- 11,4 Prozent der Agrarfläche waren ökologisch bewirtschaftet.
- Die Zahl der Bio-Höfe sank auf 28.150 Betriebe.
- Der Umsatz mit Bio-Produkten stieg um 4,3 Prozent.
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Die Entwicklung auf den Feldern ist wichtig, wenn auch heimische Landwirte am wachsenden deutschen Bio-Markt teilhaben wollen. Sonst könnten Importeure stärker profitieren. Dabei hatte das Ministerium zu den Bio-Berechnungen angekündigt, dass von diesem Jahr an nur noch Daten verwendet werden, die das Statistische Bundesamt erhebt. "Die Umstellung schafft eine einheitliche statistische Grundlage, da nun für ökologische und konventionelle Betriebe dieselben Erfassungsgrenzen gelten", sagte ein Sprecher. Zuvor waren bei Bio auch sehr kleine Höfe mit weniger als fünf Hektar berücksichtigt worden.
Auch Bio-Höfe im Strukturwandel
Dass die Ökofläche jetzt leicht auf rund 1,9 Millionen Hektar zunahm, während die Zahl der Bio-Betriebe sank, sei Ausdruck des generellen Strukturwandels der Landwirtschaft, hieß es zur Erläuterung: Weniger Höfe bewirtschaften im Schnitt größere Flächen. Da auch die Gesamtzahl der Betriebe sank, blieb der Anteil der Öko-Betriebe an allen Betrieben mit 11,2 Prozent dennoch stabil.
Weiterhin stellen Landwirte auf ökologische Produktion um, wie das Ministerium erklärte. Zugleich werden Bio-Höfe aufgegeben, etwa weil eine Nachfolge fehlt oder Betriebe wieder konventionell wirtschaften wollen. Generell ist es eine Kalkulationsfrage, ob Betriebe umschwenken. So ist bei Bio der Aufwand bei der mechanischen Bodenbearbeitung mit Traktoren und Maschinen höher, was höhere Dieselkosten bringt. Andererseits sind chemisch-synthetische Dünge- und Pflanzenschutzmittel tabu, die infolge des Iran-Kriegs auch teurer wurden.
Geschäft mit Bio-Lebensmitteln wächst
Die Nachfrage nach Bio-Produkten, die meist etwas mehr kosten, wächst bis auf einen Dämpfer 2022 wegen der damals sehr hohen Inflation kontinuierlich. In den ersten neun Monaten dieses Jahres stieg der Umsatz um 4,3 Prozent auf 14,08 Milliarden Euro, wie der Bund ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) gerade mitteilte. Der Bio-Anteil am Lebensmittelmarkt kletterte im dritten Quartal 2026 demnach erstmals auf eine Höchstmarke 8,1 Prozent.
Verbandschefin Tina Andres sprach mit Blick auf die Markt-Zuwächse von einem "Weckruf". Viele Menschen erwarteten zu Recht, dass gerade die Biobranche regional erzeuge. Die Bundesregierung müsse daher für gute Bedingungen für "heimisches Bio" sorgen und Höfe zum Umstellen ermutigen.
"Bio bleibt eine Nische"
Die Verbraucherorganisation Foodwatch forderte einen umfassenderen Wandel. "Wer glaubt, Bio wird bei den anhaltend hohen Lebensmittelpreisen bald den Massenmarkt erobern, macht sich etwas vor", sagte Geschäftsführer Chris Methmann der Deutschen Presse-Agentur. "Bio bleibt eine Nische." Deshalb müsse die Politik die Landwirtschaft als Ganzes umbauen. Dazu brauche es unter anderem eine Halbierung der Tierbestände, um die Klima- und Umweltziele zu erreichen. Der Einsatz von Pestiziden müsse enden.
Durch die Umstellung der Bio-Datengrundlage seien die neuen Zahlen nicht mehr unmittelbar mit früher veröffentlichten Werten vergleichbar, erklärte das Ministerium. Methodisch bedingt, komme es zu etwas niedrigeren Zahlen. So lag der Bio-Flächenanteil in der letzten nach den alten Kriterien ermittelten Statistik für 2024 bei 11,5 Prozent. Das Ziel eines Flächenanteils von 30 Prozent bis 2030, das noch die Ampel-Koalition aufstellte, bleibt weit entfernt./sam/DP/mis
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