BioNTech: Gründer-Aus und Milliardenverlust – jetzt stürzt auch die Aktie ab
Die BioNTech-Gründer Uğur Şahin und Özlem Türeci ziehen sich überraschend aus der Unternehmensführung zurück, um ein neues Biotech-Start-up zu gründen. Ihr Abschied erfolgt zu einem kritischen Zeitpunkt: Während BioNTech Milliarden in die Krebsforschung investiert, schreibt der Konzern 2025 tiefrote Zahlen. Die Aktie bricht ein.
Eine überraschende Wende beim Mainzer Impfstoffhersteller BioNTech: Die beiden Gründer Uğur Şahin und Özlem Türeci wollen das Unternehmen verlassen, um ein neues Biotechnologieunternehmen aufzubauen. Wie BioNTech am Dienstag mitteilte, laufen ihre aktuellen Verträge spätestens Ende 2026 aus. Danach wollen sich die beiden Wissenschaftler vollständig auf ihr neues Projekt konzentrieren.
Geplant ist eine Firma, die sich auf die nächste Generation von Medikamenten auf Basis der mRNA-Technologie spezialisiert. Diese Technologie hatte BioNTech während der Corona-Pandemie weltweit bekannt gemacht. Das neue Unternehmen soll dabei eng mit BioNTech zusammenarbeiten. BioNTech könnte Technologien und Rechte einbringen und würde im Gegenzug eine Minderheitsbeteiligung sowie Lizenzzahlungen erhalten. Zusätzlich sind Meilensteinzahlungen vorgesehen, sobald bestimmte Entwicklungsziele erreicht werden. Bis Mitte 2026 soll eine verbindliche Vereinbarung abgeschlossen werden.
Şahin und Türeci gründeten BioNTech im Jahr 2008 mit dem Ziel, mRNA-basierte Krebstherapien zu entwickeln. Der Durchbruch gelang dem Unternehmen jedoch während der Pandemie, als es gemeinsam mit dem Partner Pfizer einen der ersten zugelassenen Impfstoffe gegen das Coronavirus entwickelte. Das Unternehmen erzielte daraufhin Milliardenumsätze und wuchs zu einem globalen Biopharma-Konzern.
Inzwischen ist das Geschäft mit dem Corona-Impfstoff jedoch deutlich geschrumpft. BioNTech richtet seinen Fokus daher wieder stärker auf Krebsmedikamente. Mehrere Kandidaten befinden sich in späten klinischen Studien und das Unternehmen plant, bis 2030 mehrere Zulassungsanträge im Bereich Onkologie zu stellen.
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Trotz ihres Rückzugs aus der operativen Führung bleiben Şahin und Türeci dem Unternehmen verbunden. Laut BioNTech halten sie derzeit rund 15 Prozent der Anteile. Der Aufsichtsrat hat bereits damit begonnen, nach geeigneten Nachfolgern für die Unternehmensführung zu suchen.
Milliardenverlust belastet das Unternehmen – die Hoffnung ruht auf der Krebsforschung
BioNTech musste zuletzt deutlich höhere Verluste verkraften. Aufgrund hoher Investitionen in Forschung und Entwicklung schrieb das Unternehmen im Geschäftsjahr 2025 einen Fehlbetrag von 1,14 Milliarden Euro. Damit fiel das Minus noch größer aus als 2024, als ein Verlust von 665,3 Millionen Euro angefallen war. Der Umsatz stieg hingegen leicht auf 2,87 Milliarden Euro – unter anderem dank der Erlöse aus der Zusammenarbeit mit Bristol Myers Squibb.
Für 2026 rechnet der Konzern mit Erlösen zwischen 2,0 und 2,3 Milliarden Euro, was zumindest die geplanten Forschungs- und Entwicklungsausgaben decken soll.
Gründer und Noch-Chef Uğur Şahin betonte dennoch, das Unternehmen sei strategisch gut positioniert. BioNTech sei heute "sehr gut aufgestellt, seine Mission weiter voranzutreiben und sich zu einem kommerziellen Biopharma-Unternehmen mit mehreren zugelassenen Produkten zu etablieren". Deshalb sei jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen, die Übergabe der Führung vorzubereiten. Die größten Hoffnungen ruhen weiterhin auf mehreren Krebsprojekten in späten Studien, darunter eine neue Therapie gegen fortgeschrittenen Brustkrebs, die in einer Studie eine verlängerte Überlebenszeit gezeigt hat.
Bei Tradegate brach die in den USA gelistete Biontech-Aktie heute zeitweise um mehr als 18 Prozent ein. Am Dienstagnachmittag kostete ein Anteilschein 72,25 Euro (Stand: 14:30 Uhr).
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