So sei in Europa das Wachstum auf 4,1 Prozent zurückgefallen, nach 14 Prozent im ersten Quartal. In China lag das Plus nur noch bei 2,1 Prozent. Frey verweist auf schwache Zahlen chinesischer Einzelhändler und betont zugleich die Sonderkonjunktur durch die UEFA EURO im Vorjahr, die den Vergleich erschwert habe.
Dennoch überraschte Adidas (adidas Aktie) mit einer deutlich höheren Bruttomarge. Grund seien geringere Rabatte, obwohl bereits zweistellige Millionenbeträge an Zöllen belasteten. Die operative Marge verbesserte sich um 250 Basispunkte. Das sei ein Beleg für "starke Effizienzsteigerungen", wie Frey erklärt.
Adidas bestätigte den Ausblick für das Gesamtjahr. Demnach erwartet das Management ein Betriebsergebnis zwischen 1,7 und 1,8 Milliarden Euro. Der Analystenkonsens liegt jedoch bei über 2 Milliarden Euro, was für Enttäuschung sorgen könnte.
CEO Bjørn Gulden hält dagegen: Die bisherige EBIT-Marge von 9,6 Prozent liege klar über dem internen Plan. Er warnte aber vor neuen Belastungen durch Importzölle. Adidas rechne für den Rest des Jahres mit Zollkosten von 200 Millionen Euro. Dennoch geht Warburg Research davon aus, dass Adidas "seine Prognose übertreffen kann".
| Strategie | Hebel | |||
| Steigender Kurs |
Call
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5
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10
|
20
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| Fallender Kurs |
Put
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5
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10
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20
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Die UBS-Analysten kommen zu einem ähnlichen Fazit. Der Quartalsumsatz von 5,95 Milliarden Euro entsprach weitgehend den Erwartungen, das EBIT von 546 Millionen Euro lag mit einer Marge von 9,2 Prozent leicht über dem Konsens. In Nordamerika stieg der Umsatz ohne Yeezy um 15 Prozent. In Lateinamerika lag das Plus sogar bei 22 Prozent. Die Lagerbestände stiegen allerdings um 16 Prozent im Jahresvergleich, was auf vorsichtige Käufer blicken lässt.
Die UBS rechnet weiterhin mit einem Umsatzwachstum im hohen einstelligen Bereich für das Jahr und einem EBIT von bis zu 1,8 Milliarden Euro, auch wenn der Konsens bei über 2 Milliarden Euro liegt. Die Belastung durch Zölle sei signifikant, aber wohl im Worst-Case bereits eingepreist.
Die Analysten beider Häuser bleiben optimistisch. Die UBS vergibt ein Kursziel von 279 Euro, was einem Potenzial von über 41 Prozent entspricht. Warburg Research hält an seiner Kaufempfehlung bei einem Kursziel von 255 Euro fest. Die Aktie notierte zuletzt bei 197,70 Euro. Die Anleger sind eher pessimistisch: Sie verabschieden sich in Scharen von der Aktie. Die Aktie stürzt tief ins Minus.
Damit dürfte der entscheidende Faktor für die Kursentwicklung nun im Ausblick für das zweite Halbjahr liegen. Investoren erwarten klare Aussagen zur Entwicklung im Direktvertrieb, zum Erfolg neuer Franchises und ersten Hinweisen auf die Orderbücher für 2026. Ohne ein überzeugendes Signal könnte es laut der UBS schwer werden.
Autor: sbh-Redaktion/neb
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