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Nicht sexy, aber stark: Warum Europas Dividenden jetzt locken

Europa ist keine große Wachstumsstory. Doch genau das macht den Kontinent für Anleger plötzlich spannend. Warum Dividenden, defensive Sektoren und Stabilität 2026 wichtiger sein könnten als große Versprechen.
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Die Flagge der Europäischen Union.
Quelle: - pixabay.com
iShares Core MSCI Europe UCITS ETF. 99,41 € iShares Core MSCI Europe UCITS ETF EUR (Acc) Chart -0,01%
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Europäische Aktien müssen 2026 nicht mit großem Wachstum glänzen, um für Anleger interessant zu sein. Darauf verweist Marcus Weyerer, Director ETF Investment Strategy EMEA bei Franklin Templeton. Europas Stärke liege vielmehr in Dividenden, defensiven Branchen und breiter Diversifikation.

Nach Daten von Franklin Templeton machten Ausschüttungen in den vergangenen zehn Jahren 41 Prozent der Gesamtrendite europäischer Aktien aus. In den USA waren es nur 15 Prozent. Wer im MSCI Europe investiert war und Dividenden reinvestierte, erzielte laut Weyerer eine um 30 Prozentpunkte höhere Gesamtrendite als mit reinen Kursgewinnen.

Auch bei den Kapitalströmen sieht er ein Comeback Europas. 2025 flossen laut Franklin Templeton mehr Gelder in europäische Standardwerte- und Eurozonen-Fonds nach europäischem Regelwerk als in vergleichbare US-Produkte. Allein im Februar 2026 sammelten europäische Dividendenstrategien netto 4,8 Milliarden US-Dollar (4,07 Milliarden Euro) ein.

Der Grund dafür liegt für Weyerer nicht in neuer Euphorie über Europas Wachstumsaussichten. Vielmehr suchten Anleger in einem Umfeld aus Handelskonflikten, Iran-Krieg und hoher Volatilität nach Stabilität.

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Genau diese Stabilität böten europäische Dividendentitel. Beim Gewinnwachstum bleibt er vorsichtig. Die Erwartungen für den Stoxx 600 seien 2025 deutlich nach unten korrigiert worden. 

Strukturelle Schwächen

Weyerer nennt den Mangel an großen Champions im Bereich künstliche Intelligenz, starre Arbeitsmärkte und demografischen Gegenwind. Der Bewertungsabschlag Europas gegenüber den USA sei deshalb nachvollziehbar. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis des Stoxx 600 liegt bei rund 17 bis 18, jenes des S&P 500 bei 24.

Einen möglichen Impuls für 2026 sieht Weyerer in der Fiskalpolitik. Er verweist auf das deutsche Sondervermögen von 500 Milliarden Euro sowie auf noch verfügbare Mittel aus dem europäischen Aufbauprogramm. Diese Effekte dürften sich aber erst verzögert in den Unternehmensgewinnen zeigen.

Als robusten Einstieg nennt er daher Dividendenstrategien. Laut Bloomberg- und MSCI-Daten liegen die Dividendenrenditen in Europa klar über denen anderer Industrieländer. Italien kommt auf fünf Prozent, Norwegen auf 4,6 Prozent und Spanien auf 4,2 Prozent. In den USA sind es nur 1,3 Prozent.

Besonders attraktiv findet Weyerer die defensive Sektorstruktur solcher Strategien. Stark vertreten seien Finanzwerte, Kommunikationsdienste, Gesundheitswesen und Energie. Der Technologiesektor spiele dagegen kaum eine Rolle. Das mache solche Portfolios weniger anfällig für Rückschläge bei hoch bewerteten KI-Aktien in den USA.

Sein Fazit

Europa ist 2026 keine große Wachstumsstory. Für Anleger, die laufende Erträge, geringere Schwankungen und defensive Qualität suchen, könnten europäische Dividendentitel aber gerade deshalb interessant sein.

Autor: sbh-Redaktion/neb


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