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Schwellenländer vor Neubewertung: Diese Märkte könnten jetzt zünden

Schwellenländer gelten oft als riskant. Technologie, günstige Bewertungen und starke Qualitätstitel könnten Anlegern neue Chancen eröffnen.
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Eine Person hält einen kleinen Globus (Symbolbild).
Quelle: - pexels.com

Die Weltwirtschaft verändert sich. Stephen Li Jen, Chef von Eurizon SLJ Capital, sieht eine neue Phase des globalen Wettbewerbs. Vor allem die Rivalität zwischen den Vereinigten Staaten und China prägt Politik, Wirtschaft und Technologie immer stärker.

In diesem Umfeld gewinnen Schwellenländer für Anleger an Bedeutung. Länder wie Südkorea und Taiwan zeigen bereits, wie stark sie im Technologiesektor geworden sind. Zugleich verschwimmt die alte Trennung zwischen Industrie- und Schwellenländern. Taiwan und Südkorea erreichen beim Bruttoinlandsprodukt pro Kopf in US-Dollar bereits Niveaus, die mit Deutschland oder Italien vergleichbar sind.

Viele Schwellenmärkte werden dennoch weiter günstiger bewertet als entwickelte Märkte. Nach Einschätzung von Eurizon SLJ Capital passt das nicht immer zu den Fundamentaldaten. Besonders Taiwan, Südkorea und der Technologiesektor in Hongkong verbinden starkes Gewinnwachstum mit vergleichsweise niedrigen Bewertungen.

Ein breiter Indexansatz reicht aus Sicht von Li Jen aber nicht mehr aus. Viele Schwellenländerindizes seien veraltet und bildeten die heutige Realität nur unzureichend ab. Sie mischten sehr unterschiedliche Länder und Branchen. Hochwertige Einzelunternehmen kämen darin oft nicht genug zur Geltung.

Deshalb setzt Eurizon SLJ Capital auf Auswahl statt Breite. In Schwellenländern haben die besten zehn Prozent der Unternehmen laut Li Jen deutlich besser abgeschnitten als der Gesamtindex. Qualität kann dort also einen größeren Unterschied machen als in Europa.

Besonders wichtig bleibt China

Das Reich der Mitte hat seit 2020 seine Wirtschaftspolitik neu ausgerichtet. Peking setzt weniger auf maximales Wachstum und stärker auf Reformen, Technologie und Nachhaltigkeit. Dazu gehörte auch die Verkleinerung des Immobiliensektors, um das Entwicklungsmodell stabiler zu machen.

Heute treibt vor allem Technologie die chinesische Wirtschaft. Li Jen beschreibt Chinas Ansatz als hohe technologische Leistungsfähigkeit bei deutlich niedrigeren Kosten. Das zeigt sich bei Robotik und Künstlicher Intelligenz. Chinesische Lösungen sind häufig nicht absolut führend, überzeugen aber durch Effizienz und ein starkes Preis-Leistungs-Verhältnis.

Für Investoren verändert das den Blick auf den Technologiewettbewerb. Es geht nicht nur um Gewinner und Verlierer. Umsetzungsgeschwindigkeit, Kostenkontrolle und operative Effizienz werden immer wichtiger.

Auch der chinesische Aktienmarkt biete Chancen. Der Exportsektor habe sich stark verändert. Statt einfacher Güter stehen heute Elektrofahrzeuge, Batterien, Halbleiter und Lösungen für die Energiewende stärker im Mittelpunkt. Gleichzeitig habe China in den vergangenen fünf bis sieben Jahren robuste Lieferketten aufgebaut.

Hinzu kommt die Größe der chinesischen Wirtschaft. In mehr als 40 Industriezweigen hält China laut Li Jen einen globalen Marktanteil von über 50 Prozent. Das stärkt die Verhandlungsmacht bei Kosten und zunehmend auch die Preissetzungsmacht.

Schwellenländer sind nicht mehr nur eine riskante Beimischung. Sie werden zu einem eigenständigen Feld für Technologie, Qualität und Diversifikation. Entscheidend bleibt aber die Auswahl der richtigen Unternehmen und Schuldner.

Autor: sbh-Redaktion/neb


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