Boom dank Rekordsommer: Diese Unternehmen stehen vor einem Milliardenmarkt
Ingo Kolf
Ingo Kolf
Ingo Kolf bringt über zwei Jahrzehnte Erfahrung im internationalen Finanzjournalismus mit, darunter 19 Jahre beim Nachrichtendienst Bloomberg, mit Stationen in Frankfurt und sechs Jahren in New York. Seine fundierte Expertise umfasst die Bereiche Makroökonomie, Wirtschaftspolitik und globale Zinsentscheidungen, mit einem besonderen Fokus auf die Devisenmärkte und bewährte Dividendenstrategien. Bei ARIVA.DE ordnet er die großen wirtschaftlichen Trends unserer Zeit in tiefgehenden Hintergrundberichten und Analysen ein.
Europa holt bei Klimaanlagen rasant auf. Davon profitieren vor allem asiatische Hersteller – doch auch europäische Zulieferer könnten am Boom verdienen.
Für dich zusammengefasst:
Europa hat einen Klimaanlagenanteil von 20 Prozent.
Chinas Exporte von Klimaanlagen nach Europa stiegen um 43%.
Haier und Midea sind große Gewinner im europäischen Markt.
Europa hat Klimaanlagen jahrzehntelang weitgehend abgelehnt. Sie galten als Stromfresser, unnötiger Luxus und zusätzliches Klimaproblem. Doch nach immer neuen Hitzewellen kippt die Haltung. Für die Branche entsteht damit ein Markt mit enormem Nachholpotenzial – und an der Börse rücken gleich mehrere Unternehmen in den Fokus.
Denn während in den USA rund 90 Prozent der Haushalte klimatisiert sind, liegt der Anteil in Europa nur bei etwa einem Fünftel, in Deutschland bei 19 Prozent und in Großbritannien sogar nur bei 12 Prozent. Genau diese niedrige Ausgangsbasis macht den Kontinent für Hersteller so attraktiv. Deutschland, Frankreich und Großbritannien gelten dabei als besonders interessante Aufholmärkte.
Dass die Nachfrage bereits anspringt, zeigen aktuelle Zahlen deutlich. Chinas Exporte von Klimaanlagen in die Europäische Union erreichten im ersten Halbjahr 2026 einen Wert von 3,8 Milliarden US-Dollar – ein Plus von 43 Prozent gegenüber dem Vorjahr, zeigen Bloomberg-Daten. Bei einzelnen Herstellern fällt das Wachstum noch stärker aus.
Midea steigerte seine Klimaanlagen-Umsätze in vier wichtigen europäischen Ländern im ersten Halbjahr um mehr als 70 Prozent. TCL meldete mehr als zwei Drittel höhere Bestellungen aus Europa, bei mobilen Geräten sogar einen Zuwachs von mehr als 90 Prozent. Haier zufolge haben sich die Verkäufe in Frankreich, Deutschland und Großbritannien allein im Juni mehr als verdoppelt.
Damit verschiebt sich der Wettbewerb zunehmend zugunsten asiatischer Anbieter. Zu den etablierten Profiteuren zählen neben Midea und Haier auch Daikin Industries und Mitsubishi Electric. Beide japanischen Konzerne sind seit Jahren stark im europäischen Klima- und Wärmepumpengeschäft vertreten und verfügen über etablierte Vertriebs- und Servicenetzwerke.
Besonders spannend ist die Geschichte von Haier. Der Konzern geht auf eine hoch verschuldete Kühlschrankfabrik im chinesischen Qingdao zurück, die in den 1980er-Jahren kurz vor dem Zusammenbruch stand. Damals übernahm das Unternehmen Technologie und Produktions-Know-how vom deutschen Kühlgerätehersteller Liebherr. Selbst der Name Haier entstand aus dieser Verbindung. Heute zählt der Konzern zu den größten Hausgeräteherstellern der Welt – und tritt nun selbst als Herausforderer in Europa auf.
Europäische Profiteure
Neben den Geräteherstellern könnten auch Zulieferer profitieren. Beijer Ref aus Schweden ist einer der größten europäischen Großhändler für Klima-, Kälte- und Wärmepumpentechnik. Der Konzern verdient damit unabhängig davon, welcher Hersteller am Ende Marktanteile gewinnt.
Auch Arkema könnte interessant sein. Der französische Spezialchemiekonzern produziert Kältemittel und arbeitet an Varianten mit geringerem Treibhauspotenzial. Das ist relevant, weil die EU ihre Vorschriften für fluorierte Kältemittel weiter verschärft. Saint-Gobain wiederum könnte indirekt über Dämmung, Verglasung und energieeffiziente Gebäudelösungen vom Anpassungsbedarf profitieren.
Der Boom hat allerdings Grenzen. Mehr Klimaanlagen bedeuten höheren Stromverbrauch, zusätzliche Belastungen für die Netze und strengere regulatorische Anforderungen. Außerdem erschweren Denkmalschutz und alte Gebäudestrukturen in vielen europäischen Städten den Einbau.
Trotzdem bleibt die Börsenstory klar: Europa gehört bei Klimaanlagen noch zu den am wenigsten erschlossenen wohlhabenden Regionen der Welt. Wenn sich die Ausstattung nur schrittweise an andere Industrieländer annähert, entsteht ein Milliardenmarkt. Die größten Chancen liegen dabei derzeit vor allem bei Daikin, Mitsubishi (Mitsubishi Aktie) Electric, Midea, Haier und Beijer Ref – ergänzt um Zulieferer wie Arkema und Saint-Gobain.
Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen finden Sie jeweils hier:
DE000NB4D256 ,
DE000NB4G283 . Bitte informieren Sie sich vor Erwerb ausführlich über Funktionsweise und Risiken der Produkte. Bitte beachten Sie auch die weiteren Hinweise zu dieser Werbung.
Im Durchschnitt erleiden 7 von 10 Kleinanlegern Verluste beim Handel mit Turbo-Zertifikaten. Turbo-Zertifikate sind hoch risikoreiche Produkte und nicht für langfristige Anlagestrategien geeignet.
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