ATHEN (dpa-AFX) - Die griechische Regierung hat bei der Ukraine wegen eines Vorfalls mit einem unbemannten Seefahrzeug im Ionischen Meer offiziell Protest eingelegt. Das Außenministerium in Athen übermittelte nach Angaben des staatlichen Fernsehens entsprechende diplomatische Noten an die ukrainische Botschaft sowie an das Außenministerium in Kiew.
Für dich zusammengefasst:
Die griechische Regierung protestiert offiziell bei der Ukraine.
Ein unbemanntes Boot mit Sprengstoff wurde vor Lefkada gefunden.
Der Sprengsatz wurde von der Küstenwache gesprengt.
Auslöser ist ein Vorfall vor der Ferieninsel Lefkada, bei dem Fischer ein etwa sechs Meter langes unbemanntes Boot mit laufendem Motor entdeckten und später in Richtung eines kleinen Hafens schleppten. Die griechischen Behörden stellten anschließend fest, dass es sich um ein Fahrzeug ukrainischer Bauart handelte, das mit rund 100 Kilogramm Sprengstoff beladen war. Der Sprengsatz wurde von der Küstenwache in einer kontrollierten Explosion unschädlich gemacht.
Einsatz gegen russische Schiffe?
Nach Angaben aus griechischen Sicherheitskreisen prüfen die Behörden zudem einen möglichen Zusammenhang mit dem Einsatz solcher Seedrohnen gegen Schiffe der sogenannten russischen Schattenflotte, die trotz Sanktionen für den Transport von Erdöl genutzt werden. Demnach sollen entsprechende Angriffe mit Drohnen bereits in Teilen des Mittelmeers stattgefunden haben, unter anderem zwischen Libyen und Kreta sowie vor Malta.
In der diplomatischen Note betont Athen laut Staatsfernsehen, der Vorfall habe die maritime Sicherheit erheblich gefährdet. Es habe das Risiko bestanden, dass Zivilisten zu Schaden kommen und schwere Umweltschäden entstehen. Zudem warnt die griechische Regierung davor, dass eine Ausweitung militärischer Aktivitäten in die Region die nationale Sicherheit und wirtschaftliche Interessen Griechenlands beeinträchtigen könnte.
Abschließend heißt es, das Recht der Ukraine auf Selbstverteidigung könne solche Vorfälle im Mittelmeer nicht rechtfertigen. Griechenland erwartet eine offizielle Stellungnahme aus Kiew, wie das griechische Fernsehen weiter berichtete./tt/DP/jha
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