ZÜRICH (dpa-AFX) - Der Rückversicherer Swiss Re hat im ersten Halbjahr überraschend stark von geringen Großschäden profitiert. Unter dem Strich stand ein Gewinn von 2,8 Milliarden US-Dollar und damit neun Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Swiss-Re-Chef Andreas Berger sieht den Konzern damit auf gutem Weg zu einem Jahresgewinn von mindestens 4,5 Milliarden Dollar (Dollarkurs). Doch der Preisrückgang im Kerngeschäft setzt sich immer stärker fort.
Für dich zusammengefasst:
Swiss Re erzielte im ersten Halbjahr 2,8 Milliarden Dollar Gewinn.
Preise im Schaden- und Unfallgeschäft sanken um 1,2 Prozent.
Betriebskosten sollen bis 2028 um 500 Millionen Dollar sinken.
Bis zum Nachmittag gewann die Swiss-Re-Aktie 0,7 Prozent auf 137,20 Franken und gehörte damit zu den stärkeren Titeln im schweizerischen Leitindex SMI. Seit dem Jahreswechsel hat das Papier nun gut drei Prozent gewonnen.
Die weltgrößten Rückversicherer Swiss Re, Munich Re und Hannover Rück müssen im Schaden- und Unfallgeschäft mit Erstversicherern wie Allianz (Allianz Aktie) und Axa (AXA Aktie) schon länger Preisabschläge hinnehmen. Zuvor hatte die Branche infolge hoher Katastrophenschäden jahrelang immer mehr Geld dafür verlangt, dass sie den Erstversicherern Spitzenrisiken aus deren Büchern abnahm. Inzwischen hat sich der Trend umgekehrt.
Swiss Re verbuchte bei der Vertragserneuerung zum Juni und Juli im Schaden- und Unfallgeschäft einen nominalen Preisrückgang von 1,2 Prozent. Einschließlich der Inflation und veränderter Risiken sanken die Preise unter dem Strich sogar um 5,3 Prozent. Rechnet man alle Erneuerungen seit Jahresbeginn zusammen, betrug dieser Rückgang immerhin 4,6 Prozent.
Die Swiss-Re-Spitze beteuerte jedoch, dass die von ihr abgeschlossenen Preise und Konditionen zu den Finanzzielen des Konzerns passten. Im ersten Halbjahr ging allerdings auch der Versicherungsumsatz des Konzerns um drei Prozent auf knapp 20,3 Milliarden Dollar zurück. Dennoch wuchs der Gewinn in allen drei Sparten. In der Schaden- und Unfall-Rückversicherung und in der Direktversicherung großer Industrieunternehmen lag dies vor allem an den geringeren Schäden.
Unterdessen setzt Swiss Re im eigenen Haus noch stärker den Rotstift an. Bis zum Jahr 2028 sollen die Betriebskosten nun um 500 Millionen Dollar sinken. Bisher hatte sich Konzernchef Berger bis 2027 eine Senkung um 300 Millionen Dollar vorgenommen./stw/tav/he
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