WWF analysierte nach eigenen Angaben Satellitendaten von Schiffen länger als zwölf Meter, die in den Gebieten unterwegs waren. Untersucht hat WWF unter anderem die Fischerei in den drei Schutzgebieten der Ausschließlichen Wirtschaftszone - Borkum-Riffgrund, Doggerbank und Sylter Außenriff - und in den Nationalparks Wattenmeer.
Der Deutsche Fischerei-Verband äußerte auf Anfrage Zweifel, dass die meisten Weißfische in Schutzgebieten gefangen werden. Nach Krabben werde tatsächlich hauptsächlich in den Nationalparks Wattenmeer gefischt, sagte der Verbandssprecher. Dies sei aber verträglich mit dem Ökosystem. Eine 2023 vorgestellte Studie des Thünen-Instituts war zu einem ähnlichen Ergebnis gekommen.
Grundschleppnetzfischerei wird unterschiedlich bewertet
Grundschleppnetze sind Netze, die von Fischkuttern gezogen werden. In der Regel liegen die Netze auf dem Meeresboden auf, um bodennah lebende Fische zu fangen. Es gibt auch Netze, die einige Meter über dem Boden gezogen werden. Der WWF beklagt wie andere Umweltorganisationen, Grundschleppnetzfischerei führe zu unerwünschtem Fang ("Beifang"), beschädige Lebensräume wie Seegraswiesen und reiße Böden auf, was CO2-Emissionen verursache.
Der Deutsche Fischerei-Verband teilte mit, es gebe unterschiedliche Arten der Grundschleppnetzfischerei mit unterschiedlichen Auswirkungen. Fische seien keine Kartoffeln, Fischer müssten sie nicht ausgraben. Während der Krabbenfischerei beispielsweise rolle das Netz über den Boden; der Boden werde nicht aufgerissen. Spezielle Netze ("Siebnetze") reduzierten unerwünschten Fang./lkm/DP/zb
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