BERLIN (dpa-AFX) - Das legendäre Hotel Adlon in Berlin hat von Anfang an und seitdem immer wieder Schlagzeilen gemacht. Es gilt seit langem als prominente Adresse für Übernachtungen in bester Berliner Lage, direkt am berühmten Boulevard Unter den Linden und mit Blick auf das Brandenburger Tor. Die Immobiliengesellschaft Jagdfeld will das Luxushotel für mindestens 280 Millionen Euro verkaufen.
Für dich zusammengefasst:
Das Hotel Adlon soll für mindestens 280 Millionen Euro verkauft werden.
Der Verkauf benötigt die Zustimmung von 75 Prozent der Anleger.
Ein Pachtvertrag mit Kempinski gilt bis Ende 2032.
Dafür ist allerdings die Zustimmung der Anleger notwendig. Laut einem Bericht der "Immobilien-Zeitung" (IZ) ist das Luxushotel Teil eines Fonds, der von der Jagdfeld-Gruppe gemanagt wird. Der Konzern bestätigte den Vorgang auf Anfrage. Demnach gehört der sogenannte Fundus-Fonds 31 und damit auch das Adlon rund 4.000 Eigentümern, überwiegend Privatanleger, die in einem Lebensalter seien, in dem sie sich von ihren Anteilen trennen wollten.
Das Luxushotel hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Das erste Adlon war im Oktober 1907 an exakt demselben Platz östlich des Brandenburger Tores nach zwei Jahren Bauzeit eröffnet worden. Kaiser Wilhelm II. legte beim Spatenstich selbst Hand an und übernahm später auch persönlich die Eröffnung.
Das Hotel, das 20 Millionen Goldmark gekostet hatte, galt schon bald als eines der schönsten der Welt. Schauspielstar Charlie Chaplin übernachtete hier. Greta Garbo drehte im Adlon für den Film "Grand Hotel", Albert Einstein war gerne zu Gast und winkte dann Passanten zu.
Ein Brand zerstörte das Hotel nach Kriegsende
Doch kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurde das Hotel 1945 durch ein Feuer zerstört. Nach dem vernichtenden Brand blieb vom Adlon nur ein ehemaliges Wirtschaftsgebäude erhalten. Dort betrieb zu DDR-Zeiten die Handelsorganisation HO eine Zeit lang ein Hotel gleichen Namens.
Doch das weltweit bekannte Grandhotel schien Geschichte zu sein. Umso größer war die Aufmerksamkeit, als das Fünf-Sterne-Hotel nach dem Vorbild seines legendären Vorgängers schließlich doch am selbem Ort für 435 Millionen Mark wiedererbaut und im August 1997 eröffnet wurde.
Bundespräsident Roman Herzog durchtrennte das Band beim offiziellen Festakt in der Hotelhalle, zu dem 1.000 Gäste, darunter Prominente aus Politik, Wirtschaft und Kultur gekommen waren.
Seitdem ist es wie zuvor die erste Adresse für namhafte Gäste, nicht zuletzt solche auf Staatsbesuch in Berlin: Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan gehörte dazu, US-Präsident Barack Obama gleich mehrfach. König Charles III. übernachtete mit Königin Camilla in der Royal Suite - so wie zuvor schon seine Mutter Königin Elizabeth II. bei ihren Berlinbesuchen.
Und auch bei Gästen ohne Amt und Würden, aber dem nötigen Kleingeld, ist das Luxushotel am Pariser Platz in unmittelbarer Nähe der amerikanischen Botschaft und der Akademie der Künste gefragt. Das gilt nicht nur, aber gerade zu Silvester: Dann gibt es einen guten Blick auf das Feuerwerk am Brandenburger Tor.
Pachtvertrag gilt bis 2032
Und nun? "Mit dem angestrebten Verkauf kommen wir dem Wunsch der Anlegerinnen und Anleger am besten nach und sind so in der Lage, den höchstmöglichen Preis zu erzielen", teilte Jagdfeld-Gruppe weiter mit. Die Fondsgesellschaft sei in der komfortablen Position, "frei und aus eigenen Stücken diesen Weg gehen und Deutschlands berühmtestes Hotel in neue Hände geben zu können".
Den Gesellschaftern wurde dem "IZ"-Bericht zufolge eine Liquidation des Fonds mit einem Mindestverkaufspreis von 280 Millionen Euro vorgeschlagen. Die Abstimmung läuft demnach bereits und braucht eine Mehrheit von 75 Prozent der abgegebenen Stimmen.
Sollte eine Entscheidung für den Verkauf fallen, werde ein strukturiertes Bieterverfahren mit einem internationalen Makler durchgeführt, heißt es in dem Bericht. Für Gäste des Adlon ändert sich durch einen möglichen Verkauf vorerst nichts. Mit dem Hotelbetreiber Kempinski besteht der Jagdfeld-Gruppe zufolge einen Pachtvertrag bis Ende 2032./ah/maa/DP/zb
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