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ROUNDUP/Hantavirus: Vier Schiffspassagiere nach Deutschland gebracht

FRANKFURT (dpa-AFX) - Vier in die Niederlande ausgeflogene deutsche Passagiere des von einem Hantavirus-Ausbruch betroffenen Kreuzfahrtschiffs sind nach Deutschland gebracht worden. Ein Sprecher der Uniklinik Frankfurt bestätigte am Morgen die Ankunft des sogenannten Sonderisoliertransports. In der Klinik sollten die Passagiere zunächst weiter untersucht und beobachtet und anschließend zur vorsorglichen Quarantäne in die jeweiligen Bundesländer gebracht werden. Über die konkreten Maßnahmen dort entscheiden die zuständigen Gesundheitsämter.

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Quelle: - pixabay.com:

Ein weiterer deutscher Passagier wurde nach Großbritannien geflogen, wie die britische Nachrichtenagentur PA berichtete. Der Deutsche, der in Großbritannien lebe, sei zusammen mit 20 britischen Staatsbürgern und einem Japaner zum Arrowe Park Hospital auf der Halbinsel Wirral im Nordwesten Englands gebracht worden.

Einer der deutschen Passagiere soll in die Berliner Charité gebracht werden. Nach Angaben der zuständigen Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit zeigt die Person bisher keine Symptome und kommt "aus der Region Berlin-Brandenburg". Eine symptomfreie deutsche Kontaktperson soll in Baden-Württemberg in häusliche Quarantäne gehen. Das teilte das Sozial- und Gesundheitsministerium in Stuttgart am Abend mit.

Unterdessen wurde eine Französin positiv auf das Virus getestet. Der Zustand der Frau habe sich in der Nacht verschlechtert, sagte Frankreichs Gesundheitsministerin Stéphanie Rist im Sender France Inter. Nach Angaben des US-Gesundheitsministeriums zeigte von den 17 Landsleuten, deren Rückholung die Regierung organisierte, einer milde Symptome. Bei einem weiteren habe ein PCR-Test "mild positiv" angeschlagen. PCR-Tests können bereits eine sehr geringe Virenmenge nachweisen.

Am Sonntag waren erste Sonderflüge von der Kanareninsel Teneriffa - wo die "Hondius" nach mehreren Wochen auf See angelegt hatte - gestartet, um die Menschen vom Schiff aus insgesamt 23 Nationen unter speziellen Sicherheitsvorkehrungen in ihre Heimat zu bringen.

Weiterhin drei Tote und vergleichsweise wenig Nachweise

Das Andesvirus, der Virustyp, mit dem sich die Reisenden infizierten, gilt als wenig ansteckend von Mensch zu Mensch. Nötig ist Experten zufolge enger Kontakt über einen längeren Zeitraum. Stand Sonntag hatte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sechs bestätigte Hantavirus-Fälle und zwei Verdachtsfälle erfasst - es gab also vorerst keinen größeren Anstieg der Fallzahl. Drei dieser acht Personen waren gestorben: ein älteres Ehepaar aus den Niederlanden und eine deutsche Frau.

Die WHO vermutet, dass die Infektionskette von dem niederländischen Ehepaar ausging, das sich vor der Einschiffung in Argentinien angesteckt haben könnte. Da die Symptome denen verschiedener Atemwegserkrankungen ähneln, war erst verzögert auf das Hantavirus getestet worden. Erst dann kamen strengere Isolierungs- und Überwachungsmaßnahmen in Gang. Dadurch war es zunächst zu einigen Folgeansteckungen gekommen.

RKI-Chef: Keine Gefährdung oder gar Pandemiegefahr

Der Chef des deutschen Robert Koch-Instituts sieht weiter keine Gefahr für die Bevölkerung. Das Virus könne Menschen zwar sehr krank machen, sagte Lars Schaade am Sonntagabend im ZDF-"heute journal". "Aber die gute Nachricht ist eigentlich, das ist kein Virus, das sich verbreitet. Und insofern kann ich, glaube ich, sagen: Ich sehe eigentlich keine Gefährdung für die Bevölkerung in Deutschland und auch keine Pandemie-Gefahr."

Mit Blick auf den dieser Tage oft gezogenen Vergleich mit dem Coronavirus sagte Schaade: "Das ist ein ganz anderes Virus, und die Gefahr ist überhaupt nicht vergleichbar." Man kenne das Virus schon sehr lange und könne es deshalb sehr gut einschätzen. Das Coronavirus sei damals ein neues Virus mit spezifischen Eigenschaften gewesen. "Hier haben wir ein Virus, das wir seit 31 Jahren kennen."

Schaade sprach von sicherlich einigen Tausend Fällen seit der Entdeckung 1995. "Und immer ist es gelungen, die Ausbruchssituation entsprechend unter Kontrolle zu bringen."

Diese Einschätzung teilt auch die EU-Gesundheitsbehörde ECDC: Selbst wenn es zu einer Übertragung des Andesvirus durch Passagiere käme, die vom Schiff evakuiert wurden, sei das Virus nicht leicht weiter übertragbar, "so dass es unwahrscheinlich ist, dass es zu vielen Infektionsfällen oder einem großflächigen Ausbruch in der Bevölkerung käme".

Mittlere einstellige Zahl deutscher Staatsangehöriger auf dem Schiff

Auf der "Hondius" waren zuletzt insgesamt 140 bis 150 Reisegäste, Besatzungsmitglieder und begleitende Experten. Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums war darunter eine mittlere einstellige Zahl deutscher Staatsangehöriger.

Die "Hondius" sollte nach Ausschiffung der Menschen mit einem Teil der Crew in Richtung Niederlande steuern, unter deren Flagge sie fährt. Erst nach der Ankunft im Hafen Rotterdam soll die an Bord gestorbene Deutsche vom Schiff gebracht werden. Auch die Desinfektion des Schiffs soll in den Niederlanden erfolgen. Bis nach Rotterdam wird die "Hondius" rund fünf Tage unterwegs sein./hus/DP/jha

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