Raus aus der SAP-Aktie? Da braut sich gerade etwas zusammen!

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Aufziehendes Gewitter (Symbolbild).
© Dave Hoefler auf Unsplash.
Auf neue Mehrjahrestiefs folgte eine rasante Erholung von fast 50 Prozent. Doch inzwischen deutet bei SAP alles auf ein Ende der Aufholjagd hin.
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SAP-Aktie: Kein Jahr für schwache Nerven

Hinter den Anlegerinnen und Anlegern von SAP liegt alles andere als ein einfaches Jahr. War vor allem die erste Jahreshälfte von der immer steileren Fortsetzung des übergeordneten, seit Februar 2025 anhaltenden Abwärtstrends geprägt, zauberte die Aktie in den vergangenen Wochen eine steile Erholungsrallye auf das Parkett.

Ausgerechnet nach einem neuen Mehrjahrestief, eigentlich ein technisches Verkaufssignal, starteten die Anteile durch und profitierten dabei einerseits von Quartalszahlen besser als befürchtet sowie einem allgemein verbesserten Sentiment gegenüber der Softwarebranche. Ungeachtet einer Rallye von fast 50 Prozent notiert das Papier gegenüber dem Jahreswechsel nichtsdestotrotz mit einem Minus von über 14 Prozent.

Werte aus dem Artikel:
Oracle Aktie 142,30 $ 0,00%
SAP Aktie 183,92 € -1,51%

Die Underperformance gegenüber dem DAX ist beträchtlich

Damit liegt gegenüber dem deutschen Leitindex DAX, der sich im selben Zeitraum um etwas mehr als 4 Prozent steigern konnte, eine Outperformance von fast 18 Prozentpunkten vor. Das ist indiskutabel für einen Wert, der aufgrund seines hohen Indexgewicht mitbestimmend für das Schicksal des gesamten DAX ist.

In den vergangenen zwei Wochen hat die Aufwärtsdynamik spürbar nachgelassen und die Aktie den Rückwärtsgang eingelegt. Auch am Donnerstag gehört SAP (SAP Aktie) zu den schwächsten Werten im deutschen Leitindex. Mit Blick auf den Chart verheißen die jüngsten Gewinnmitnahmen nichts gutes. Hier braut sich gerade ein Top und damit die Möglichkeit einer weiteren Abwärtswelle zusammen.

Trauriger Höhepunkt des Abwärtstrends: Mehrjahrestief bei 130 Euro

Gegenüber den Allzeithochs bei rund 280 Euro liegt ein hartnäckiger Abwärtstrend vor. Dieser wurde zwar immer wieder unterbrochen durch zwischenzeitliche Erholungen und Gegenbewegungen, grundsätzlich gab es seitens der Käuferinnen und Käufer jedoch kaum ernsthafte Bemühungen, die Geschehnisse wieder zu ihren Gunsten zu bestimmen.

Zu einem solchen Versuch ist es nach eineinhalbjähriger Wartezeit erst in den zurückliegenden Wochen gekommen. Dank der 50-Prozent-Rallye konnten die SAP-Anteile sowohl die 50- als auch die 200-Tage-Linie zurückerobern, wodurch kurz- und mittelfristige Kaufsignale entstanden sind.

Ausgangsbasis für diese Erholung waren aus technischer Perspektive bullishe Divergenzen, die sich vor allem im Trendstärkeindikator MACD schon Monate zuvor ergeben hatten. Auch der RSI konnte das bei rund 130 Euro markierte Mehrjahrestief nicht mit einem eigenen Tief bestätigen, womit ein Fehlsignal vorlag.

Top-Bildung und weitere Trendwende zeichnen sich ab

Ausgehend von diesen bullishen Divergenzen und überverkauften Zuständen der Aktie kletterte SAP in den Bereich von 190 Euro. Hier zeichnet sich jetzt nach überkauften Zuständen und ersten bearishen Divergenzen allerdings eine Top-Bildung ab.

Diejenigen Faktoren, welche die jüngste Erholung begünstigt haben, liegen jetzt also mit umgekehrten Vorzeichen vor, was eine erneute Trendwende und eine Wiederaufnahme des Abwärtstrends wahrscheinlich macht. Im MACD ist bereits zu erkennen, wie schnell der kurzfristige Aufwärtstrend zuletzt an Momentum verloren hat, während der RSI im Bereich von technischer Schwäche angelangt ist.

Aktie könnte kurzfristig zurück auf 150 Euro fallen

Im Bereich von 165 bis 175 Euro verfügt SAP über eine Unterstützung, die bislang nicht getestet wurde. Das gilt auch für die gleitenden Durchschnitte. Möglicherweise stellt die aktuelle Top-Bildung daher nur ein Test dieses Preisbereichs als neue Unterstützung dar. Ist das allerdings nicht der Fall, könnte SAP vor einem Absturz zurück auf 150 Euro stehen. Erst in diesem Bereich dürften RSI und MACD im überverkauften Bereich landen und damit wieder für eine wachsende Wahrscheinlichkeit einer Erholung sprechen.

Neue Mehrjahrestiefs sind gegenwärtig aber nicht zu befürchten, denn in den gleitenden Durchschnitte zeichnet sich mit einem Golden Cross bereits ein neues Kaufsignal ab. Das könnte kurzfristig seine Wirkung zwar verfehlen, mittelfristig aber unterstützend wirken.

09.09.26 - ARIVA.DE Redaktion

Fazit: Neue Einstiegsmöglichkeit bereits in Kürze?

Anlegerinnen und Anleger von SAP sollten sich mit dem Gedanken anfreunden, dass die zuletzt steile Erholungsrallye vorüber ist und das Kursgeschehen jetzt korrektiv wird.

Dabei gibt es die harmlose Variante eines Tests der zuletzt übersprungenen Widerstände als neue Unterstützungen und eine weniger harmlose Variante in Form eines Zurücksetzens bis zum Support bei 150 Euro. Neu engagieren sollte man sich daher vorerst nicht mehr, während sich bereits engagierte Investoren die Frage stellen müssen, ob und wie sie diese Verluste aussitzen wollen.

Für neue Impulse könnten zumindest kurzfristig die am Donnerstagabend anstehenden Quartalszahlen von Mitbewerber Oracle sorgen. Dessen Geschäftsmodell ist aber immer weniger vergleichbar mit dem von SAP, da Oracle einen aggressiven (und schuldenintensiven) Konzernumbau zum Cloud-Computing-Dienstleister vorantreibt.

Autor: ARIVA.DE Redaktion/Max Gross


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