ROUNDUP: Unionsfraktionsvize will Kohlekraftwerke anwerfen

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Ein Industriestandort bei Sonnenaufgang (Symbolbild).
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BERLIN (dpa-AFX) - Unionsfraktionsvize Sepp Müller will angesichts der hohen Gaspreise die deutschen Kohlekraftwerke stärker nutzen. "Es geht um die Kohlekraftwerke, die im Moment nur einspringen, wenn der Strom in den Dunkelflauten ohne Wind und Sonne sehr knapp ist", sagte der CDU-Politiker der "Wirtschaftswoche". "Diese Kohlekraftwerke sollten wieder ständig laufen." Bei der SPD stieß der Vorstoß auf Ablehnung.

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Müller hofft auf niedrigere Strompreise

Das könne die Strompreise senken und helfen, teures Gas zu sparen - und so auch dazu beitragen, die Speicher für den Winter zu füllen, argumentierte Müller. Er verwies auf die besondere Lage durch den Iran-Krieg, der die Gaspreise in die Höhe schnellen lässt, und auf den Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD. Dort steht: "Der Zeitplan, Kohlekraftwerke vom Netz oder in die Reserve zu nehmen, muss sich danach richten, wie schnell es gelingt, steuerbare Gaskraftwerke tatsächlich zuzubauen."

Die Kraftwerke in der Reserve ließen sich schnell aktivieren, sagte Müller. "Wir werden das nun in der Koalition besprechen." Die deutsche Wirtschaft könne so pro Jahr einen dreistelligen Millionenbetrag sparen, glaubt der Abgeordnete.

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Die Kohlekraftwerke sollten aus Sicht Müllers laufen, bis Gaskraftwerke mit einer vergleichbaren Kapazität gebaut sind, was voraussichtlich 2030 oder 2031 der Fall sei. Auf den Hinweis, dass Kohle als sehr klimaschädliche Art der Stromerzeugung gilt, verwies Müller auf den Emissionshandel. Er kündigte an, das Thema bei der SPD anzusprechen. Mit Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) sei er im Austausch. "Es gibt Ideen, wie man's machen kann."

Die energiepolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Nina Scheer, erteilte den Überlegungen eine Absage. "Fossile Überangebote durch zugeschaltete Kohlekraftwerks-Reserven entsprechen weder physisch noch preislich der aktuellen Bedarfslage", erklärte sie. Dies würde den Hochlauf erneuerbarer Energien und von Speicherkapazitäten hemmen. "Ein solches Hemmnis würde uns preislich belasten und nicht entlasten sowie fossile Abhängigkeiten verfestigen, statt sie aufzulösen. Das wäre das Gegenteil der Energiesicherheit, auf die es nun ankommt."/hrz/DP/mis


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