UN-Büro dokumentiert erschütternde Gewalt gegen Ukrainer

dpa-AFX  | 
aufrufe Aufrufe: 221
A-
A+
Lesemodus
playAudio
playTeilen
Mehrere Bürogebäude nebeneinander. (Symbolfoto)
- pixabay.com

GENF (dpa-AFX) - Das UN-Menschenrechtsbüro hat schockierende sexuelle Gewalt und Folter auf dem Territorium der Ukraine dokumentiert. 89 Prozent der untersuchten Fälle seien von russischen Streitkräften, Polizisten und Wachen verübt worden, berichtet Danielle Bell, Leiterin der UN-Menschenrechtsbeobachtungsmission in der Ukraine. Das jüngste und älteste Opfer russischer Verbrechen seien ein vierjähriges Mädchen und eine 82 Jahre alte Frau gewesen.

Für dich zusammengefasst:
Hinweis

Ihr Team hat 1.004 Fälle seit Beginn der russischen Vollinvasion 2022 dokumentiert, konnte allerdings nur einen Bruchteil der möglichen Betroffenen sprechen. "Die 1.004 Fälle sind nur ein Bruchteil der Realität", sagte Bell. Die Angaben beruhen auf vertraulichen Gesprächen mit Hunderten Betroffenen sowie auf Gerichtsunterlagen und amtlichen Dokumenten.

Ihr Team hat keinen Zugang zu den russisch besetzten Gebieten und kann nur Menschen sprechen, die aus Gefangenschaft entlassen wurden und auf von der Ukraine kontrolliertes Territorium kamen.

Folter und Gruppenvergewaltigungen

Das Büro dokumentierte unter anderem Vergewaltigungen mit Gefängnisschlüsseln oder Schaufelstielen, Gruppenvergewaltigungen, Genitalverstümmelungen, Elektroschocks und Schläge gegen die Genitalien. Die meisten Opfer seien Männer, die in Gefangenschaft waren. Viele berichteten über Stromstöße gegen die Genitalien mit einem sowjetischen Feldtelefon, dem sogenannten "Tapik".

Auch russische Kriegsgefangene hätten von sexueller Gewalt berichtet. Bei den 112 dokumentierten Fällen sei es in der Hälfte der Fälle bei Drohungen geblieben. Die Ukraine gebe dem Team Zugang zu allen Gefangenenlagern, Russland kooperiere dagegen nicht, sagte Bell.

Die UN verlangen, dass Russland und die Ukraine alle glaubhaften Vorwürfe "unverzüglich, gründlich und unparteiisch" untersuchen und Verantwortliche unabhängig von Rang oder Zugehörigkeit zur Rechenschaft ziehen./oe/DP/stw



Hinweis: ARIVA.DE veröffentlicht in dieser Rubrik Analysen, Kolumnen und Nachrichten aus verschiedenen Quellen. Die ARIVA.DE AG ist nicht verantwortlich für Inhalte, die erkennbar von Dritten in den „News“-Bereich dieser Webseite eingestellt worden sind, und macht sich diese nicht zu Eigen. Diese Inhalte sind insbesondere durch eine entsprechende „von“-Kennzeichnung unterhalb der Artikelüberschrift und/oder durch den Link „Um den vollständigen Artikel zu lesen, klicken Sie bitte hier.“ erkennbar; verantwortlich für diese Inhalte ist allein der genannte Dritte.

Themen im Trend

Weitere Vorteile:

  • Kursalarme
  • Watchlists & Musterdepots
  • Börsenspiele & Community-Forum
  • Historische Kurse im CSV-Format
  • News & Themen abonnieren