BUZZ High Performance Computing habe nach Unternehmensangaben zwei benachbarte Grundstücke erworben. Das Hauptgrundstück umfasst rund 21 Acres und habe 46 Millionen Dollar gekostet. Ein zusätzliches Grundstück mit etwa 4 Acres sei für 12 Millionen Dollar gekauft worden. Zusammen bilden beide Flächen ein zusammenhängendes Areal, das von einer Stromzuteilung über 320 Megawatt profitieren solle.
Ein Megawatt beschreibt die verfügbare elektrische Leistung. Für große KI-Rechenzentren ist diese Größe entscheidend, weil Tausende Hochleistungschips dauerhaft betrieben und gekühlt werden müssen. Die geplante Anlage bezeichnet HIVE als AI (Artificial Intelligence) Gigafactory. Gemeint ist damit keine klassische Fabrik, sondern ein großes Rechenzentrum, das Strom in Rechenleistung umwandelt. Diese Rechenleistung wird für das Training und den Betrieb von KI-Modellen genutzt. Besonders wichtig sind dabei GPU (Grafikprozessoren). Sie können viele Rechenaufgaben parallel bearbeiten und eignen sich deshalb für KI-Anwendungen, wissenschaftliche Berechnungen und maschinelles Lernen. Nach Darstellung des Unternehmens solle der Standort bei vollständigem Ausbau mehr als 100.000 GPU aufnehmen können.
Das Projekt liegt im Großraum Toronto und damit nahe dem Innovationskorridor Toronto und Waterloo. Nach Einschätzung des Managements könne dieser Standort helfen, große Rechenkapazität näher an Unternehmen, Forschung und öffentliche Einrichtungen zu bringen. Die Inbetriebnahme sei laut Unternehmen für die zweite Jahreshälfte 2027 vorgesehen. Das geplante Investitionsvolumen liege bei rund 3,5 Milliarden kanadischen Dollar. Während der Bauphase sollen nach Angaben von BUZZ mehr als 800 Arbeitsplätze entstehen. Danach könne das Projekt Hunderte dauerhafte Stellen für Fachkräfte schaffen.
Das Rechenzentrum solle über Ontarios Stromnetz versorgt werden. BUZZ plane außerdem geschlossene Kühlsysteme mit einem Ansatz ohne Wasserverbrauch. Kühlung ist bei KI-Rechenzentren ein zentraler Kostenfaktor, weil Hochleistungschips unter starker Auslastung viel Wärme erzeugen.
HIVE stellt das Projekt als Baustein für eine stärker eigenständige KI-Infrastruktur dar. Gemeint sind Rechenzentren, in denen sensible Daten im Land bleiben und nicht über ausländische Anbieter verarbeitet werden müssen. Das kann vor allem für Behörden, Forschungseinrichtungen, Unternehmen, Finanzplattformen und Gesundheitsanwendungen wichtig sein. Executive Chairman Frank Holmes ordnete das Vorhaben als strategischen Schritt ein. Nach seiner Darstellung brauche Kanada eigene Rechenleistung, um die heimische KI-Kompetenz besser nutzen zu können. BUZZ wolle deshalb im Korridor zwischen Toronto und Waterloo eine kontrollierte KI-Infrastruktur aufbauen, die bei vollständigem Ausbau mehr als 100.000 GPU (Grafikprozessoren) umfassen solle.
Aydin Kilic, President und CEO von HIVE Digital Technologies, habe mitgeteilt, HIVE verfüge weltweit über mehr als 850 Megawatt Stromkapazität. Darin enthalten seien 450 Megawatt in betriebenen Rechenzentren sowie eine Pipeline von 400 Megawatt, die 2027 ans Netz gehen solle. Im kanadischen Markt betreibe HIVE demnach derzeit 100 Megawatt an Rechenzentren und ergänze diese um die geplante 320-Megawatt-Pipeline im Großraum Toronto.
Kilic habe zudem auf 5.500 GPU verwiesen, die bereits für KI-Rechenaufgaben im Einsatz seien. Zusammen mit dem 70-Megawatt-Standort Grand Falls in New Brunswick und dem geplanten Standort im Großraum Toronto sehe HIVE die Grundlage, eine Infrastrukturpipeline für rund 130.000 GPU zu entwickeln.
BUZZ will mit dem neuen Standort seine KI-Plattform in Kanada ausbauen. Craig Tavares, President und Chief Operating Officer von BUZZ HPC, sehe die Anlage als wichtigen Baustein für ein Netzwerk über mehrere Provinzen hinweg, darunter British Columbia, Manitoba, Ontario, Quebec und New Brunswick. Die Plattform solle Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen Rechenleistung für KI-Anwendungen liefern, sowohl für das Training als auch für Inferenz, also den laufenden Einsatz bereits trainierter KI-Modelle. BUZZ gehört vollständig zu HIVE und wird als NVIDIA Cloud Partner beschrieben. Nach Angaben des Unternehmens sollen die KI-Fabriken mit erneuerbarer Energie betrieben werden und eine PUE (Power Usage Effectiveness) von unter 1,3 erreichen. Ob BUZZ seine Rolle im kanadischen KI-Infrastruktursektor wie geplant ausbauen könne, hänge jedoch von Baufortschritt, Kosten, Kundennachfrage, der Beschaffung von GPU (Grafikprozessoren) und dem Netzausbau ab.
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