- Kauflaune in Deutschland sinkt aufgrund des Iran-Kriegs.
- Konsumklima-Index fiel auf minus 33,3 Punkte.
- 42 Prozent der Verbraucher planen Ausgaben zu reduzieren.
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NÜRNBERG (dpa-AFX) - Angesichts des Krieges im Iran und seiner Folgen auch für die Geldbeutel der Menschen sinkt die Kauflust in Deutschland immer weiter. Das Konsumklima ist der neuesten Studie der Institute NIM und GfK zufolge zuletzt erneut abgesackt. Die Einkommenserwartungen sind eingebrochen und erreichen den niedrigsten Wert seit Februar 2023.
Laut der am Montag in Nürnberg veröffentlichten Studie fiel der aktuelle Indikator für das Konsumklima auf minus 33,3 Punkte, von zuvor revidiert minus 28,1 Punkten. Analysten hatten zwar mit einer schwächeren Konsumlaune gerechnet, waren aber im Schnitt nur von einem Wert von minus 30,0 Punkten ausgegangen.
Die Bereitschaft, für größere Anschaffungen Geld auszugeben, ging zum dritten Mal in Folge zurück und erreichte den niedrigsten Stand seit zwei Jahren. Die Konjunkturerwartungen fielen auf ein Niveau wie vor Beginn des Ukraine-Krieges. Die Sparneigung gab allerdings ebenfalls leicht nach.
Inflationsangst lässt Einkommenserwartungen einbrechen
"Die Einkommenserwartungen sind eng mit der von den Verbrauchern erwarteten Inflation verknüpft", heißt es in der Analyse der Nürnberger Konsumforscher. "Die Einkommenserwartungen brechen infolge der gestiegenen Inflation regelrecht ein. Und vor diesem Hintergrund erachten die Menschen auch den Zeitpunkt für größere Anschaffungen derzeit als weniger günstig", sagte der Konsum-Experte Rolf Bürkl vom Nürnberg Institut für Marktentscheidungen (NIM).
Es verstärke sich die Sorge der Verbraucher, dass der vorsichtige Aufschwung der deutschen Wirtschaft einen ernsthaften Dämpfer erhalten könnte - vor allem dann, wenn der Krieg in Nahost weiter anhalte und Maßnahmen der Regierung keine Wirkung zeigten.
"Das GfK-Verbrauchervertrauen folgt dem Abwärtstrend der wichtigsten Konjunkturumfragen", schrieb Volkswirt Claus Vistesen von Pantheon Economices. Der Anstieg der Energiepreise infolge des Krieges im Iran habe der Stimmung in der deutschen Wirtschaft einen schweren Schlag versetzt.
Für die monatliche Studie zum Konsumklima werden im Auftrag der EU-Kommission jeweils 2.000 Menschen befragt. Für die April-Studie lag der Befragungszeitrum zwischen dem 2. und 13. April.
Umfrage: 42 Prozent wollen Ausgaben reduzieren
Bei vielen Verbraucherinnen und Verbrauchern ist die Sorge groß, dass der Alltag noch teurer werden könnte. Das zeigt eine Umfrage des Handelsforschungsinstituts IFH Köln. Zwei Drittel geben an, dass ihnen die Preissteigerungen Angst machen. 54 Prozent fürchten, aufgrund der steigenden Preise ihren Lebensstandard bald nicht mehr halten zu können. Entsprechend stark ausgeprägt ist die Sparneigung. 42 Prozent der Befragten planen, ihre Ausgaben zu reduzieren. Knapp ein Viertel hat dies nach eigenen Angaben bereits getan.
IFH-Experte Ralf Deckers beobachtet spürbare Auswirkungen beim Lebensmitteleinkauf. "Die anhaltenden Preissteigerungen prägen das Konsumverhalten weiterhin stark: Preisvergleiche, Angebotskäufe und der Verzicht auf teure Marken dominieren." Das Institut hat im März online rund 500 Menschen ab 18 Jahren repräsentativ befragt./dm/DP/la
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