Seit mehr als einem halben Jahr hält eine gewaltige Protestwelle das Balkanland im Bann. Ausgelöst hatte sie der Einsturz eines frisch renovierten Bahnhofsvordachs in der nordserbischen Stadt Novi Sad am 1. November des Vorjahrs, bei dem 16 Menschen ums Leben kamen. Unabhängige Experten und Oppositionelle machen Schlamperei und Korruption unter dem teils autoritär herrschenden Präsidenten Aleksandar Vucic für die Tragödie verantwortlich.
Die Proteste werden seit Mitte November von den Studenten des Landes getragen, die praktisch alle Universitäten besetzt haben und immer wieder zu Demonstrationen und Straßenblockaden aufrufen. Mit der Zeit schlossen sich ihnen immer mehr Bürger aus allen Bevölkerungsschichten an.
Vucic bestimmt seit 2012 in wechselnden Funktionen die Geschicke des Landes. Er kontrolliert die Medien, Justiz und Polizei; Schlägertrupps, die seiner Regierungspartei SNS zugerechnet werden, attackieren Oppositionelle und schüchtern Kritiker ein. Während die Studentenbewegung eine zeitnahe Neuwahl verlangt, hat Vucic bislang eine solche nur innerhalb von anderthalb Jahren in Aussicht gestellt./gm/DP/zb
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