktpreis verkauft, und das Geld wird von mir als Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika kontrolliert, um sicherzustellen, dass es zum Wohl des venezolanischen Volkes und der Vereinigten Staaten verwendet wird", schrieb Trump weiter.
Rohölmengen werden in Barrel gemessen, also Fässern. Ein Barrel umfasst rund 159 Liter. Legt man für das Öl aktuelle Preise und das Beispiel der US-Ölsorte WTI mit Lieferung im Februar zugrunde, mit einem Preis von 58,65 Dollar (Dollarkurs) (Stand Dienstnachmittag Ortszeit) pro Barrel, dann würden die Erlöse hochgerechnet bei bis zu 2,9 Milliarden Dollar (rund 2,5 Milliarden Euro) liegen. Der tatsächliche Preis für das venezolanische Öl könnte auch unter dem Weltmarktpreis liegen.
Werbung
| Strategie | Hebel | |||
| Steigender Kurs |
Call
|
5
|
10
|
15
|
| Fallender Kurs |
Put
| |||
Trumps Kritiker: Bei Angriff ging es ihm immer nur ums Öl
Für Venezuela wäre das Wegbrechen der Einnahmen sehr schmerzhaft. Für die USA wären die absehbaren Einnahmen eine geringe Summe. Auch die Ölmenge ist für die USA bestenfalls von begrenzter Bedeutung: Das Land produziert Regierungsangaben zufolge selbst knapp 14 Millionen Barrel pro Tag.
US-Konzerne sollen nach der Vorstellung des Republikaners Trump nun kräftig investieren und die marode Ölindustrie in Venezuela wieder aufbauen. Viele Demokraten werfen dem Präsidenten vor, Venezuela nur wegen seiner Ölreserven angegriffen zu haben. Die Festnahme von Staatschef Nicolás Maduro wegen angeblicher Drogendelikte sei nur ein Vorwand gewesen.
Venezuela verfügt über gut 300 Milliarden Barrel Öl
Das südamerikanische Land verfügt mit schätzungsweise 303 Milliarden Barrel über die größten Ölreserven der Welt. Es handelt sich dabei vor allem um Schweröl, das nur mit spezieller Technik gefördert und raffiniert werden kann. An der US-Golfküste sind mehrere Raffinerien auf solches Rohöl spezialisiert.
Trotz der enormen Reserven ist die Ölproduktion mit rund einer Million Barrel pro Tag derzeit recht niedrig - vor 20 Jahren wurden noch fast drei Millionen Barrel Öl pro Tag in Venezuela gefördert. Zuletzt war China der größte Abnehmer für venezolanisches Erdöl.
Verantwortlich für den Rückgang der Produktion sind Sanktionen, Missmanagement beim staatlichen Energiekonzern PDVSA und Korruption. Trotz der US-Sanktionen gegen das Land fördert seit diesem Jahr auch der US-Ölriese Chevron (Chevron Aktie)
Nach Einschätzungen von Experten wären Investitionen in Höhe von bis zu 100 Milliarden US-Dollar nötig, um die venezolanische Ölindustrie wieder auf den Stand der Technik zu bringen und die Produktion anzukurbeln.
Trump stellt Subventionen in Aussicht
Trump stellte auch mögliche Subventionen für Ölkonzerne in Aussicht gestellt, die den Wiederaufbau der Energieinfrastruktur Venezuelas unterstützen. Dieses Vorhaben könne in weniger als 18 Monaten abgeschlossen werden, sagte er dem US-Sender NBC News am Montag in einem Interview. Experten halten einen solchen Zeitplan für viel zu optimistisch.
Venezuela: Kein fremder Akteur regiert uns
Die geschäftsführende Präsidentin Venezuelas, Delcy Rodríguez, wies unterdessen den Anspruch der US-Regierung zurück, die Geschicke des südamerikanischen Landes zu führen. "Die Regierung Venezuelas regiert unser Land. Niemand sonst", sagte sie. "Es gibt keinen externen Akteur, der Venezuela regiert." Wie sich ihre behauptete Unabhängigkeit mit Trumps Ansage zur Abgabe des Rohöls vertragen würde, blieb zunächst unklar.
Trump hatte nach dem Angriff vom Wochenende gesagt, die USA würden Venezuela vorübergehend führen. Sein Außenminister Marco Rubio ließ keine Zweifel daran, dass die USA künftige Entwicklungen in Venezuela bestimmen wollen. Er relativierte Trumps Aussage aber etwas und sprach davon, mit Hilfe einer bereits bestehenden Ölblockade politische Veränderungen in dem Land herbeiführen zu wollen.
US-Ölkonzerne wurden einst in Venezuela enteignet
Trump hatte nach dem Angriff des US-Militärs auf Venezuela und der Gefangennahme von Staatschef Maduro am Wochenende bereits gesagt, dass US-Unternehmen die Ölindustrie wiederaufbauen würden. Mehrere Raffinerien an der amerikanischen Golfküste wiederum sind auf schweres Erdöl spezialisiert. Zuletzt spielte dort aufgrund der Sanktionen gegen Venezuela vor allem das ähnlich beschaffene Erdöl aus Kanada eine große Rolle.
Die USA hatten vor einiger Zeit bereits zwei Öltanker vor der Küste Venezuelas beschlagnahmt. Trump hatte damals Venezuela vorgeworfen, das Land habe den USA Öl, Land und andere Vermögenswerte gestohlen. Er forderte eine Rückgabe. Anfang der 2000er Jahre hatte Venezuela Ölfelder verstaatlicht, betroffen waren ausländische und auch US-Firmen. Es folgte ein Streit über Entschädigungen./rin/DP/zb
Hinweis: ARIVA.DE veröffentlicht in dieser Rubrik Analysen, Kolumnen und Nachrichten aus verschiedenen Quellen. Die ARIVA.DE AG ist nicht verantwortlich für Inhalte, die erkennbar von Dritten in den „News“-Bereich dieser Webseite eingestellt worden sind, und macht sich diese nicht zu Eigen. Diese Inhalte sind insbesondere durch eine entsprechende „von“-Kennzeichnung unterhalb der Artikelüberschrift und/oder durch den Link „Um den vollständigen Artikel zu lesen, klicken Sie bitte hier.“ erkennbar; verantwortlich für diese Inhalte ist allein der genannte Dritte.