COURBEVOIE (dpa-AFX) - Der Baustoffkonzern Saint-Gobain bekommt die Schwäche im Markt für neue Wohnimmobilien anhaltend zu spüren. Im dritten Quartal erlösten die Franzosen 11,6 Milliarden Euro, das waren lediglich 0,4 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Auch blieb das vergleichbare Wachstum mit 2,5 Prozent hinter den Erwartungen der von Bloomberg befragten Analysten zurück. An der Börse rutschte die Aktie auf die Nachrichten hin am Mittwochvormittag moderat ab.
Für dich zusammengefasst:
Saint-Gobain erlöste im dritten Quartal 11,6 Milliarden Euro.
Die Aktie verlor am Mittwochvormittag rund 0,7 Prozent.
Wachstum im Konzern wird durch Schwäche im Bausektor beeinträchtigt.
Am Vormittag verlor das im EuroStoxx 50 notierte Papier zuletzt rund 0,7 Prozent auf 67,34 Euro. Damit blieben die Abgaben überschaubar im Vergleich zum deutlichen Rückschlag in diesem Jahr. Denn allein seit Jahresbeginn hat das Papier gut ein Fünftel verloren. Vorangegangen war bereits ein Jahr 2025 mit Verlusten, nachdem die Aktie noch im März desselben Jahres mehr als 106 Euro gekostet hatte.
Saint-Gobain profitierte im Berichtszeitraum zwar von der starken Nachfrage nach Baumaterialien für Rechenzentren, wie der Konzern am Dienstagabend in Paris mitteilte. Die Geschäftsentwicklung sei aber unter anderem durch den anhaltenden Abschwung im britischen Bausektor, eine verhaltene Renovierungstätigkeit in Frankreich und weniger neue Wohnungsbauprojekte in Nordamerika beeinträchtigt worden, hieß es. Rückläufig war das Geschäft zudem im sehr volatilen lateinamerikanischen Markt, während die Region Asien-Pazifik dank einer starken Nachfrage aus Indien durch neu gewonnene Bauprojekte am deutlichsten zulegen konnte.
Ben Rada Martin von der US-Bank Goldman Sachs konstatierte jedoch, dass das Wachstum des Konzerns sich insgesamt weiter abschwäche. Auch die Aussichten auf das vierte Quartal seien eher gedämpft, schrieb der Experte. Er befürchtet, dass sich die maue Tendenz beim Absatz auch noch bis in das kommende Jahr hinein fortsetzen dürfte.
Auch Jefferies-Expertin Glynis Johnson sah viel Schatten in der Quartalsbilanz. Sie hatte sich selbst ein stärkeres Wachstum erhofft und hält es auch nicht für ausgeschlossen, dass die Marktschätzungen für 2026 und 2027 geringfügig sinken könnten. Dies spiegelt die gesunkene Bewertung an der Börse aus ihrer Sicht aber bereits wider. Die veröffentlichten Zahlen und der bestätigte Ausblick dürften der Stimmung nicht aufhelfen, so Johnson.
Unternehmenschef Benoit Bazin peilt für das laufende Jahr weiterhin eine operative Marge von mehr als 15 Prozent an, nach 15,5 Prozent im Jahr 2025. Auch soll der vergleichbare Umsatz in der zweiten Jahreshälfte 2026 steigen, ein konkretes Ziel nennt der Manager hier aber nicht./tav/mis/stk
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