China hat im März 2026 ungewöhnlich große Mengen Silber importiert. Die vorliegende Grafik zu den gesamten chinesischen Silberimporten zeigt einen deutlichen Sprung auf rund 836 Tonnen. Damit liegt der Wert am oberen Rand der gesamten dargestellten Zeitreihe seit 2008. Entscheidend ist nicht nur der einzelne Ausschlag, sondern die Richtung der Bewegung. Nach einer längeren Phase schwächerer Importwerte zieht die Nachfrage nach physischem Silber in China plötzlich stark an. Das spricht dafür, dass der heimische Markt mehr Metall benötigt, als kurzfristig verfügbar ist. Die Gründe können sowohl in der Industrie liegen, etwa bei Solar, Elektronik und Halbleitern, als auch in einer stärkeren Nachfrage nach physischem Silber als Sachwert.
Der Silberpreis in Shanghai lag laut MetalCharts zuletzt weiter deutlich über westlichen Vergleichswerten. Stand 15.05. verglich die Plattform den Shanghai-Preis der Shanghai Gold Exchange mit westlichen Spotpreisen in US-Dollar je Feinunze. In den gezeigten Daten notierte Shanghai-Spot bei 88,77 US-Dollar, während der westliche Spotpreis bei 78,37 US-Dollar lag. Daraus ergab sich ein Aufschlag von 10,40 US-Dollar oder 13,28 Prozent. Die Shanghai Gold Exchange gilt als Chinas wichtigster Spotmarkt für physische Edelmetalle. Anders als westliche Terminmärkte wie COMEX ist der chinesische Markt stärker auf physische Lieferung ausgerichtet. Deshalb könnte der Shanghai-Preis ein wichtiger Hinweis auf reale Nachfrage nach verfügbarem Silber sein.
Wenn in Marktberichten vom Shanghai Silberpreis oder vom Shanghai Premium die Rede ist, ist damit meist der Shanghai Silver Benchmark Price der Shanghai Gold Exchange gemeint. Dieser Benchmark wird für internationale Vergleiche in der Regel auf einer Pre VAT Basis betrachtet. Pre VAT bedeutet: vor Mehrwertsteuer. Genau deshalb kann dieser Preis mit westlichen Spotpreisen verglichen werden, die ebenfalls ohne Mehrwertsteuer angegeben werden. Die chinesische VAT von 13 Prozent ist also nicht einfach der Grund, warum Shanghai über westlichen Preisen handeln kann. Wenn ein Premium gezeigt wird, soll es in der Regel den Preisunterschied zwischen den Märkten zeigen und nicht bloß einen Steueraufschlag.
Beim tatsächlichen Handel an der Shanghai Gold Exchange sieht es anders aus. Wer Silber dort kauft, verkauft oder physisch geliefert bekommt, bewegt sich im chinesischen Börsen und Steuerrahmen. Nach den allgemeinen SGE Regeln ist der Transaction Price für lieferbares Metall inklusive VAT zu verstehen. Deshalb entsteht die Verwirrung: Der reale Börsenhandel kennt VAT, während internationale Premium Vergleiche diese Steuer oft herausrechnen oder bereinigen. Kurz gesagt: Kurz gesagt: Der interne SGE Handelspreis in Yuan ist inklusive VAT. Der Benchmark Preis, der für internationale Vergleiche und den Shanghai Premium genutzt wird, wird in der Regel ohne VAT betrachtet.
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Wenn China wieder deutlich mehr Silber importiert und Shanghai gleichzeitig mit einem spürbaren Aufschlag gegenüber westlichen Preisen handelt, rückt die physische Verfügbarkeit von Silber stärker in den Fokus. Für Silberminen kann das wichtig werden, weil eine höhere Nachfrage nach realem Metall langfristig bessere Absatzbedingungen schaffen kann.
Besonders profitieren können Unternehmen, bei denen Silber tatsächlich das Hauptprodukt ist. Denn viele Produzenten fördern Silber nur als Nebenprodukt von Kupfer, Blei, Zink oder Gold. Steigt der Silberpreis, wirkt sich das bei solchen Unternehmen oft weniger direkt aus. Primäre Silberminen haben historisch dagegen einen stärkeren operativen Hebel auf den Silberpreis. Genau deshalb wird die Unterscheidung zwischen echtem Silberfokus und bloßem Silberanteil wichtiger.
Ein Beispiel ist Silver Mines mit dem Bowdens-Projekt in Australien. Das Projekt zählt laut Unternehmensangaben zu den größten unentwickelten Silberprojekten weltweit. Genannt werden 72 Millionen Unzen Reserven und 180 Millionen Unzen reine Silberressourcen. Geplant wäre eine Minenlaufzeit von bis zu 17 Jahren sowie eine jährliche Förderung von rund 4 Millionen Unzen Silber. Nach einem juristischen Rückschlag arbeitet das Unternehmen an der Wiedererteilung der Genehmigung. Sollte der Silbermarkt enger werden, könnten solche großen Entwicklungsprojekte strategisch wichtiger werden.
Auch Defiance Silver positioniert sich in einem Markt, der neue Silberquellen brauchen könnte. Das Unternehmen ist im mexikanischen Silberdistrikt Zacatecas aktiv und kontrolliert dort ein großes Landpaket nahe bedeutender Silberminen. Neben hochgradigem Silber verfolgt Defiance zusätzliche Projekte mit Gold- und Kupferpotenzial. Solche Unternehmen produzieren zwar noch nicht, könnten aber von steigenden Silberpreisen profitieren, weil ihre Ressourcen im Boden wirtschaftlich attraktiver werden und der Markt nach künftigen Minen sucht.
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