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Powell geht, Warsh kommt? Der nächste Chef der US-Notenbank könnte Anleger böse überraschen

Mit Kevin Warsh könnte an der Spitze der US-Notenbank ein neuer Ton einziehen. Für Aktien wäre das brisant.
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 Kevin Warsh, the president's nominee for Federal Reserve chair, testifies during a hearing before the Senate Banking Committee on Capitol Hill at the Dirksen Senate Office Building in Washington, D.C., United States of America on April 21, 2026. Kevin Warsh is U.S. President Donald Trump's nominee for Chair of the Federal Reserve. ( The Yomiuri Shimbun via AP Images )
Quelle: - picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Kojiro Sekine

Der geplante Wechsel an der Spitze der US-Notenbank könnte für die Aktienmärkte zu einem wichtigen Wendepunkt werden. Jerome Powells zweite Amtszeit als Vorsitzender der Federal Reserve endet am 15. Mai 2026. Ob der von US-Präsident Donald Trump nominierte Kevin Warsh bis dahin bereits bestätigt ist, bleibt wegen politischer Spannungen offen.

Aus Sicht von Birgit Henseler, Analystin der DZ Bank, geht es dabei um weit mehr als eine Personalie. Entscheidend sei, ob sich mit Warsh die geldpolitische Reaktionsfunktion verändert.

In den vergangenen Jahren profitierten die Märkte immer wieder von sinkenden Realrenditen, reichlich Liquidität und der Erwartung, dass die Notenbank in Stressphasen stützend eingreift. Genau dieses Muster könnte nun auf den Prüfstand kommen.

Reuters zufolge hat Warsh mehrfach für eine kleinere Notenbankbilanz, niedrigere Leitzinsen und eine zurückhaltendere Kommunikation der Fed geworben. In seiner Anhörung sagte er, die Unabhängigkeit der Geldpolitik sei essenziell. Zugleich kritisierte er, dass sich zu viele Notenbanker öffentlich zu Zinsen äußerten.

Neuer Politikmix heikel

Sollte Warsh tatsächlich auf eine kleinere Bilanz und gleichzeitig auf niedrigere Leitzinsen setzen, würde das die bisherige Logik verschieben. Denn eine schrumpfende Bilanz entzieht dem System Liquidität.

Henseler sieht die Gefahr, dass niedrigere Zinsen den Märkten künftig nicht mehr reichen. Dann würde die erwartete Gewinnentwicklung der Unternehmen wieder stärker über Wohl und Wehe der Börsen entscheiden.

Ganz so einfach wäre ein Kurswechsel aber nicht. Auch ein neuer Notenbankchef muss Mehrheiten im Offenmarktausschuss organisieren. Zudem zeigt die Geschichte der Fed, dass neue Vorsitzende im Amt oft pragmatischer handeln als zuvor angekündigt.

Dennoch gilt: Sollte Warsh die Notenbank übernehmen, müssten sich Anleger womöglich auf ein Umfeld einstellen, in dem Liquidität nicht mehr automatisch der stärkste Kurstreiber ist.

Autor: sbh_redaktion/neb


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