AEye Inc

Aktie
WKN:  A3EKNX ISIN:  US0081832042 US-Symbol:  LIDR Branche:  Software Land:  USA
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0,7635 € 16.10.26
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48,54 Mio. $
Streubesitz
74,04%
KGV
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-
AEye Aktie Chart

AEye Unternehmensbeschreibung

AEye Inc. war ein auf lidarbasierte Sensorsysteme und Software für automatisiertes und assistiertes Fahren spezialisiertes Technologieunternehmen mit Fokus auf internationale Automobil- und Infrastrukturkunden. Das Unternehmen entwickelte hochauflösende, adaptive Lidar-Plattformen, die Hardware, Software und KI-gestützte Signalverarbeitung kombinierten, um Umfelderkennung in Echtzeit zu ermöglichen. AEye positionierte sich im Wertschöpfungsnetzwerk der Automobilindustrie als Tier-2- und Technologiepartner, der seine Systeme über Integratoren, Tier-1-Zulieferer und Infrastrukturbetreiber in Serienanwendungen bringen wollte. Das Unternehmen stand exemplarisch für das Segment wachstumsorientierter, forschungsintensiver Sensorik-Spezialisten, deren Geschäftsmodell stark von technologischer Differenzierung, Skalierbarkeit und regulatorischer Dynamik im Bereich autonomes Fahren abhing. Nach anhaltenden operativen und finanziellen Herausforderungen meldete AEye im Jahr 2024 Insolvenz nach Chapter 11 des US-Insolvenzrechts an und leitete einen gerichtlichen Restrukturierungs- und Verwertungsprozess ein. In diesem Zusammenhang wurde unter anderem ein Verfahren zur Veräußerung von Vermögenswerten gestartet, in dessen Rahmen AEye einer Übernahmevereinbarung mit einem Bieter für wesentliche Teile seiner Technologie, seines geistigen Eigentums und ausgewählter weiterer Assets zustimmte. Die künftige Ausgestaltung der operativen Aktivitäten sowie die Fortführung als eigenständige, börsennotierte Gesellschaft sind damit unsicher und hängen wesentlich vom weiteren Verlauf des Insolvenz- und Verkaufsprozesses ab.

Geschäftsmodell und Erlösquellen

AEye verfolgte ein B2B-Geschäftsmodell mit Schwerpunkt auf der Entwicklung, Lizenzierung und Integration von Lidar-Sensoren und dazugehöriger Software. Die Erlöse speisten sich im Wesentlichen aus folgenden Komponenten:
  • Verkauf von Lidar-Hardwareplattformen an OEMs, Tier-1-Zulieferer und Betreiber von Verkehrs- und Smart-Infrastructure-Systemen
  • Lizenzierung von Software, Algorithmen und Wahrnehmungs-Stacks für die Signalverarbeitung und Objekterkennung
  • Engineering-Dienstleistungen und kundenspezifische Anpassungen im Rahmen von Entwicklungsprogrammen
  • Rahmen- und Entwicklungsvereinbarungen im Zuge von potenziellen Seriennominierungen in der Automobil- und Nutzfahrzeugindustrie
  • l>Das Geschäftsmodell zielte auf Skaleneffekte über steigende Stückzahlen und Software-Margen. AEye versuchte, durch modulare Plattformen und Partnerschaften entlang der Lieferkette Entwicklungsrisiken zu teilen und die Kapitalintensität der Fertigung zu begrenzen. Dabei bildete die Kombination aus eigener IP, Systemdesignkompetenz und enger Verzahnung mit Tier-1-Partnern die Basis für angestrebte wiederkehrende Einnahmen in künftigen Serienanläufen. Der Übergang von projektgetriebenen Entwicklungsumsätzen zu breiten, stabilen Serienumsätzen erwies sich jedoch als zeitlich und technologisch anspruchsvoll und war zum Zeitpunkt der Insolvenzanmeldung nicht nachhaltig erreicht. Aufgrund des laufenden Chapter-11-Verfahrens und der vorgesehenen Veräußerung von Vermögenswerten ist zudem offen, in welcher Form dieses Geschäftsmodell perspektivisch fortgeführt oder in anderer Struktur von einem Erwerber weiterentwickelt wird.

Mission und strategische Zielsetzung

Die Mission von AEye bestand darin, durch hochperformante, intelligente Lidar-Systeme die Sicherheit, Effizienz und Automatisierung im Straßenverkehr und in der Infrastruktur zu erhöhen. Strategisch strebte das Unternehmen an, sich als bevorzugter Technologiepartner für adaptives Lidar im Automobilsektor, im Nutzfahrzeugbereich und in der Verkehrsinfrastruktur zu etablieren. Kernziele waren:
  • Bereitstellung von Sensorsystemen, die Wahrnehmung und Reaktionsfähigkeit des Fahrzeugs über die menschliche Sensorik hinaus erweitern
  • Skalierbare Lidar-Architektur, die Hardware- und Software-Upgrades über den Fahrzeuglebenszyklus ermöglicht
  • Unterstützung regulatorischer Sicherheitsstandards durch präzise, validierbare Sensorik
  • l>Die Strategie betonte Partnerschaften mit etablierten Automotive-Zulieferern, um den Marktzugang zu erleichtern, Zertifizierungen zu beschleunigen und Integrationsrisiken für Fahrzeughersteller zu reduzieren. Vor dem Hintergrund der 2024 eingeleiteten Insolvenz- und Verwertungsverfahren ist offen, in welchem Umfang diese strategischen Zielsetzungen künftig noch unter dem bisherigen Unternehmensdach operativ verfolgt werden oder in welcher Form sie von einem Käufer der Vermögenswerte fortgeführt werden.

Produkte, Technologien und Dienstleistungen

AEye konzentrierte sich auf Lidar-Systeme der nächsten Generation, die Laser-Entfernungsmessung mit intelligenter Strahlsteuerung und Software-Definierbarkeit verbinden. Zentrale Produkt- und Technologiebausteine waren:
  • Adaptive Lidar-Sensoren, die den Scanbereich dynamisch auf relevante Objekte und Szenarien fokussieren und dadurch Reichweite, Auflösung und Effizienz verbessern sollten
  • Eine softwaredefinierte Plattform, bei der viele Leistungsparameter durch Software-Updates und Konfiguration an unterschiedliche Einsatzszenarien angepasst werden konnten
  • KI-gestützte Signalverarbeitung zur Rauschunterdrückung, Klassifizierung und Priorisierung von Objekten in Echtzeit
  • Entwicklungs- und Integrationsdienstleistungen für OEMs und Tier-1s, einschließlich Schnittstellen-Design, Validierung und Testing
  • l>Die Lösungen adressierten primär Anwendungen in Fahrerassistenzsystemen, hochautomatisiertem Fahren, Nutzfahrzeugflotten, Robotik sowie Verkehrs- und Smart-City-Infrastruktur. Dienstleistungen umfassten Machbarkeitsstudien, Systemdesign, Prototyping und technische Unterstützung in der Industrialisierungsphase. Im Zuge der Restrukturierung und des Asset-Verkaufsprozesses stehen Umfang und Priorisierung der Produkt- und Dienstleistungspalette unter Vorbehalt, da Vermögenswerte, IP und Verträge im Rahmen des Insolvenzverfahrens überprüft, neu geordnet oder auf einen Erwerber übertragen werden können.

Geschäftsbereiche und Segmentausrichtung

AEye berichtete seine Aktivitäten im Kern als fokussiertes Lidar-Technologiegeschäft, ließ sich aber funktionsbezogen grob in folgende Bereiche gliedern:
  • Automotive und Nutzfahrzeuge: Entwicklung von Lidar-Systemen für Pkw, Lkw, Busse und Off-Highway-Fahrzeuge, typischerweise in Kooperation mit Tier-1-Zulieferern und OEMs
  • Industrie, Infrastruktur und Smart Cities: Lidar-Lösungen für Verkehrsüberwachung, Mautsysteme, Kreuzungssicherheit, Bahnübergänge und Logistik
  • Plattform-Software und IP-Lizenzierung: Entwicklung, Pflege und Lizenzierung der Software-Stacks und Algorithmen, die die Hardware differenzierten
  • l>Die organisatorische Struktur orientierte sich an Technologieplattformen und vertikalen Märkten, nicht an regionalspezifischen Vertriebs- oder Produktionsclustern. Als relativ kleines Spezialunternehmen war AEye stark projekt- und partnergetrieben, mit begrenzter Diversifikation im Vergleich zu breit aufgestellten Automobilzulieferern. Im Rahmen der 2024 begonnenen Insolvenz- und Asset-Verkaufsverfahren können sich die Schwerpunkte der Geschäftsbereiche, die Struktur des Portfolios und die Tiefe der Marktbearbeitung substantiell verändern oder im Zuge eines Eigentümerwechsels neu zugeschnitten werden.

Alleinstellungsmerkmale und technologische Burggräben

AEye versuchte, sich in einem intensiven Wettbewerbsumfeld durch mehrere technologische und strategische Merkmale abzugrenzen:
  • Adaptive Scantechnologie: Im Gegensatz zu rein statischen Scanmustern erlaubte die Architektur, die Laserabtastung dynamisch zu steuern und so kritische Objekte mit höherer Auflösung zu verfolgen, was insbesondere bei hohen Geschwindigkeiten und komplexen Szenarien vorteilhaft sein sollte.
  • Software-Definierbarkeit: Ein großer Teil der Leistungscharakteristik, etwa Sichtfeld, Dichte und Priorisierung, war über Software konfigurierbar. Dies erleichterte die Anpassung an unterschiedliche Fahrzeugplattformen und Anwendungsfälle und ermöglichte Over-the-Air-Optimierungen.
  • Eigene IP und Patente: AEye verfügte über ein Portfolio an Schutzrechten im Bereich Lidar-Architektur, Strahlsteuerung und Signalverarbeitung. Diese geistigen Eigentumsrechte bildeten einen technologischen Moat, der Nachahmung erschweren und Lizenzpotenzial eröffnen sollte.
  • Partnerschaftsbasierte Lieferkette: Durch Kooperationen mit etablierten Tier-1-Zulieferern konnte AEye auf bestehende Fertigungs- und Qualitätsstrukturen zurückgreifen, anstatt selbst vollintegrierte Produktionskapazitäten aufzubauen.
  • l>Diese Merkmale boten jedoch nur dann einen nachhaltigen Burggraben, wenn es gelang, sie in breiten Serienanwendungen zu verankern, die Validierung über Fahrzeuglebenszyklen zu bestehen und kontinuierlich in Forschung und Entwicklung zu investieren. Die eingeleiteten Insolvenz- und Verwertungsprozesse verdeutlichen, dass die wirtschaftliche Absicherung dieser technologischen Vorteile im Wettbewerbsumfeld herausfordernd war und dass Nutzung und Weiterentwicklung der IP perspektivisch auch unter einem anderen Eigentümer erfolgen können.

Wettbewerbsumfeld

Der Markt für Lidar-Sensoren ist hoch fragmentiert und von intensivem Wettbewerb geprägt. AEye konkurrierte direkt mit anderen spezialisierten Lidar-Anbietern sowie indirekt mit Kamera- und Radarspezialisten, die alternative Wahrnehmungssysteme entwickeln. In den Kernsegmenten autonomes Fahren, erweiterte Fahrerassistenzsysteme und Smart Infrastructure traten Unternehmen an, die ebenfalls auf Solid-State-Lidar, FMCW-Lidar oder hybride Architekturen setzten. Viele Wettbewerber besitzen eigene Beziehungen zu OEMs, umfangreiche Kapitalausstattung oder eine starke regionale Verankerung, insbesondere in Nordamerika, Europa und Asien. Zudem versuchen klassische Automobilzulieferer, Lidar-Technologien zu integrieren oder zuzukaufen, was die Verhandlungsmacht der Technologieanbieter beeinflusst. Preisdruck, Standardisierungstendenzen und die Möglichkeit, dass OEMs auf Multi-Sensor-Strategien setzen, erhöhen das Risiko, dass einzelne Lidar-Lösungen substituierbar werden. Der Restrukturierungs- und Asset-Verkaufsprozess bei AEye unterstreicht, dass der Wettlauf um technologische Reife, Kostenposition und Serienzertifizierungen für kleinere, fokokussierte Anbieter mit erheblichen finanziellen und operativen Risiken verbunden ist und dass es auch zu einer Konsolidierung von Technologien und Marktanteilen bei finanzstärkeren Wettbewerbern kommen kann.

Management, Governance und Strategieumsetzung

Das Management von AEye kombinierte Erfahrung aus den Bereichen Halbleiter, Sensorik, Automobiltechnik, Software und Unternehmensaufbau. Die Führungsebene verfolgte eine Strategie, die auf folgende Elemente abstellte:
  • Fokussierung auf Kernkompetenzen in Lidar-Design, Software und Algorithmen, während Fertigung und Teile der Industrialisierung partnerbasiert erfolgen sollten
  • Aufbau langfristiger Entwicklungsprogramme mit ausgewählten OEMs, Tier-1s und Infrastrukturanbietern, um Planungssicherheit und Skalierbarkeit zu schaffen
  • Kapitalallokation mit Schwerpunkt auf Forschung und Entwicklung sowie auf Validierung, Testinfrastruktur und Zertifizierung, um automotive-taugliche Produkte zu gewährleisten
  • Schrittweise Internationalisierung über Partnerschaften statt aggressiver eigener Vertriebsnetze in allen Regionen
  • l>Für konservative Investoren waren Transparenz bei der Kommunikation von Entwicklungsmeilensteinen, Governance-Strukturen sowie Erfahrung des Managements mit Zyklen der Automobilindustrie und der Halbleiterbranche entscheidend. Die erfolgreiche Umsetzung der Strategie hing stark von der Fähigkeit ab, komplexe Kundenprojekte über mehrere Jahre stabil zu führen und zugleich genügend finanziellen Spielraum zu bewahren. Die 2024 eingeleitete Insolvenz und die darauf folgenden Verwertungsinitiativen deuten darauf hin, dass die Balance zwischen technologischer Entwicklung, Finanzierung und Marktdurchdringung nicht dauerhaft gesichert werden konnte. Im laufenden Verfahren können Managementzuschnitt, Governance-Struktur, Eigentümerkreis und strategische Prioritäten erheblichen Änderungen unterliegen.

Branchen- und Regionenanalyse

AEye war primär in der globalen Automobil- und Mobilitätsindustrie sowie im Infrastruktursegment tätig. Die Branchenlogik ist durch lange Entwicklungszyklen, hohe regulatorische Anforderungen, sicherheitskritische Anwendungen und starke Zyklizität gekennzeichnet. Trends wie automatisiertes Fahren, Elektrifizierung, vernetzte Mobilität und Smart Cities bilden weiterhin eine zentrale Nachfragebasis für präzise Sensorik einschließlich Lidar. Regional lag ein Schwerpunkt auf Nordamerika, doch potenzielle Kunden saßen ebenso in Europa und Asien, wo OEMs und Zulieferer eigene Technologieökosysteme aufgebaut haben. Die regulatorische Entwicklung spielt eine ambivalente Rolle: Strengere Sicherheitsanforderungen und Assistenzsystem-Pflichten können Lidar-Lösungen begünstigen, während technologieoffene Regelungen dazu führen, dass OEMs unterschiedliche Sensor-Kombinationen testen und länger offenhalten. Makroökonomische Faktoren wie Zinsniveau, Investitionsbereitschaft der OEMs, staatliche Infrastrukturprogramme und handelspolitische Spannungen beeinflussen zusätzlich die Geschwindigkeit der Marktdurchdringung. Vor dem Hintergrund der Insolvenz von AEye und der angestoßenen Veräußerung von Vermögenswerten zeigt sich zugleich, dass strukturelles Wachstumspotenzial in der Branche einzelne Anbieter nicht vor erheblichen Finanzierungs- und Umsetzungsrisiken schützt und dass Marktanteile, IP und Projekte im Rahmen von Restrukturierungen auch auf andere Marktteilnehmer übergehen können.

Unternehmensgeschichte und Entwicklungspfad

AEye wurde im Silicon-Valley-Umfeld als technologiegetriebenes Start-up gegründet, mit dem Ziel, Lidar-Systeme von Grund auf neu zu denken und stärker software- und KI-zentriert auszulegen als herkömmliche Lösungen. In der frühen Phase stand die Entwicklung einer adaptiven Scannerarchitektur und der Aufbau eines Portfolios an geistigem Eigentum im Vordergrund. Im weiteren Verlauf gewann das Unternehmen strategische Investoren und Partnerschaften mit Tier-1-Zulieferern, um die Brücke von Prototypen zu automotive-tauglichen Produkten zu schlagen. Der Weg an die Börse erfolgte über eine Transaktion mit einer Zweckgesellschaft (SPAC), was dem Unternehmen zusätzlichen Zugang zu Kapital für Forschung, Industrialisierung und internationale Expansion verschaffte. Die Unternehmensgeschichte spiegelte typische Muster junger Deep-Tech-Unternehmen wider: hohe F&E-Quote, starke Abhängigkeit von wenigen Pilotkunden und der Zwang, technologische Vision und finanzielle Disziplin zu vereinen. Bis zur Einleitung des Chapter-11-Verfahrens im Jahr 2024 befand sich AEye in einer Transformationsphase von der technologiezentrierten Entwicklungsorganisation hin zu einem stärker serienorientierten Zulieferer, stieß dabei jedoch auf erhebliche Markt-, Wettbewerbs- und Finanzierungsherausforderungen. Mit der im Zuge des Insolvenzverfahrens vereinbarten Veräußerung wesentlicher Vermögenswerte an einen Erwerber ist ein weiterer Einschnitt in der Unternehmensentwicklung verbunden, der sowohl die künftige Rolle der bisherigen Aktiengesellschaft als auch die Fortführung von Produkten und Technologiepfaden in neuer Eigentümerstruktur beeinflussen kann.

Besonderheiten und strukturelle Faktoren

Eine Besonderheit von AEye war die klare Fokussierung auf Lidar mit adaptiver, softwaredefinierter Architektur, anstatt das Portfolio breiter auf andere Sensorarten wie Radar oder Kameras auszuweiten. Dadurch erhöhte sich die technologische Tiefe, aber auch die Abhängigkeit von der Marktdurchsetzung dieser Sensorkategorie. Weiterhin zeichnete sich AEye durch ein asset-light-orientiertes Modell aus, bei dem wesentliche Teile der Fertigung und Skalierung über Partner liefen. Das reduzierte Kapitaleinsatz und Fixkosten, machte das Unternehmen jedoch abhängig von der Leistungsfähigkeit und Verhandlungsmacht dieser Partner. Zudem war das Geschäftsmodell stark projektgetrieben: Einzelne Entwicklungsprogramme konnten erheblichen Einfluss auf Wahrnehmung, Auslastung und mittelfristige Planung haben. Schließlich agierte AEye in einem Umfeld, in dem die technische Roadmap der OEMs und regulatorische Zulassungsverfahren eng verzahnt sind. Verzögerungen bei Sicherheitsstandards, Testprotokollen oder Pilotprojekten wirkten sich direkt auf den Zeitpfad zur Serienreife aus. Mit Eintritt in das Insolvenzverfahren und dem angestoßenen Verkaufsprozess treten zusätzliche strukturelle Faktoren hinzu, etwa mögliche Veräußerungen von Vermögenswerten an strategische oder finanzielle Investoren, Anpassungen des Geschäftsmodells, Veränderungen der Eigentümerstruktur und eine potenzielle Neuordnung von Verträgen, die die künftige strategische Ausrichtung maßgeblich beeinflussen können.

Chancen und Risiken aus konservativer Anlegerperspektive

Für einen konservativen Anleger ergaben sich bei AEye strukturelle Chancen, denen jedoch signifikante Risiken gegenüberstanden. Zu den Chancen zählten:
  • Positionierung in einem Zukunftsmarkt, in dem automatisiertes Fahren, erweiterte Fahrerassistenzsysteme und Smart Infrastructure langfristig wachsende Nachfrage nach präziser Sensorik generieren können
  • Technologische Differenzierung durch adaptive, softwaredefinierte Lidar-Architektur und eigene IP, die bei entsprechender Marktdurchdringung zu einem skalierbaren Lizenz- und Plattformgeschäft ausgebaut werden könnte
  • Kooperationen mit etablierten Tier-1-Zulieferern und Infrastrukturpartnern, die Marktzugang, Industrialisierungskompetenz und regulatorische Expertise einbringen
  • l>Dem standen wesentliche Risiken gegenüber:
    • Technologie- und Adoptionsrisiko: Es ist nicht garantiert, dass Lidar in allen Fahrzeugsegmenten und Regionen zum Standard wird. OEMs könnten kostengünstigere Kombinationen aus Kamera und Radar bevorzugen oder alternative Lidar-Technologien wählen.
    • Wettbewerbsdruck: Zahlreiche Lidar-Anbieter konkurrieren um begrenzte Seriennominierungen. Größere Wettbewerber verfügen teils über stärkere Bilanzen, breitere Produktportfolios oder engere OEM-Beziehungen.
    • Projektrisiko: Verzögerungen oder Ausfälle einzelner Entwicklungsprogramme können erheblichen Einfluss auf die Auslastung und Planungssicherheit haben, insbesondere solange der Übergang in die breite Serienproduktion nicht vollzogen ist.
    • Abhängigkeit von Partnern: Das asset-light-Modell reduziert Investitionen, erhöht aber die Verwundbarkeit gegenüber Störungen und Konflikten in der Liefer- und Wertschöpfungskette.
    • Regulatorische und makroökonomische Unsicherheit: Änderungen bei Sicherheitsstandards, Förderprogrammen oder Handelsbedingungen sowie Konjunkturabschwünge im Automobilsektor können Investitionsentscheidungen der Kunden verzögern.
    • Insolvenz-, Verwertungs- und Restrukturierungsrisiko: Die 2024 eingeleitete Insolvenz nach Chapter 11 und der daran anknüpfende Asset-Verkaufsprozess verdeutlichen, dass finanzielle und operative Risiken materialisiert sind. Ausgang und Folgen des Verfahrens für bestehende Aktionäre, Gläubiger, Belegschaft und für die künftige Struktur der Gesellschaft sind mit hoher Unsicherheit behaftet, zumal wesentliche Vermögenswerte auf einen Erwerber übergehen und die bisherige börsennotierte Einheit in ihrer bisherigen Form deutlich an operativer Substanz verlieren kann.
    • l>Aus konservativer Sicht ist AEye damit ein Beispiel für die hohe Risikointensität von Engagements im Bereich junger Hochtechnologieunternehmen, deren Erfolg maßgeblich von externen Faktoren wie der Geschwindigkeit der Automatisierung, der Kapitalverfügbarkeit bei Kunden, der strategischen Priorisierung von Lidar, der Fähigkeit zur nachhaltigen Refinanzierung und dem Ausgang von Insolvenz- und Verwertungsverfahren abhängt.

Kursdaten

Geld/Brief 0,7591 $ / 0,9534 $
Spread +25,60%
Schluss Vortag 0,858 $
Gehandelte Stücke 0
Tagesvolumen Vortag 46.952,4 $
Tagestief -  
Tageshoch -  
52W-Tief 0,82 $
52W-Hoch 3,045 $
Jahrestief 0,82 $
Jahreshoch 3,045 $

AEye Aktie: Fundamentale Kennzahlen (2024)

Umsatz in Mio. 0,23 $
Operatives Ergebnis (EBIT) in Mio. -31,64 $
Jahresüberschuss in Mio. -33,96 $
Umsatz je Aktie 0,01 $
Gewinn je Aktie -0,76 $
Gewinnrendite -14.574,25%
Umsatzrendite -14.574,25%
Return on Investment -37,36%
Marktkapitalisierung in Mio. 48,54 $
KGV (Kurs/Gewinn) -2,42
KBV (Kurs/Buchwert) 1,01
KUV (Kurs/Umsatz) 184,00
Eigenkapitalrendite -
Eigenkapitalquote +89,49%
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AEye Termine

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AEye Aktie: Übersicht Handelsplätze

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Zeit
Nasdaq 0,858 $ 0 %
0,858 $ 16.10.26
NYSE 0,8615 $ -2,04%
0,87945 $ 16.10.26
NYSE American 0,87 $ -
-   15.10.26
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Historische Kurse

Datum
Kurs
Volumen
16.10.26 0,858 46.952
15.10.26 0,8735 31.651
14.10.26 0,8426 99 T
13.10.26 0,8958 132 T
12.10.26 1,02 46.437
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Performance

Zeitraum Kurs %
1 Woche 1,04 $ -17,50%
1 Monat 1,18 $ -27,29%
6 Monate 1,77 $ -51,53%
1 Jahr 2,89 $ -70,31%
5 Jahre 129,60 $ -99,34%

Unternehmensprofil AEye

AEye Inc. war ein auf lidarbasierte Sensorsysteme und Software für automatisiertes und assistiertes Fahren spezialisiertes Technologieunternehmen mit Fokus auf internationale Automobil- und Infrastrukturkunden. Das Unternehmen entwickelte hochauflösende, adaptive Lidar-Plattformen, die Hardware, Software und KI-gestützte Signalverarbeitung kombinierten, um Umfelderkennung in Echtzeit zu ermöglichen. AEye positionierte sich im Wertschöpfungsnetzwerk der Automobilindustrie als Tier-2- und Technologiepartner, der seine Systeme über Integratoren, Tier-1-Zulieferer und Infrastrukturbetreiber in Serienanwendungen bringen wollte. Das Unternehmen stand exemplarisch für das Segment wachstumsorientierter, forschungsintensiver Sensorik-Spezialisten, deren Geschäftsmodell stark von technologischer Differenzierung, Skalierbarkeit und regulatorischer Dynamik im Bereich autonomes Fahren abhing. Nach anhaltenden operativen und finanziellen Herausforderungen meldete AEye im Jahr 2024 Insolvenz nach Chapter 11 des US-Insolvenzrechts an und leitete einen gerichtlichen Restrukturierungs- und Verwertungsprozess ein. In diesem Zusammenhang wurde unter anderem ein Verfahren zur Veräußerung von Vermögenswerten gestartet, in dessen Rahmen AEye einer Übernahmevereinbarung mit einem Bieter für wesentliche Teile seiner Technologie, seines geistigen Eigentums und ausgewählter weiterer Assets zustimmte. Die künftige Ausgestaltung der operativen Aktivitäten sowie die Fortführung als eigenständige, börsennotierte Gesellschaft sind damit unsicher und hängen wesentlich vom weiteren Verlauf des Insolvenz- und Verkaufsprozesses ab.

Geschäftsmodell und Erlösquellen

AEye verfolgte ein B2B-Geschäftsmodell mit Schwerpunkt auf der Entwicklung, Lizenzierung und Integration von Lidar-Sensoren und dazugehöriger Software. Die Erlöse speisten sich im Wesentlichen aus folgenden Komponenten:
  • Verkauf von Lidar-Hardwareplattformen an OEMs, Tier-1-Zulieferer und Betreiber von Verkehrs- und Smart-Infrastructure-Systemen
  • Lizenzierung von Software, Algorithmen und Wahrnehmungs-Stacks für die Signalverarbeitung und Objekterkennung
  • Engineering-Dienstleistungen und kundenspezifische Anpassungen im Rahmen von Entwicklungsprogrammen
  • Rahmen- und Entwicklungsvereinbarungen im Zuge von potenziellen Seriennominierungen in der Automobil- und Nutzfahrzeugindustrie
  • l>Das Geschäftsmodell zielte auf Skaleneffekte über steigende Stückzahlen und Software-Margen. AEye versuchte, durch modulare Plattformen und Partnerschaften entlang der Lieferkette Entwicklungsrisiken zu teilen und die Kapitalintensität der Fertigung zu begrenzen. Dabei bildete die Kombination aus eigener IP, Systemdesignkompetenz und enger Verzahnung mit Tier-1-Partnern die Basis für angestrebte wiederkehrende Einnahmen in künftigen Serienanläufen. Der Übergang von projektgetriebenen Entwicklungsumsätzen zu breiten, stabilen Serienumsätzen erwies sich jedoch als zeitlich und technologisch anspruchsvoll und war zum Zeitpunkt der Insolvenzanmeldung nicht nachhaltig erreicht. Aufgrund des laufenden Chapter-11-Verfahrens und der vorgesehenen Veräußerung von Vermögenswerten ist zudem offen, in welcher Form dieses Geschäftsmodell perspektivisch fortgeführt oder in anderer Struktur von einem Erwerber weiterentwickelt wird.

Mission und strategische Zielsetzung

Die Mission von AEye bestand darin, durch hochperformante, intelligente Lidar-Systeme die Sicherheit, Effizienz und Automatisierung im Straßenverkehr und in der Infrastruktur zu erhöhen. Strategisch strebte das Unternehmen an, sich als bevorzugter Technologiepartner für adaptives Lidar im Automobilsektor, im Nutzfahrzeugbereich und in der Verkehrsinfrastruktur zu etablieren. Kernziele waren:
  • Bereitstellung von Sensorsystemen, die Wahrnehmung und Reaktionsfähigkeit des Fahrzeugs über die menschliche Sensorik hinaus erweitern
  • Skalierbare Lidar-Architektur, die Hardware- und Software-Upgrades über den Fahrzeuglebenszyklus ermöglicht
  • Unterstützung regulatorischer Sicherheitsstandards durch präzise, validierbare Sensorik
  • l>Die Strategie betonte Partnerschaften mit etablierten Automotive-Zulieferern, um den Marktzugang zu erleichtern, Zertifizierungen zu beschleunigen und Integrationsrisiken für Fahrzeughersteller zu reduzieren. Vor dem Hintergrund der 2024 eingeleiteten Insolvenz- und Verwertungsverfahren ist offen, in welchem Umfang diese strategischen Zielsetzungen künftig noch unter dem bisherigen Unternehmensdach operativ verfolgt werden oder in welcher Form sie von einem Käufer der Vermögenswerte fortgeführt werden.

Produkte, Technologien und Dienstleistungen

AEye konzentrierte sich auf Lidar-Systeme der nächsten Generation, die Laser-Entfernungsmessung mit intelligenter Strahlsteuerung und Software-Definierbarkeit verbinden. Zentrale Produkt- und Technologiebausteine waren:
  • Adaptive Lidar-Sensoren, die den Scanbereich dynamisch auf relevante Objekte und Szenarien fokussieren und dadurch Reichweite, Auflösung und Effizienz verbessern sollten
  • Eine softwaredefinierte Plattform, bei der viele Leistungsparameter durch Software-Updates und Konfiguration an unterschiedliche Einsatzszenarien angepasst werden konnten
  • KI-gestützte Signalverarbeitung zur Rauschunterdrückung, Klassifizierung und Priorisierung von Objekten in Echtzeit
  • Entwicklungs- und Integrationsdienstleistungen für OEMs und Tier-1s, einschließlich Schnittstellen-Design, Validierung und Testing
  • l>Die Lösungen adressierten primär Anwendungen in Fahrerassistenzsystemen, hochautomatisiertem Fahren, Nutzfahrzeugflotten, Robotik sowie Verkehrs- und Smart-City-Infrastruktur. Dienstleistungen umfassten Machbarkeitsstudien, Systemdesign, Prototyping und technische Unterstützung in der Industrialisierungsphase. Im Zuge der Restrukturierung und des Asset-Verkaufsprozesses stehen Umfang und Priorisierung der Produkt- und Dienstleistungspalette unter Vorbehalt, da Vermögenswerte, IP und Verträge im Rahmen des Insolvenzverfahrens überprüft, neu geordnet oder auf einen Erwerber übertragen werden können.

Geschäftsbereiche und Segmentausrichtung

AEye berichtete seine Aktivitäten im Kern als fokussiertes Lidar-Technologiegeschäft, ließ sich aber funktionsbezogen grob in folgende Bereiche gliedern:
  • Automotive und Nutzfahrzeuge: Entwicklung von Lidar-Systemen für Pkw, Lkw, Busse und Off-Highway-Fahrzeuge, typischerweise in Kooperation mit Tier-1-Zulieferern und OEMs
  • Industrie, Infrastruktur und Smart Cities: Lidar-Lösungen für Verkehrsüberwachung, Mautsysteme, Kreuzungssicherheit, Bahnübergänge und Logistik
  • Plattform-Software und IP-Lizenzierung: Entwicklung, Pflege und Lizenzierung der Software-Stacks und Algorithmen, die die Hardware differenzierten
  • l>Die organisatorische Struktur orientierte sich an Technologieplattformen und vertikalen Märkten, nicht an regionalspezifischen Vertriebs- oder Produktionsclustern. Als relativ kleines Spezialunternehmen war AEye stark projekt- und partnergetrieben, mit begrenzter Diversifikation im Vergleich zu breit aufgestellten Automobilzulieferern. Im Rahmen der 2024 begonnenen Insolvenz- und Asset-Verkaufsverfahren können sich die Schwerpunkte der Geschäftsbereiche, die Struktur des Portfolios und die Tiefe der Marktbearbeitung substantiell verändern oder im Zuge eines Eigentümerwechsels neu zugeschnitten werden.

Alleinstellungsmerkmale und technologische Burggräben

AEye versuchte, sich in einem intensiven Wettbewerbsumfeld durch mehrere technologische und strategische Merkmale abzugrenzen:
  • Adaptive Scantechnologie: Im Gegensatz zu rein statischen Scanmustern erlaubte die Architektur, die Laserabtastung dynamisch zu steuern und so kritische Objekte mit höherer Auflösung zu verfolgen, was insbesondere bei hohen Geschwindigkeiten und komplexen Szenarien vorteilhaft sein sollte.
  • Software-Definierbarkeit: Ein großer Teil der Leistungscharakteristik, etwa Sichtfeld, Dichte und Priorisierung, war über Software konfigurierbar. Dies erleichterte die Anpassung an unterschiedliche Fahrzeugplattformen und Anwendungsfälle und ermöglichte Over-the-Air-Optimierungen.
  • Eigene IP und Patente: AEye verfügte über ein Portfolio an Schutzrechten im Bereich Lidar-Architektur, Strahlsteuerung und Signalverarbeitung. Diese geistigen Eigentumsrechte bildeten einen technologischen Moat, der Nachahmung erschweren und Lizenzpotenzial eröffnen sollte.
  • Partnerschaftsbasierte Lieferkette: Durch Kooperationen mit etablierten Tier-1-Zulieferern konnte AEye auf bestehende Fertigungs- und Qualitätsstrukturen zurückgreifen, anstatt selbst vollintegrierte Produktionskapazitäten aufzubauen.
  • l>Diese Merkmale boten jedoch nur dann einen nachhaltigen Burggraben, wenn es gelang, sie in breiten Serienanwendungen zu verankern, die Validierung über Fahrzeuglebenszyklen zu bestehen und kontinuierlich in Forschung und Entwicklung zu investieren. Die eingeleiteten Insolvenz- und Verwertungsprozesse verdeutlichen, dass die wirtschaftliche Absicherung dieser technologischen Vorteile im Wettbewerbsumfeld herausfordernd war und dass Nutzung und Weiterentwicklung der IP perspektivisch auch unter einem anderen Eigentümer erfolgen können.

Wettbewerbsumfeld

Der Markt für Lidar-Sensoren ist hoch fragmentiert und von intensivem Wettbewerb geprägt. AEye konkurrierte direkt mit anderen spezialisierten Lidar-Anbietern sowie indirekt mit Kamera- und Radarspezialisten, die alternative Wahrnehmungssysteme entwickeln. In den Kernsegmenten autonomes Fahren, erweiterte Fahrerassistenzsysteme und Smart Infrastructure traten Unternehmen an, die ebenfalls auf Solid-State-Lidar, FMCW-Lidar oder hybride Architekturen setzten. Viele Wettbewerber besitzen eigene Beziehungen zu OEMs, umfangreiche Kapitalausstattung oder eine starke regionale Verankerung, insbesondere in Nordamerika, Europa und Asien. Zudem versuchen klassische Automobilzulieferer, Lidar-Technologien zu integrieren oder zuzukaufen, was die Verhandlungsmacht der Technologieanbieter beeinflusst. Preisdruck, Standardisierungstendenzen und die Möglichkeit, dass OEMs auf Multi-Sensor-Strategien setzen, erhöhen das Risiko, dass einzelne Lidar-Lösungen substituierbar werden. Der Restrukturierungs- und Asset-Verkaufsprozess bei AEye unterstreicht, dass der Wettlauf um technologische Reife, Kostenposition und Serienzertifizierungen für kleinere, fokokussierte Anbieter mit erheblichen finanziellen und operativen Risiken verbunden ist und dass es auch zu einer Konsolidierung von Technologien und Marktanteilen bei finanzstärkeren Wettbewerbern kommen kann.

Management, Governance und Strategieumsetzung

Das Management von AEye kombinierte Erfahrung aus den Bereichen Halbleiter, Sensorik, Automobiltechnik, Software und Unternehmensaufbau. Die Führungsebene verfolgte eine Strategie, die auf folgende Elemente abstellte:
  • Fokussierung auf Kernkompetenzen in Lidar-Design, Software und Algorithmen, während Fertigung und Teile der Industrialisierung partnerbasiert erfolgen sollten
  • Aufbau langfristiger Entwicklungsprogramme mit ausgewählten OEMs, Tier-1s und Infrastrukturanbietern, um Planungssicherheit und Skalierbarkeit zu schaffen
  • Kapitalallokation mit Schwerpunkt auf Forschung und Entwicklung sowie auf Validierung, Testinfrastruktur und Zertifizierung, um automotive-taugliche Produkte zu gewährleisten
  • Schrittweise Internationalisierung über Partnerschaften statt aggressiver eigener Vertriebsnetze in allen Regionen
  • l>Für konservative Investoren waren Transparenz bei der Kommunikation von Entwicklungsmeilensteinen, Governance-Strukturen sowie Erfahrung des Managements mit Zyklen der Automobilindustrie und der Halbleiterbranche entscheidend. Die erfolgreiche Umsetzung der Strategie hing stark von der Fähigkeit ab, komplexe Kundenprojekte über mehrere Jahre stabil zu führen und zugleich genügend finanziellen Spielraum zu bewahren. Die 2024 eingeleitete Insolvenz und die darauf folgenden Verwertungsinitiativen deuten darauf hin, dass die Balance zwischen technologischer Entwicklung, Finanzierung und Marktdurchdringung nicht dauerhaft gesichert werden konnte. Im laufenden Verfahren können Managementzuschnitt, Governance-Struktur, Eigentümerkreis und strategische Prioritäten erheblichen Änderungen unterliegen.

Branchen- und Regionenanalyse

AEye war primär in der globalen Automobil- und Mobilitätsindustrie sowie im Infrastruktursegment tätig. Die Branchenlogik ist durch lange Entwicklungszyklen, hohe regulatorische Anforderungen, sicherheitskritische Anwendungen und starke Zyklizität gekennzeichnet. Trends wie automatisiertes Fahren, Elektrifizierung, vernetzte Mobilität und Smart Cities bilden weiterhin eine zentrale Nachfragebasis für präzise Sensorik einschließlich Lidar. Regional lag ein Schwerpunkt auf Nordamerika, doch potenzielle Kunden saßen ebenso in Europa und Asien, wo OEMs und Zulieferer eigene Technologieökosysteme aufgebaut haben. Die regulatorische Entwicklung spielt eine ambivalente Rolle: Strengere Sicherheitsanforderungen und Assistenzsystem-Pflichten können Lidar-Lösungen begünstigen, während technologieoffene Regelungen dazu führen, dass OEMs unterschiedliche Sensor-Kombinationen testen und länger offenhalten. Makroökonomische Faktoren wie Zinsniveau, Investitionsbereitschaft der OEMs, staatliche Infrastrukturprogramme und handelspolitische Spannungen beeinflussen zusätzlich die Geschwindigkeit der Marktdurchdringung. Vor dem Hintergrund der Insolvenz von AEye und der angestoßenen Veräußerung von Vermögenswerten zeigt sich zugleich, dass strukturelles Wachstumspotenzial in der Branche einzelne Anbieter nicht vor erheblichen Finanzierungs- und Umsetzungsrisiken schützt und dass Marktanteile, IP und Projekte im Rahmen von Restrukturierungen auch auf andere Marktteilnehmer übergehen können.

Unternehmensgeschichte und Entwicklungspfad

AEye wurde im Silicon-Valley-Umfeld als technologiegetriebenes Start-up gegründet, mit dem Ziel, Lidar-Systeme von Grund auf neu zu denken und stärker software- und KI-zentriert auszulegen als herkömmliche Lösungen. In der frühen Phase stand die Entwicklung einer adaptiven Scannerarchitektur und der Aufbau eines Portfolios an geistigem Eigentum im Vordergrund. Im weiteren Verlauf gewann das Unternehmen strategische Investoren und Partnerschaften mit Tier-1-Zulieferern, um die Brücke von Prototypen zu automotive-tauglichen Produkten zu schlagen. Der Weg an die Börse erfolgte über eine Transaktion mit einer Zweckgesellschaft (SPAC), was dem Unternehmen zusätzlichen Zugang zu Kapital für Forschung, Industrialisierung und internationale Expansion verschaffte. Die Unternehmensgeschichte spiegelte typische Muster junger Deep-Tech-Unternehmen wider: hohe F&E-Quote, starke Abhängigkeit von wenigen Pilotkunden und der Zwang, technologische Vision und finanzielle Disziplin zu vereinen. Bis zur Einleitung des Chapter-11-Verfahrens im Jahr 2024 befand sich AEye in einer Transformationsphase von der technologiezentrierten Entwicklungsorganisation hin zu einem stärker serienorientierten Zulieferer, stieß dabei jedoch auf erhebliche Markt-, Wettbewerbs- und Finanzierungsherausforderungen. Mit der im Zuge des Insolvenzverfahrens vereinbarten Veräußerung wesentlicher Vermögenswerte an einen Erwerber ist ein weiterer Einschnitt in der Unternehmensentwicklung verbunden, der sowohl die künftige Rolle der bisherigen Aktiengesellschaft als auch die Fortführung von Produkten und Technologiepfaden in neuer Eigentümerstruktur beeinflussen kann.

Besonderheiten und strukturelle Faktoren

Eine Besonderheit von AEye war die klare Fokussierung auf Lidar mit adaptiver, softwaredefinierter Architektur, anstatt das Portfolio breiter auf andere Sensorarten wie Radar oder Kameras auszuweiten. Dadurch erhöhte sich die technologische Tiefe, aber auch die Abhängigkeit von der Marktdurchsetzung dieser Sensorkategorie. Weiterhin zeichnete sich AEye durch ein asset-light-orientiertes Modell aus, bei dem wesentliche Teile der Fertigung und Skalierung über Partner liefen. Das reduzierte Kapitaleinsatz und Fixkosten, machte das Unternehmen jedoch abhängig von der Leistungsfähigkeit und Verhandlungsmacht dieser Partner. Zudem war das Geschäftsmodell stark projektgetrieben: Einzelne Entwicklungsprogramme konnten erheblichen Einfluss auf Wahrnehmung, Auslastung und mittelfristige Planung haben. Schließlich agierte AEye in einem Umfeld, in dem die technische Roadmap der OEMs und regulatorische Zulassungsverfahren eng verzahnt sind. Verzögerungen bei Sicherheitsstandards, Testprotokollen oder Pilotprojekten wirkten sich direkt auf den Zeitpfad zur Serienreife aus. Mit Eintritt in das Insolvenzverfahren und dem angestoßenen Verkaufsprozess treten zusätzliche strukturelle Faktoren hinzu, etwa mögliche Veräußerungen von Vermögenswerten an strategische oder finanzielle Investoren, Anpassungen des Geschäftsmodells, Veränderungen der Eigentümerstruktur und eine potenzielle Neuordnung von Verträgen, die die künftige strategische Ausrichtung maßgeblich beeinflussen können.

Chancen und Risiken aus konservativer Anlegerperspektive

Für einen konservativen Anleger ergaben sich bei AEye strukturelle Chancen, denen jedoch signifikante Risiken gegenüberstanden. Zu den Chancen zählten:
  • Positionierung in einem Zukunftsmarkt, in dem automatisiertes Fahren, erweiterte Fahrerassistenzsysteme und Smart Infrastructure langfristig wachsende Nachfrage nach präziser Sensorik generieren können
  • Technologische Differenzierung durch adaptive, softwaredefinierte Lidar-Architektur und eigene IP, die bei entsprechender Marktdurchdringung zu einem skalierbaren Lizenz- und Plattformgeschäft ausgebaut werden könnte
  • Kooperationen mit etablierten Tier-1-Zulieferern und Infrastrukturpartnern, die Marktzugang, Industrialisierungskompetenz und regulatorische Expertise einbringen
  • l>Dem standen wesentliche Risiken gegenüber:
    • Technologie- und Adoptionsrisiko: Es ist nicht garantiert, dass Lidar in allen Fahrzeugsegmenten und Regionen zum Standard wird. OEMs könnten kostengünstigere Kombinationen aus Kamera und Radar bevorzugen oder alternative Lidar-Technologien wählen.
    • Wettbewerbsdruck: Zahlreiche Lidar-Anbieter konkurrieren um begrenzte Seriennominierungen. Größere Wettbewerber verfügen teils über stärkere Bilanzen, breitere Produktportfolios oder engere OEM-Beziehungen.
    • Projektrisiko: Verzögerungen oder Ausfälle einzelner Entwicklungsprogramme können erheblichen Einfluss auf die Auslastung und Planungssicherheit haben, insbesondere solange der Übergang in die breite Serienproduktion nicht vollzogen ist.
    • Abhängigkeit von Partnern: Das asset-light-Modell reduziert Investitionen, erhöht aber die Verwundbarkeit gegenüber Störungen und Konflikten in der Liefer- und Wertschöpfungskette.
    • Regulatorische und makroökonomische Unsicherheit: Änderungen bei Sicherheitsstandards, Förderprogrammen oder Handelsbedingungen sowie Konjunkturabschwünge im Automobilsektor können Investitionsentscheidungen der Kunden verzögern.
    • Insolvenz-, Verwertungs- und Restrukturierungsrisiko: Die 2024 eingeleitete Insolvenz nach Chapter 11 und der daran anknüpfende Asset-Verkaufsprozess verdeutlichen, dass finanzielle und operative Risiken materialisiert sind. Ausgang und Folgen des Verfahrens für bestehende Aktionäre, Gläubiger, Belegschaft und für die künftige Struktur der Gesellschaft sind mit hoher Unsicherheit behaftet, zumal wesentliche Vermögenswerte auf einen Erwerber übergehen und die bisherige börsennotierte Einheit in ihrer bisherigen Form deutlich an operativer Substanz verlieren kann.
    • l>Aus konservativer Sicht ist AEye damit ein Beispiel für die hohe Risikointensität von Engagements im Bereich junger Hochtechnologieunternehmen, deren Erfolg maßgeblich von externen Faktoren wie der Geschwindigkeit der Automatisierung, der Kapitalverfügbarkeit bei Kunden, der strategischen Priorisierung von Lidar, der Fähigkeit zur nachhaltigen Refinanzierung und dem Ausgang von Insolvenz- und Verwertungsverfahren abhängt.
Stand: September 2026
Hinweis

AEye Prognose 2026: Einstufung & Empfehlung von Analysten

AEye Kursziel 2026

  • Die AEye Kurs Performance für 2026 liegt bei -53,37%.

Stammdaten

Marktkapitalisierung 48,54 Mio. $
Streubesitz 74,04%
Währung USD
Land USA
Sektor Technologie
Branche Software
Aktientyp Stammaktie

Aktionärsstruktur

+8,26% AIGH Capital Management, LLC
+4,16% Vanguard Capital Management, LLC
+2,95% Vanguard MStar Total Stk Mkt Idx Invest
+1,50% Renaissance Technologies Corp
+1,12% Geode Capital Management, LLC
+1,04% Morgan Stanley - Brokerage Accounts
+0,82% UBS Group AG
+0,79% BENJAMIN EDWARDS INC
+0,72% BlackRock Inc
+0,63% Vanguard Fiduciary Trust Co
+0,61% Jane Street Group LLC
+0,61% Marshall Wace Asset Management Ltd
+0,56% Fidelity Extended Market Index
+0,46% State Street Corp
+0,46% XTX Topco Ltd
+0,31% iShares Micro-Cap ETF
+0,27% Citadel Advisors Llc
+0,22% Northern Trust Corp
+0,2% Millennium Management LLC
+0,19% Algert Global LLC
+0,18% T. Rowe Price Associates, Inc.
+0,17% Fidelity Total Market Index
+0,17% Squarepoint Ops LLC
+0,17% HRT FINANCIAL LLC
+0,15% Fidelity Series Total Market Index
+0,06% Vanguard Balanced Index Inv
+0,04% Vanguard MStar Inst Ttl StkMktIdxInstlPl
+0,03% Vanguard U.S. Eq Idx £ Acc
+0,02% 1290 VT Micro Cap K
+23,459% Institutionelle Aktionäre
+2,504% Insider Aktionäre
+74,037% Streubesitz

Splits & Bezugsrechte

27.12.2023 Reverse Split 30:1

Häufig gestellte Fragen zur AEye Aktie und zum AEye Kurs

Der aktuelle Kurs der AEye Aktie liegt bei 0,76348 €.

Für 1.000€ kann man sich 1.309,79 AEye Aktien kaufen.

Das Tickersymbol der AEye Aktie lautet LIDR.

Die 1 Monats-Performance der AEye Aktie beträgt aktuell -27,29%.

Die 1 Jahres-Performance der AEye Aktie beträgt aktuell -70,31%.

Der Aktienkurs der AEye Aktie liegt aktuell bei 0,76348 EUR. In den letzten 30 Tagen hat die Aktie eine Performance von -27,29% erzielt.
Auf 3 Monate gesehen weist die Aktie von AEye eine Wertentwicklung von -29,09% aus und über 6 Monate sind es -51,53%.

Das 52-Wochen-Hoch der AEye Aktie liegt bei 3,04 $.

Das 52-Wochen-Tief der AEye Aktie liegt bei 0,82 $.

Das Allzeithoch von AEye liegt bei 366,60 $.

Das Allzeittief von AEye liegt bei 0,49 $.

Die Volatilität der AEye Aktie liegt derzeit bei 133,78%. Diese Kennzahl zeigt, wie stark der Kurs von AEye in letzter Zeit schwankte.

Die Marktkapitalisierung beträgt 48,54 Mio. $

Insgesamt sind 23,3 Mio AEye Aktien im Umlauf.

AIGH Capital Management, LLC hält +8,26% der Aktien und ist damit Hauptaktionär.

Am 27.12.2023 gab es einen Split im Verhältnis 30:1.

Am 27.12.2023 gab es einen Split im Verhältnis 30:1.

AEye hat seinen Hauptsitz in USA.

AEye gehört zum Sektor Software.

Das KGV der AEye Aktie beträgt -1,54.

Der Jahresumsatz des Geschäftsjahres 2024 von AEye betrug 233.000 $.

Nein, AEye zahlt keine Dividenden.

Weitere Vorteile:

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