BODENHEIM (dpa-AFX) - Der Trend zu trockenen und Weißweinen in Deutschland hält an. Nach Auswertung der bundesweiten Qualitätsweinprüfung wurden im vergangenen Jahr 53 Prozent aller deutschen Qualitäts- und Prädikatsweine in der trockenen Geschmacksrichtung angeboten, wie das Deutsche Weininstitut (DWI) im rheinhessischen Bodenheim mitteilte.
Für dich zusammengefasst:
53 Prozent der deutschen Weine waren 2022 trocken.
Der Anteil trockener Weine stieg seit 2010 kontinuierlich.
Weißweine machten 2022 knapp 70 Prozent des Angebots aus.
Dies entspreche erneut einem Plus von einem Prozentpunkt gegenüber dem Vorjahr. 2020 habe der Anteil trockener Weine noch bei 48 Prozent gelegen, 2010 sogar nur bei 40 Prozent.
Zum Hintergrund: Die qualitätsgeprüften Weine machten im Durchschnitt vieler Jahre rund 95 Prozent der Produktion deutscher Winzer aus.
Der Trend zu weniger Süße ist dem Weininstitut zufolge auch bei den Schaumweinen erkennbar. 54 Prozent der qualitätsgeprüften Sekte seien geschmacklich als "brut" bis "brut nature" eingestuft worden. Fünf Jahre zuvor waren es noch jeder zweite.
Liebliche und süße Weine weniger gefragt
Der kontinuierliche Zuwachs an trockenen Weinen bedingt einen weiteren Rückgang an lieblichen und süßen Weinen. Das Minus in der Qualitätsweinprüfung habe 2025 im Vergleich zum Vorjahr bei einem Prozentpunkt gelegen - im Vergleich zu vor 15 Jahren aber bei acht Prozentpunkten.
"Das Angebot halbtrockener Weine ging seit 2010 nur leicht um vier Prozentpunkte zurück und war mit einem Anteil von 19 Prozent gegenüber 2024 unverändert", stellte das DWI fest.
Etwas mehr Weiß und weniger Rot
Weißweine machten im vergangenen Jahr knapp 70 Prozent des deutschen Angebots an Qualitäts- und Prädikatsweinen aus, etwas mehr als im Vorjahr. Der Rotweinanteil lag bei 17 Prozent und Rosé bei 13 Prozent.
Vor 15 Jahren sei der Rotweinanteil mit 33 Prozent noch doppelt so hoch gewesen und habe noch vor fünf Jahren bei 24 Prozent gelegen, sagte DWI-Sprecher Ernst Büscher.
Weißweine machten 2010 nur 57 Prozent aus und 2020 etwa 63 Prozent. Der Anteil der Roséweine lag schon vor fünf Jahren bei 13 Prozent, nach zehn Prozent im Jahr 2010.
Insgesamt seien rund 6,2 Millionen Hektoliter Wein erfolgreich geprüft worden. Das waren sieben Prozent weniger als im Jahr zuvor. Die vergleichsweise kleine Erntemenge 2024 nennt das Weininstitut als Grund./irs/DP/zb
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