Bis zu 97 Maschinen im Jahr: ASML liefert mehr als erwartet

Julian Schick Julian Schick
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Julian Schick schreibt seit 2020 über die Themen, die Anleger bewegen – mit einem besonderen Fokus auf Aktienanalysen, Dividendenstrategien und ETFs. Der ausgebildete Journalist absolvierte die Kölner Journalistenschule und sammelte Erfahrungen unter anderem beim Handelsblatt, der Financial Times Deutschland sowie Euronews und WDR5. Für Ariva bringt er fundiertes Marktwissen und einen klaren Blick für das Wesentliche mit.

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Schweißarbeiten in einer Fabrik (Symbolbild).
© Thossaphol / iStock / Getty Images Plus / Getty Images www.gettyimages.de
ASML dreht an der Kapazitätsschraube, und das früher als gedacht. Was Investoren jetzt wissen sollten, bevor der Markt die Meldung einpreist.
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Hinweis

ASML hebt die Latte höher. Die Bank of America hat ihre Prognosen für den niederländischen Halbleiterausrüster angehoben und das Kursziel von gut 1.700 auf knapp 1.920 Euro geschraubt. Auslöser ist eine Einschätzung, die sich nach dem Gespräch mit dem Investor-Relations-Chef des Unternehmens auf der BofA-Technologiekonferenz ergibt: ASML kann mehr EUV-Maschinen bauen als bisher angenommen, und das schneller.

EUV steht für "Extreme Ultraviolet Lithography", die modernste Belichtungstechnologie, die für die Fertigung der leistungsfähigsten Chips benötigt wird. Ohne diese Maschinen gibt es keine KI-Prozessoren, keine modernen Speicherchips, keine nächste Generation von Smartphones. ASML ist der einzige Hersteller weltweit, der diese Technologie beherrscht. Das erklärt, warum jede Produktionsmeldung des Unternehmens den Halbleitersektor bewegt.

Konkret geht BofA davon aus, dass ASML Ende 2027 mehr als 90 solcher Maschinen pro Jahr ausliefern könnte. Bisher rechneten Analysten mit einem niedrigeren Wert. Möglich wird das durch verkürzte Lieferzeiten und Effizienzgewinne in der Montage. Für 2028 hebt BofA die EUV-Prognose von 87 auf 97 Einheiten an. Gleichzeitig werden die Erwartungen für das Hochend-Segment mit der sogenannten High-NA-Technologie leicht zurückgenommen.

Was das für die Marge bedeutet: Die neuen Maschinenmodelle, intern als "E"- und "F"-Versionen bezeichnet, erzielen höhere Durchschnittspreise und verbessern die Bruttomarge. BofA rechnet damit, dass die Marge bis 2028 auf rund 56 Prozent steigt, von etwas über 52 Prozent im laufenden Jahr. "Customers are giving unusual visibility to ASML as their own demand forecasts continue to trend higher", schreiben die Analysten, und beschreiben damit eine Situation, in der Chip-Hersteller ihren Ausrüster weit in die Zukunft einplanen, weil sie selbst mehr brauchen als bisher erwartet.

Werte aus dem Artikel:
ASML Holding Aktie 1.875,65 $ -0,48%

Zu dem Bild gehört auch China. Dort hinkt ASML 2026 wegen eines Timing-Problems bei Bestellungen hinterher. Doch 2027 dürfte sich das Blatt wenden: Neue Reinraum-Kapazitäten bei chinesischen Speicherchip-Herstellern sollten die Nachfrage nach dem Modell ArFi, einem hochpräzisen Belichtungssystem unterhalb der EUV-Klasse, deutlich ankurbeln. BofA erwartet in diesem Segment ein Umsatzplus von rund neun Prozent in China.


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